|
| |
| |
Ackerschachtelhalm
|
auch: Zinnkraut,
Kanntenkraut, Katzenschwanz, Rosszwadel |
Familie:
Schachtelhalmgewächse
(Equisetaceae) |
| |
|
Lt: Equisetum
arvense
|
Kleine Pflanzenkunde
|
|
 |
Medizinisch interessant am Ackerschachtelhalm ist der überaus große Anteil an Kieselsäure in der Pflanze. Er beträgt bis zu 16 Prozent des Pflanzengewebes.
|
|
Der
Ackerschachtelhalm bringt aus ein und demselben Stock zwei sehr
verschiedene Triebe hervor. Zuerst erscheinen fruchtbare, hellbraune,
astlose Sprosse ohne Blattgrün, die an ihren Enden Sporangien tragen.
Nach einiger Zeit verwelken diese und es treiben grüne, stark verzweigte,
unfruchtbare Sprosse aus.
|
|
Sammelzeit:
Juni – August (Jüngere Pflanzen sollten den älteren vorgezogen werden,
sie haben einen weitaus höheren Gehalt an Kieselsäure.)
|
| |
|
Heilwirkung & Einsatzbereiche
|
|
|

|
Heilwirkende
Bestandteile und Inhaltsstoffe: Schachtelhalmkraut (Equiseti herba),
Flavonoide, Kieselsäure
|
|
Heilend,
fördernd und kräftigend für: Entgiftung,
Ausschwemmung, Blutreinigung, Entschlackung, Blase, Harnleiter, unreine
Haut, Hautirritationen, Pflege der Haut, Nieren, Wundheilung
|
|
Innerlich
als Tee: Zur Durchspülung bei bakteriellen und entzündlichen
Erkrankungen der ableitenden Harnwege, Blasenentzündung und bei Nierengrieß. Bei Schwellungen nach einer Verletzung
(Ödemen). Zur Erhöhung
des Harnflusses bei Nieren- und Blasenkatarrhen, bei starken
Menstruationsblutungen, zur Blutstillung und bei Nasenbluten, Lungen- und Magenblutungen. |
Äußerliche
Anwendung als Umschläge, Vollbad
bei Hautjucken
und Ekzemen, als Badezusatz bei
Unterleibsleiden der Frau sowie bei rheumatischen
Erkrankungen, Gicht und Geschwüren, Schwellungen, Knochenbrüchen und bei
Frostschäden. |
| |
|
|
Rezepturen & Produkte
|
|
|

|
Teeaufguss:
2
Teelöffel voll (ca. 2 g) Schachtelhalmkraut werden mit siedendem Wasser
(ca. 150 ml) übergossen und nach etwa zehn bis 15 Minuten gegebenenfalls
durch ein Teesieb gegeben. |
|
Für die Bereitung
von Umschlägen werden
zehn Gramm Schachtelhalmkraut
auf 1 Liter Wasser eingesetzt. |
|
Für
Kompressen:
Drei Esslöffel kleingeschnittenes Zinnkraut weichen Sie in einem Liter Wasser über
Nacht ein. Am nächsten Tag bringen Sie den Tee zum Kochen. Nach drei Minuten
nehmen Sie ihn vom Herd, lassen ihn noch zehn Minuten ziehen und seihen
ab. |
|
Gesichtswasser:
Sie
übergießen zwei Handvoll getrocknetes Zinnkraut mit zwei Litern kochendem
Wasser und lassen den Sud eine Viertelstunde ziehen. |
|
Ein Dampfbad
mit einem Zinnkrautaufguss aus einer Handvoll
Zinnkraut mit einem Viertelliter kochendem Wasser hilft bei unreiner und großporiger Haut.
Wenn
Sie am ganzen Körper Probleme mit fettiger oder unreiner Haut haben,
geben Sie drei Handvoll Schachtelhalm in einen Strumpf und hängen diesen
ins Badewasser für ein Vollbad.
|
| |
|
|
| In
der Tierheilkunde |
|
|
Die Naturheilkunde eignet sich insbesondere zur
unterstützenden Therapie, um Schmerzen zu lindern oder den Gesamtzustand eines Tieres zu verbessern. Der
Ackerschachtelhalm kann auch bei Tieren bei äußerlicher Anwendung die Wundheilung
unterstützen.
Zur Behandlung von Abszessen und entzündlichen Hauterkrankungen werden Umschläge mit einem Absud aus Ackerschachtelhalm angewendet.
Der
Ackerschachtelhalm gilt für Pferde, Esel und Kühe im Rohzustand als unverträglich. Ackerschachtelhalm-Kraut wird von Futtermittelherstellern jedoch auch als Zusatzfuttermittel
für Pferde angeboten.
Zur unterstützenden Therapie bei Gicht, rheumatischen Beschwerden, Ekzemen oder zur
Förderung der Blutreinigung kann ein Aufguss aus Brennnessel und Ackerschachtelhalmkraut dem Futter beigemischt werden.
Allgemeine Empfehlung |
| |
|
|
| In
alten Büchern gestöbert |
|
|
Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893 |
|
Hérba equiséti.
Schachtelhalm.
Equisétum hiemále und E. arvénse. Equisetacéae.
Europa. Stengel 50–70 cm lang, einfach, mit Rillen versehen, graugrün; an den Knoten mit schwarz geränderten und gezahnten Scheiden, rauh durch an der
Oberfläche ausgeschiedene Kieselsäurekrystalle. Bestandtheile. Kieselsäure bis zu 12%.
Anwendung. Früher als harntreibendes Mittel; jetzt nur zum Schleifen und Poliren des Holzes. |
|
|
|
Meyers Konversations-Lexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 5. Band: Seite 716 |
|
Equisetum
L. (Schachtelhalm, Schafthalm), kryptogame Pflanzengattung, die einzige in der gegenwärtigen Flora noch erhaltene aus der Klasse der Equisetaceen, fast über die ganze Erde verbreitet, zählt 25 Arten, welche alle auf feuchtem Boden, im Schlamm oder im Wasser wachsen. Von diesen kommen auf Europa 12 Arten, die mit Ausnahme einer einzigen auch in Amerika sich finden, welches 20 Arten besitzt; auf Asien kommen 14, auf Afrika 3 Arten, das Festland Australien hat gar keine. Equisetum arvense L. (Ackerschachtelhalm, Kannen- oder Zinnkraut, Scheuerkraut, Katzenwedel, Duwock), mit zweierlei Stengeln, nämlich einfachen, blaß rötlichgelben, chlorophylllosen, mit trockenhäutigen, lanzettförmig gezahnten, schlaffen Scheiden bekleideten, welche den Fruchtstand tragen und im Frühling erscheinen, und grünen, 15–30 cm hohen, unfruchtbaren Stengeln mit einfachen, vierkantigen, scharfen Ästen, welche im Sommer sich bilden, ist gemein auf feuchten, sandigen und lehmigen Äckern, Ackerrändern und Triften durch ganz Europa, Asien, Nordamerika und Nordafrika.
|
| |
|
|
|
Weiterführende
Informationen
Kräuterbuch anno 1625
Quellen |
|
|
|
| |
Durchsuchen Sie unsere Website mit google
Kleines Fachlexikon
Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen
und Verarbeitung
|