Rheumatische Erkrankungen

Rheumatismus (v. griech. rhein, fließen, Fluß, Gliederreißen), Bezeichnung für eine Reihe verschiedener Krankheiten, welche unter mehr oder weniger heftigen Schmerzen der Gelenke und Muskeln [* 2] bei verhältnismäßig wenig auffallenden anatomischen Störungen in den genannten Organen verlaufen. 
Der chronische Gelenkrheumatismus betrifft meist nur ein einzelnes oder wenige Gelenke, springt nur selten von einem Gelenk auf ein andres über und führt trotz seiner langen Dauer doch nur zu verhältnismäßig geringen anatomischen Veränderungen der befallenen Gelenke. Er entwickelt sich in vielen Fällen aus einem akuten Rheumatismus.
Der Muskelrheumatismus ist eine die Muskeln, die Knochenhaut und Muskelbinden ergreifende schmerzhafte Krankheit, welche die betreffenden Teile bald gar nicht verändert, bald infolge des Nichtgebrauchs zum Schwund (zur rheumatischen Lähmung) der Muskeln führt. Das wichtigste und oft einzige Symptom des Muskelrheumatismus bilden ziehende und reißende Schmerzen, welche durch Bewegung gesteigert, durch gleichmäßigen Druck aber gemildert zu werden pflegen. (1)


Rheuma ist ein übergreifender Begriff, unter dem eine Reihe von Erkrankungen zusammengefasst werden. Dazu zählen das durch Bakterien ausgelöste Rheumatische Fieber und die erblich mitbedingte chronische Polyarthritis. (2)


Quellen: 

(1) Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

(2) Klaus Klein (Hrsg.): Taschenlexikon Gesundheit. Pädagogischer Verlag Schwann, Düsseldorf, 1. Auflage 1980