Kräutertinkturen

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Tinktur (alkoholischer Auszug) - Zubereitung allgemein


Eine Tinktur ist eine durch das Ziehenlassen frischer Pflanzen in Alkohol gewonnene Flüssigkeit. Tinkturen sind Auszüge, die auch mit 38%igem bis 40%igem Korn- oder Obstbranntwein gewonnen werden können. Eine verschließbares Gefäß wird mit den jeweiligen Kräutern gefüllt und mit Obst- oder Kornbranntwein übergossen. Die Flaschen werden gut verschlossen für rund 14 Tage an einen warmen Ort (mit etwa 20°C) gestellt. Dabei sollte man öfters schütteln, nach dem Zeitraum abseihen und den Rückstand auspressen. Tinkturen werden innerlich (tropfenweise, verdünnt mit Saft, Wasser oder Tee) eingenommen oder äußerlich zu Umschlägen oder Einreibungen verwendet.

 

Beinwelltinktur

 

Rezeptur: Beinwellwurzeln waschen und mit einer Bürste reinigen, klein schneiden und locker bis zum Hals in eine Flasche füllen, mit Kornbranntwein oder Obstschnaps übergießen und 14 Tage in die Sonne oder in Herdnähe stellen. Der Branntwein muss die Wurzeln bedecken. (Zur inneren Anwendung verdünnt in Tee oder Wasser, äußerlich für Einreibungen und Umschläge)

Anwendung bei Prellungen, Rheuma, Venenentzündung, Verrenkungen, Verstauchungen, Zerrungen, Durchblutungsstörungen, Knochenschmerzen, geschwollene Füße


Brennnesseltinktur

Rezeptur: Die Wurzeln mit einer Bürste waschen, klein schneiden und bis zum Hals in eine Flasche füllen. Mit 38%igem bis 40%igem Kornbranntwein übergießen und 14 Tage an einer warmen Stelle stehen lassen. Anschließend absieben und abfüllen.

(Zur inneren Anwendung verdünnt in Tee oder Wasser, äußerlich für Einreibungen und Umschläge)

Anwendung bei Gelenkrheuma, Muskelrheuma, Gicht, Hautleiden, Hexenschuss, Gallenleiden, Milzerkrankungen, Verschleimung des Magens, bei Magenkrämpfen und -geschwüren, Darmgeschwüren, bei Viruserkrankungen, Erschöpfungszuständen, Wassersucht, Bluterkrankungen, Allergien, Heuschnupfen, Gefäßverengungen (Raucherbein), Durchblutungsstörungen und Herzkranzgefäßverengungen


Hirtentäscheltinktur

 

Rezeptur: Hirtentäschelkraut (Blätter, Stängel, Blüten) klein schneiden und locker bis zum Hals in eine Flasche füllen. Nun 38%igen bis 40%igen Korn- oder Obstbranntwein übergießen (Pflanzenteile müssen bedeckt sein). Rund 10 bis 14 Tage an einem warmen Ort und bestenfalls in der Sonne stehen lassen. Anschließend absieben.

(Zur inneren Anwendung verdünnt in Tee oder Wasser, äußerlich für Einreibungen und Umschläge)

Anwendung bei Magenblutungen, blutenden Wunden, Menstruationsbeschwerden, Wechseljahrsbeschwerden, Hämorrhoiden, Blutdruckregulierung, bei äußeren Muskelerkrankungen, Muskelschwund, Leistenbruch, Lungenschwäche, bei Ohrenschmerzen, Verstopfung, Magenschmerzen, Arteriosklerose, Rheuma, Gicht, Krampfadern, Ekzemen und Wunden


Huflattichtinktur

Rezeptur: Sammeln Sie Blätter und Blüten frisch, schneiden Sie alles klein und geben Sie die Zutaten locker bis zum Hals in eine Flasche. Gießen Sie 38%igen bis 40%igen Korn- oder Obstbranntwein über (Pflanzenteile müssen bedeckt sein). Den Ansatz 10 bis 14 Tage an einem warmen Ort und bestenfalls in der Sonne stehen lassen, anschließend absieben und abfüllen. 

(Zur inneren Anwendung verdünnt in Tee oder Wasser, äußerlich für Einreibungen und Umschläge)

Anwendung bei Bronchitis, Kehlkopf- und Rachenkatarrh, Brustfellentzündung, Husten und Heiserkeit, Atemnot, Erkältungskrankheiten, Asthma, Grippe, Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, bei Halsentzündung und Mandelentzündung, zur Anregung des Stoffwechsels, zur Blutreinigung, bei Fieber, Kehlkopfentzündung, Ohrenentzündung, Appetitlosigkeit, Verstopfung, entzündeten Wunden, schlecht heilenden Wunden, Venenentzündung, Venenschmerzen, bei unreiner Haut (Akne), Furunkel, Ekzeme, Fieber und Gicht, Verstauchungen, Verrenkungen und wundgelaufenen Füßen, Gewebeverletzungen


 

Schwedenbitter (Schwedenkräuter) 

nach Dr. Klaus Samst, empfohlen von Maria Treben

Eine Zusammenstellung nach den Angaben der "Alten Handschrift"

"Wer täglich diese Tropfen früh und abends nimmt, braucht keine andere Medizin, denn diese stärken den Körper, erfrischen die Nerven und das Blut, nehmen das Zittern der Hände und Füße. Kurz, sie nehmen überhaupt alle Krankheiten. Der Körper bleibt straff, das Gesicht jugendlich und schön."

   

Rezeptur: 0,2g Safran, 10g Wermut, 10g Manna, 10g Sennesblätter, 10g Rhababerwurzel, 10g Kampfer (nur Naturkampfer), 10g Zittwerwurzel, 10g Theriak venezian, 5g Eberwurzwurzel, 5g Angelikawurzel, 5g Myrrhe

Für die äußerliche Anwendung empfiehlt sich ein Schwedenkräuter-Umschlag, der für mehrere Stunden aufgelegt werden kann. Bei empfindlicher Haut sollte mit einer fettreichen Creme vorbehandelt werden.

Die innerliche Anwendung erfolgt verdünnt - etwa ein Teelöffel Schwedenbitter auf 150 ml warmen Tee.

Bitte beachten: Die innere Anwendung sollte ausschließlich verdünnt erfolgen!

     

"...vertreiben sie Kopfschmerz und Schwindel, stärken das Gedächtnis und das Gehirn (...) Bei Ohrenschmerzen und Ohrensausen befeuchte man ein Bäuschchen und stecke es ins Ohr. Es hilft sehr gut und bringt selbst das verlorene Gehör wieder."

"...helfen gegen trübe Augen, nehmen Röte und alle Schmerzen, selbst wenn die Augen entzündet, trüb und verschwommen sind (...) vertreiben auch die Flecken und den Grauen Star..."

"...Ausschläge aller Art, auch Krusten in der Nase oder wo immer am Körper, werden geheilt (...) Auf Hühneraugen lege man ein mit den Tropfen befeuchtetes Bäuschchen und halte die schmerzende Stelle stets feucht."

"Bei Zahnschmerzen gibt man in etwas Wasser einen Esslöffel voll dieser Tropfen und behalte einige Zeit diese Flüssigkeit im Mund (...) der Schmerz verschwindet und die Fäulnis klingt ab."

"Hat man Magenkrämpfe, so nehme man bei einem Anfall einen Eßlöffel voll (...) Bei Koliken nehme man drei Eßlöffel voll ein, langsam nacheinander, man wird bald die Linderung verspüren (...) Sie zerteilen im Leib die Winde und kühlen die Leber, vertreiben alle Magenleiden und die der Eingeweide und helfen bei Stuhlverstopfung (...) Sie sind auch ein vortreffliches Mittel für den Magen, wenn er schlecht verdaut und die Speisen nicht behält (...) Ebenso helfen sie bei Gallenschmerzen."

"Sie heilen ohne Gefahr alle Wunden, sie mögen gehauen oder gestochen sein, wenn sie öfters damit befeuchtet werden. Man nehme einen Lappen, tunke ihn darin ein, überdecke damit die Wunden. Sie nehmen in kurzer Zeit den Schmerz, lassen weder Brand noch Fäulnis zu (...) Sie nehmen alle Narben, auch wenn sie noch so veraltet sind, Wundmale und Schnitte (...) heilen alle Brandverletzungen, ob sie nun vom Feuer, vom heißen Wasser oder vom Fett herrühren, wenn die Verletzungen fleißig angefeuchtet werden..."

"Sie reinigen das Blut und bilden neues, auch fördern sie dessen Umlauf (...) Wenn eine Frau ihre monatliche Reinigung verliert oder dieselbe zu stark hat, nimmt sie diese Tropfen drei Tage ein und wiederholt dies zwanzig Male. Es wird, was zuviel ist, stillen und was zuwenig ist, ausgleichen."

"Wer Nachts nicht gut schlafen kann, nehme vor dem Schlafengehen von diesen Tropfen (...) nehmen Melancholie und Depressionen und regen Appetit und Verdauung an."

"Rheumatische Schmerzen in den Gliedern werden genommen, wenn man sie morgens und abends einnimmt und auf die schmerzenden Stellen feuchte Lappen legt."


 

Erklärung: Alle Angaben dieser Präsenz erfolgen ohne jegliche Verpflichtung, Garantie oder Gewähr. Der Besuch dieser Seiten kann ein Beratungsgespräch eines Arztes oder Apothekers nicht ersetzen. Die Anwendung von Rezepturen und Pflanzen erfolgt auf eigene Gefahr. Bei ernsthaften und andauernden Beschwerden ist immer ein Arzt zu konsultieren.

 

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