Blutarmut (Anämie)

Blutarmut (Anämie) ist der Oberbegriff für eine Reihe von Erkrankungen, bei denen die Zahl der roten Blutkörperchen reduziert ist oder zu wenig Blutfarbstoff vorhanden ist. Blutarmut tritt auf, wenn z.B. nach Unfällen plötzlich große Mengen Blut oder z. B. bei Magengeschwüren langsam aber stetig geringe Mengen Blut verloren gehen. Als weitere Ursache der Blutarmut kommt die verminderte Produktion von roten Blutkörperchen in Betracht, sei es, dass das bildende Knochenmark erkrankt ist, sei es, dass die zur Bildung von roten Blutkörperchen notwendigen Stoffe fehlen. Dieser Fall liegt z. B. bei der sogenannten pernitiösen Anämie vor, wo der Darm nicht in der Lage ist, Vitamin B 12 aus der Nahrung aufzunehmen. Die dritte Art der Entstehung einer Blutarmut ist der vermehrte Abbau von roten Blutkörperchen, die normal etwa 100 Tage lebensfähig sind. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und können wie bei der Thalassämie oder der Sichelzellenanämie der Neger erblich bedingt sein. Gemeinsam sind allen Arten der Blutarmut folgende Symptome: zu Leistungsminderung und Konzentrationsschwäche treten oft Ohrensausen und Kopfschmerzen. Haut. und Schleimhäute zeigen Veränderungen, die Zunge wird glatt, die Nägel brüchig. Eine Blässe der Haut, besonders der Bindehaut des Auges kann oft bemerkt werden. Die Stärke der Ausprägung der Symptome ist aber abhängig von der Zeit, in der sich die Blutarmut entwickelt hat. Die Behandlung wird der Ursache entsprechend durchgeführt. Bei sehr akuten Formen kann zur Lebensrettung eine Transfusion mit Blut gleicher Blutgruppe erfolgen.

Quelle: Klaus Klein (Hrsg.): Taschenlexikon Gesundheit. Pädagogischer Verlag Schwann, Düsseldorf, 1. Auflage 1980