Drüsen & Lymphgefäßsystem

Drüsen (Glandulae), Organe zur Absonderung eines meist flüssigen, seltener festen Stoffes im tierischen oder pflanzlichen Körper. Im einfachsten Fall besteht eine Drüse aus einer einzigen Zelle [...] (z. B. viele Hautdrüsen niederer Tiere) und ergießt ihre Absonderung (Sekret) direkt nach außen; gewöhnlich vereinigen sich jedoch viele Drüsenzellen zu einer gemeinschaftlichen Masse und münden in einen besondern Kanal [...] (Ausführungsgang), welcher die Absonderung oft an weit von der eigentlichen Drüse gelegene Stellen zu befördern hat. Die zellige Auskleidung des Ausführungsganges setzt sich einerseits auf die äußere Haut [..] oder eine Schleimhaut, anderseits in die Drüse fort; somit ist letztere eigentlich nichts als eine in Bau und Thätigkeit abgeänderte Hautstelle, welche mehr oder weniger tief in das Innere des Körpers verlegt worden ist (z. B. Schweiß-, Talg-, Milchdrüsen). (1)


Resorption ist die Aufnahme von Substanzen in das Blut und Lymphgefäßsystem. So werden z.B. die in der Nahrung enthaltenen Nährstoffe durch die Blutgefäße des Magen-Darm-Traktes resorbiert. Die Resorption des Sauerstoffes aus der Atemluft geschieht in den Lungenbläschen. (2)


Die Milz ist das größte Organ des Lymphgefäßsystems und liegt im Oberbauch auf der linken Seite direkt neben dem Magen und unter dem Zwerchfell. Sie ist ein drüsenartiges, flaches, längliches Organ und hat eine Länge zwischen 12 und 15 cm. Sie besteht aus zwei Arten von lymphatischem Gewebe, der roten und der weißen Pulpa. In der weißen Pulpa werden Lymphozyten gebildet, die teilweise in der Milz körperfremde Stoffe zerstören und zum Teil in die Blutgefäße abgegeben werden. Die rote Pulpa enthält viele Blutkanäle und filtert beschädigte Zellen und Bakterien und andere Verunreinigungen aus dem Blut heraus. Zudem werden hier alte rote Blutkörperchen abgebaut. Die Milz stellt auch einen Speicher für Eisen und Blut dar. (2)


Quellen: 

(1) Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 5. Band: Seite 167

(2) Klaus Klein (Hrsg.): Taschenlexikon Gesundheit. Pädagogischer Verlag Schwann, Düsseldorf, 1. Auflage 1980