Haare & Haarprobleme

Die Lebensdauer der Kopfhaare beträgt 2–4 Jahre, der Augenwimpern nur 100–150 Tage. Die Kräuselung des Haars hängt nicht von der Dicke desselben, sondern von der Form seines Querschnitts ab und ist um so stärker, je mehr dieser von der Kreisform abweicht. Die Farbe der Haare ist sehr verschieden und verändert sich auch während des Wachstums fortwährend; namentlich werden hellblonde Haare mit zunehmendem Alter immer dunkler. Die Haare besitzen eine große Festigkeit. [...] Ein menschliches Kopfhaar zerreißt durchschnittlich erst bei einer Belastung mit 180 g.
Für das Ergrauen der Haare gibt es zwei Ursachen: entweder es bildet sich kein Farbstoff mehr, oder die Menge der Lufträume nimmt zu. Letzteres findet namentlich bei dem plötzlichen Ergrauen statt, dessen eigentümliche Gründe man indessen nicht kennt; ersteres beim Ergrauen der Haare im Alter oder beim jährlichen Haarwechsel derjenigen Säugetiere, welche ein weißes Winterkleid tragen. (1)


Schuppen bilden sich, wenn zu viele oder verklebte Zellen beim Erneuerungsprozess der Kopfhaut abgestoßen werden. (2)


Fettige Haare werden auf eine Überproduktion der Talgdrüsen zurückgeführt. Mögliche Ursachen sind genetische Veranlagung, Stress oder Stoffwechselstörungen. Häufiges Waschen führt dabei zu erhöhter Talgproduktion. (2)


Trockenes, stumpfes und gespaltenes Haar kann Anzeichen für einen Mangel an Biotin (Vitamin H) sein. Biotin ist essentiell für die Bildung der Hornsubstanz Keratin und trägt somit wesentlich zum gesunden Wachstum von Haut, Haaren und Fingernägeln bei. (2)


Haarausfall: Dem Menschen fallen durchschnittlich zwischen 70–100 Haare pro Tag aus; der Begriff Haarausfall ist hier etwas irreführend, denn die ausgefallenen Haare werden normalerweise permanent ersetzt. Die Grenzen vom nicht-haarvermindernden Ausfall bis zum stark haarvermindernden Ausfall sind nicht starr gesetzt. Es hängt davon ab, wie leicht und in welchen Bereichen wieviele Haare ausfallen. So wird häufig gesagt, dass bis zu 100 Haare pro Tag normal seien. Das mag (bei einer durchschnittlichen Anzahl vorhandener Kopfhaare) richtig sein, gilt aber nur, wenn der Haarausfall sich relativ gleichmäßig über den ganzen Kopf verteilt. Konzentriert sich der Verlust auf einzelne Haarbereiche (Alopecia areata) oder nur auf den Oberkopf (androgenetischer Haarausfall), ist dies eher besorgniserregend.

Beispiele:

– Androgenetischer Haarausfall
Ursache für den häufig als erblich bedingt bezeichneten Haarausfall (alopecia androgenetica oder androgenetische Alopezie, durch Androgene hervorgerufener Haarausfall) ist das Steroidhormon Dihydrotestosteron (DHT). Hierdurch hervorgerufener Haarausfall ist genetisch bedingt.

 

– Alopecia areata
Unter Alopecia areata (auch: Alopecia circumscripta / Pelade / Areata celsis / kreisrunder Haarausfall) versteht man einen runden, lokal begrenzten krankhaften Haarausfall.

 

– Diffuser Haarausfall
Vom diffusen Haarausfall (diffuse Alopezie, telogenes Effluvium) spricht man, wenn die Haare vom gesamten Kopf abfallen. Dieser Haarausfall tritt mehr bei Frauen als bei Männern auf. Ursachen können Hormonschwankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel, Stress, Infektionen oder eine Fettunterversorgung sein. (2)


Quellen:

(1) Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

(2) Dieser Abschnitt basiert in Auszügen auf einer Veröffentlichung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia