Atemnot & Brustverschleimung

Dyspnoe (grch.), Schwer- oder Kurzatmigkeit, Atemnot, diejenige Abweichung des normalen Atmungsvorganges, bei welcher die Atembewegungen infolge von Sauerstoffmangel und Kohlensäureanhäufung im Blut häufiger, unter stärkerer Beteiligung der Atmungsmuskulatur des Rumpfes und des Halses sowie unter mehr oder minder starkem Beklemmungs- und Angstgefühl erfolgen. Der entgegengesetzte Zustand heißt Apnoe (s. d.). Die Dyspnoe entsteht durch reflektorische Erregung des sog. Atmungscentrums im verlängerten Mark bei den meisten chronischen Herz- und Lungenkrankheiten, welche durch Verkleinerung der Atmungsfläche oder durch Cirkulationsstörungen innerhalb des kleinen Kreislaufs eine Überladung des Blutes mit Kohlensäure zur Folge haben, und unterscheidet sich vom Asthma, mit dem sie übrigens manche Ähnlichkeit hat, hauptsächlich dadurch, daß sie nicht, wie dieses, periodisch in längern oder kürzern Anfällen auftritt, sondern kontinuierlich andauert. (S. Asthma, Atmung, Engbrüstigkeit, Lunge.) (1) 


Brustverschleimung: Bronchialkatarrh (griech.), eine Erkrankung der Bronchialschleimhaut (...), durch welche ein schleimiges oder 
schleimig-eiteriges Sekret in vermehrter Menge auf die Schleimhautoberfläche abgesondert wird. Im Kindesalter, namentlich zur Zeit des Zahndurchbruches, ist die Neigung zum Bronchialkatarrh sehr groß, im mittlern Lebensalter geringer, im Greisenalter kommt die Krankheit wieder sehr häufig vor und ist dann sehr hartnäckig. Der epidemische Bronchialkatarrh heißt Grippe (...). (2)


Quellen: 

(1) Brockhaus´ Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 
1894-1896; 5. Band:  Seite 658

(2) Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte 
Auflage, 1885-1892; 3. Band:  Seite 455