| Magenentzündung (Gastritis) | |
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Magenentzündung (Gastritis) bezeichnet gegenüber dem Magenkatarrh einen gewissen Gegensatz, welcher darin besteht, daß der letztere nur eine Oberflächenerkrankung mit vermehrter Absonderung darstellt, während die Magenentzündung in einer Veränderung des Gewebes der Magenwand selbst beruht. Der leichteste Grad ist die parenchymatöse Magenentzündung, bei welcher die Magendrüsen eine körnige Trübung und in hohen Graden eine Fettmetamorphose erleiden; dieser Zustand begleitet oft den Katarrh und in der Regel die intensivern Formen der Magenentzündung, die kruppöse oder besser fibrinöse und die diphtherische Magenentzündung. Diese letztern sind selten und beruhen auf Ausscheidung eines faserstoffigen Exsudats oder diphtherischer Schorfbildung durch Absterben der Schleimhaut wie bei Säuglingen durch Überhandnehmen eines bloßen Magenkatarrhs; in andern Fällen ist die Magenentzündung eine sekundäre Erscheinung bei akuten Infektionskrankheiten, z. B. bei Typhus, Pocken und Blutzersetzungskrankheiten. Am häufigsten entsteht die Magenentzündung, wenn giftige Substanzen, wie z. B. konzentrierte Mineralsäuren, ätzende Alkalien und manche Metallsalze, in den Magen gelangten (Gastritis toxica). Wenig konzentrierte Mineralsäure verwandelt nur die Epithelien und die oberflächlichen Schleimhautschichten in einen weichen bräunlichen oder schwarzen Schorf; durch größere Mengen konzentrierter Säure werden dagegen alle Schichten des Magens in eine derbe, brüchige nekrotische Masse verwandelt, welche später breiige Konsistenz annimmt. Sofern durch die Resorption des Gifts nicht der Tod erfolgt, können selbst die schwersten Ätzungen und Zerstörungen der Magenwand heilen, wobei die extremsten Grade der Schrumpfung, Wandverdickung und Narbenbildung eintreten. Ist die Ätzung sehr tief, so kann Durchbruch des Mageninhalts in die Bauchhöhle erfolgen, oder es kann auch ohne direkten Durchbruch Bauchfellentzündung nachfolgen und den Tod bedingen.
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