Knochen

Alle Wirbeltiere stützen ihren Körper von innen durch ein Skelett, das aus einer Vielzahl von Knochen gebildet wird. Die einzelnen Knochen sehen je nach Lage und Funktion unterschiedlich aus. Gleichzeitig schützen die Knochen innere Organe. Knochenschmerzen können die Ursachen verschiedener Erkrankungen sein: Knochenbruch (Fraktur), Fibrodysplasia ossificans progressiva (krankhafte, fortschreitende Verknöcherung des Binde- und Stützgewebes), Osteoporose (Alters-Erkrankung des Knochens, die ihn für Brüche (Frakturen) anfälliger macht),  Osteomyelitis (Knochenentzündung), u.a. (1)


Die Knochen sind das Hartgewebe des Körpers und dienen dem Körper als Gerüst, bieten ihm durch die Gelenke Bewegungsmöglichkeit, und schützen als Kapsel die Organe. Die besonderen Eigenschaften des Knochens entstehen durch den Aufbau aus brüchigem anorganischen und weichelastischem organischem Material. Der anorganische Knochenanteil besteht hauptsächlich aus Phosphat und Karbonatsalzen des Kalziums, der organische Anteil aus Zellen, die elastische Grundsubstanzen und Fasern bilden. Jeweils um ein kleines Blutgefäß herum lagern sich die Zellen, bilden die organische Grundsubstanz, lagern die anorganischen Materialien ein und Mauern sich selbst, bis auf dünne Verbindungskanäle, ein. So entsteht eine Knochensäule, der Grundbausteindes Knochens. Die Außenseiten der Knochen werden kompakt aufgebaut, der Innenraum durch ein Geflecht von Knochensäulen ausgefüllt. Diese sind in einer Bogenkonstruktion zusammen gelagert, die gemäß der Kräfte, die der Knochen auszuhalten hat, geformt ist. Dabei wird mit einem minimalen Aufwand an Material eine höchstmögliche Festigkeit erreicht. In diesem Geflechtwerk liegt das rote Knochenmark, das die Blutkörperchen bildet. Nur in den großen Knochen (z.B. im Oberschenkel) wird im Mittelteil auf das Knochengebälk verzichtet, da die Röhren allein fest genug sind. Das hier gelegene Knochenmark wandelt sich beim Erwachsenen in Fettmark um. Von außen wird der Knochen von Knochenhaut umgeben. (2)


Das Knochengerüst ist die Gesamtheit der Knochen, die fest über Haften oder beweglich über Gelenke miteinander verbunden sind. Dem festen Zusammenhalt des Knochengerüstes dienen die Bänder. Die Muskeln richten es auf und bewegen es. In der von 15 Knochen gebildeten Schädelkapsel liegt geschützt das Gehirn. Durch das Hinterhauptsloch verlässt sein Ausläufer, das Rückenmark, den Schädel und tritt in einen Kanal ein, der von den Wirbeln gebildet wird, die eine Säule errichten. Diese Wirbelsäule besteht aus 7 Halswirbeln, 12 Brustwirbeln, 5 Lendenwirbeln und ruht auf dem Kreuzbein, das aus 5 Wirbeln zusammengeschmolzen ist und dem sich das Steißbein anschließt, das aus etwa 4 verkümmerten Wirbeln entsteht. Insgesamt hat die Wirbelsäule eine Doppel-S-Form, wodurch sie zwar aufrecht steht, aber doch federn kann. Diese Federung wird noch durch die Bandscheiben zwischen den Wirbeln verstärkt. An den Brustwirbeln setzen die Rippen an. Sie verlaufen halbkreisförmig nach vorn. Die Rippen sind zunächst knöchern, die ersten 10 Rippen bilden dann aber Knorpel und reichen ans Brustbein heran. Die 9. und 10. Rippe haben dabei einen gemeinsamen Knorpel, der den Rippenbogen bildet. Durch die Verbindung der Rippen mit dem Brustbein ist der Brustkorb entstanden. Ebenfalls hier setzt auch das Schlüsselbein an, das mit dem Schulterblatt zusammen den Schultergürtel darstellt. Im Schulterblatt liegt die Gelenkpfanne für den Oberarmknochen, der über das Ellenbogengelenk mit Elle und Speiche verbunden ist. Diese bilden mit 7 anderen Knochen das Handgelenk mit den folgenden Fingergrund- und Fingerendknochen. Zusammen mit dem Kreuzbein bilden die beiden Hüftbeine den Beckengürtel. In ihnen liegen die Gelenkpfannen der Oberschenkelknochen. Diese treffen am Kniegelenk mit dem Schienbein zusammen. Zusätzlich greift noch seitlich das Wadenbein an. Eingelagert in eine Sehne liegt davor die Kniescheibe. Schienbein und Wadenbein bilden mit den Fußwurzelknochen das Fußgelenk, dem die Mittelfußknochen und Zehenknochen folgen. (2)


Osteoporose ist ein Mangel an Knochensubstanz . Die Osteoporose wird durch eine unzureichende Tätigkeit der knochenbildenden Zellen ausgelöst und tritt meist im Gefolge anderer Erkrankungen, wie Überfunktion der Nebennieren oder Schilddrüse, Zuckerkrankheit, Nierenversagen und Magen-Darmerkrankungen auf , aber auch beim Hungerzustand und nach Kastration. Die Symptome sind Rückenschmerzen, Veränderungen und Knochenbrüche an der Wirbelsäule, deren Wirbel an Höhe und Festigkeit abnehmen. Die Behandlung ergibt sich aus der Grundkrankheit. Die Osteoporose kann auch ohne erkennbare Grundkrankheiten auftreten. In diesem Fall wird sie mit Hormonen, Vitamin D, Mineralstoffen, besonders mit Calcium und Fluor behandelt. (2)


Rachitis ist eine Krankheit infolge unzureichender Aufnahme von Kalzium bei der Entwicklung der Knochen. Ursache der Störung ist ein Mangel an Vitamin D. Dieses Vitamin ist notwendig, um den Transport des Kalziums durch die Darmwand in das Blutgefäßsystem zu gewährleisten. Anzeichen für eine Rachitits sind Weichheit der Knochen, wodurch es zu Missgestaltungen des Brustkorbs und Verbiegungen der Bein- und Beckenknochen kommen kann. Beim Kleinkind fällt besonders die Weichheit der Schädelknochen und der verzögerte Zahndurchbruch auf. Durch die Rachitisprophylaxe lässt sich die Rachitisentstehung heute wirksam bekämpfen. (1)


Quellen: 

(1) Dieser Abschnitt basiert in Auszügen auf einer Veröffentlichung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation

(2) Klaus Klein (Hrsg.): Taschenlexikon Gesundheit. Pädagogischer Verlag Schwann, Düsseldorf, 1. Auflage 1980