| Hoden & Hodenerkrankungen | |
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Die Hoden sind die Geschlechtsdrüsen des Mannes. Sie werden während der Schwangerschaft in der Leibeshöhle angelegt und wandern von hier aus durch den Leistenkanal in den Hodensack, wo sie schwebend aufgehängt sind. Die beiden Hoden sind oval abgeflachte Körper von der Größe einer Pflaume und etwa 20 bis 30 Gramm schwer. Die Hosen bilden die Samenzellen und die männlichen Geschlechtshormone. Sie werden von einer bindegewebigen Kapsel und mehreren Hüllen umgeben. In ihrem Innern sind zahlreiche, speichenförmig verlaufende, bindegewebige, zarte Scheidewände, die mehr als 200 Läppchen abgrenzen. In jedem Läppchen befinden sich 2 bis 3 aufgeknäulte, bis 80 cm lange und 0,3 mm dicke Samenkanälchen, in deren Gewebe in besonderen Reifevorgängen aus Ursamenzellen Samenfäden entstehen. Zwischen den Kanälen liegen die Leydigschen Zwischenzellen, die das männliche Geschlechtshormon Testosteron produzieren, das direkt an die Blutbahn abgegeben wird. Nachdem die Kanälchen weitgehend gerade geworden sind, vereinigen sie sich zum Hodennetz. Mit dem gleichzeitig die samenleitenden Wege ihren Anfang nehmen, die sich in die zum Nebenhoden abführenden kleinen Kanäle fortsetzen. Während der Wanderung durch den Nebenhodengang erfahren die Keimzellen ihre volle Reife. (2) |
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Verletzungen des Hodens kommen beim Menschen als stumpfe Traumen vor allem bei Kampfsportarten und Schlägereien vor. Hier besteht die Gefahr der Einblutung unter die Hodenkapsel (Hämatocele), die in der Regel einer chirurgischen Versorgung bedarf. Verletzungen mit Eröffnung des Hodensacks (Stich- und Pfählungswunden, bei Tieren auch Bisse, Stacheldraht u.s.w.) können Hodenentzündungen (s. u.) oder gar Abszesse verursachen, infolge der offenen Verbindung des Scheidenhautfortsatzes zur Bauchhöhle auch eine Bauchfellentzündung. (1) |
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Fehlbildungen: Als Anorchie bezeichnet man das Fehlen eines oder beider Hoden. (1) |
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Bei Störungen der Wanderung des Hodens (Maldescensus testis) können verschiedene Lageanomalien auftreten. Dabei kann der Hoden in der Bauchhöhle verbleiben (Kryptorchismus, „Bauchhoden“), im Leistenkanal stecken bleiben („Leistenhoden“, „Gleithoden“) oder eine falsche Route nehmen und beispielsweise unter der Haut der Leistengegend oder der Oberschenkelinnenseite zu liegen kommen (Hodenektopie). (1) |
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Eine Hodenentzündung (Orchitis) kann bei Verletzungen des Hodensacks mit Eindringen von Bakterien oder bei einigen Infektionskrankheiten auftreten. (1) |
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Als Hodentumor wird eine krankhafte Vergrößerung des Hodens bezeichnet. Hodentumoren können gut- oder bösartig sein. Zumeist harmlose Hodenvergrößerungen sind Zysten. (1) |
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Funktionsstörungen: Neben den oben genannten Krankheiten können auch die Blut-Hoden-Schranke überwindende chemische Substanzen wie Umweltgifte (z. B. Cadmium), Zusätze zu Verpackungsmitteln (z. B. Phthalate, Diethylhexyladipat), einige Arzneimittel (z. B. Furazolidon) und Hormone (s. a. Endokrine Disruptoren) oder ionisierende Strahlung zu schweren Beeinträchtigungen des Epithels der Samenkanälchen führen. Da die Spermienbildung mit sehr hohen Zellteilungsraten (Mitose, Meiose) einhergeht, ist das Keimepithel gegenüber Zellgiften besonders empfindlich. Solche Schädigungen können zu mannigfaltigen Veränderungen bis zum vollständigen Fehlen der Spermien führen. (1) |
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Eine Hodenentzündung (Orchitis) wird meist hervorgerufen durch Infektionskrankheiten, insbesondere Mumps. Die Hoden schwellen beidseitig an. Durch die Zerstörung oder Zurückbildung des Gewebes können irreparable Schäden zurückbleiben. Die Behandlung besteht vornehmlich in der Bekämpfung der zugrundliegenden Infektionskrankheit. Die Hoden werden hochgelagert und durch Eisbeutel gekühlt. (2) |
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Hodenhochstand ist das Verbleiben eines oder beider Hoden im Bauchraum. Die Hoden, die sich im Bauchraum entwickeln, sind normalerweise zum Zeitpunkt der Geburt in den Hodensack eingewandert (Deszensus). Infolge von Missbildungen, hormonalen Störungen oder Undurchlässigkeit des Leistenkanals bleiben die Hoden im Bauchraum (Kryptorchismus, bzw. Leistenhoden) zurück. Die Behandlung wird durch Hormongaben und operativ durchgeführt. Der Hodenhochstand muss etwa bis zum 6. Lebensjahr behandelt sein, da sonst Zeugungsunfähigkeit eintritt. Eine weitere Form ist der sogenannte Pendelhoden. Hier ist der Hoden mal im Leistenkanal, mal im Hodensack vorzufinden. Bei dieser Form ist eine Behandlung meist unnötig, da die Störung von alleine aufhört. (2) |
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Quellen: (1) Dieser Abschnitt basiert in Auszügen auf einer Veröffentlichung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (2) Klaus Klein (Hrsg.): Taschenlexikon Gesundheit. Pädagogischer Verlag Schwann, Düsseldorf, 1. Auflage 1980 |
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