Zeckbeere

Heilpflanzen Gesundheit Pflegerezepturen Einfluss des Mondes Kräuter-Garten

Heidelbeere

auch: Blaubeere, Schwarzbeere, Wildbeere, Waldbeere, Bickbeere, Zeckbeere, Moosbeere

Familie:

Heidekrautgweächse (Ericaceae)

whortleberry, blue berry, billberry (engl.)

 

Lt: Vaccinium myrtillus

Kleine Pflanzenkunde

Heidelbeere

 

 

Merkmale: 

  • Bis 50 cm hoher, stark verzweigter Zwergstrauch mit weitkriechender Grundachse

  • Laubblätter rundlich-eiförmig, sommergrün

  • Blüten grünlich, krugförmig,  blattachselständig

  • Verbreitung: Eurasien und Nordamerika auf frischen bis feuchten, humusreichen Böden

Die Heidelbeere ist selbst ein wichtiger Humusbildner. Doch wie alle Erikazeen verschlechtert auch sie durch Rohhumusbildung den Boden, versäuert ihn und fördert die Ortsteinbildung. Wegen ihrer weithin kriechenden unterirdischen Ausläufer ist sie als Unterwuchs besonders dort von Wert, wo die Bodenbefestigung gering ist. (Madaus 1938)

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Heidelbeere  

Wirksame Teile: Myrtilli fructus (Heidelbeeren) 

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Proanthocyanidine, Gylykoside, Flavonolglykoside

Eigenschaften: adstringierend

Anwendung: Durchfallerkrankungen, leichte Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut

  

In der Tierheilkunde

Getrocknete Heidelbeeren sind ein gutes Mittel gegen Durchfall bei Tieren.

  

In alten Büchern gestöbert

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Fructus (Baccae) myrtillórum. Bickbeeren, Heidelbeeren, Besinge, Blaubeeren.
Vaccínium myrtillus. Vaccinéae. Mitteleuropa.
Die bekannten, getrockneten Beeren des Heidelbeerstrauches. Sie enthalten neben Zucker Weinsäure, Aepfelsäure, Gerbstoff und einen rothen Farbstoff. Werden hier und da als Volksarznei gegen Durchfall benutzt. Der Saft der frischen Heidelbeeren wird vielfach zum Färben des rothen Weines angewandt. Diese Verfälschung lässt sich daran erkennen, dass der rothe Farbstoff durch Alkalien in grün verwandelt wird. Neuerdings bereitet man durch Gährung der Beeren einen eigenen Wein, Vinum myrtilli (s. Buchheisters Praxis II, Vorschriftenbuch), dem seines grossen Gerbsäuregehaltes halber in vielen Fällen günstige Heilwirkungen zugeschrieben werden.

 

Merck´s Warenlexikon, 1884, Seite 21.197

Heidelbeeren (Blaubeeren, Schwarzbeeren, baccae Myrtillorum oder fructus Myrtilli, frz. la myrtille, le raisin des bois; engl. Bilberry). Diese bekannte kleine Waldfrucht, von dem in höher gelegenen Wäldern häufig wachsenden kleinen Strauch Vaccinium Myrtillus, bildet nicht nur im frischen Zustande einen Gegenstand des Handels, sondern ist auch getrocknet ein Artikel des Drogenhandels, der seine Chancen hat und bei nicht seltenen Mißernten, veranlaßt durch die Zerstörung der Blüte durch Spätfröste, teuer genug werden kann.
Die Beere enthält neben Zucker und Gummi einen purpurroten Farbstoff, Äpfelsäure und Citronensäure und schmeckt bekanntlich angenehm süßsäuerlich und etwas zusammenziehend. Getrocknet ist sie schwarz, runzlig, kleinen Rosinen ähnlich, übrigens an Gehalt und Wirkung unverändert. Die Frucht hat sowohl medizinisch-diätetische wie technische Verwendung. Die getrockneten Beeren bilden in Abkochung ein Volksheilmittel gegen Diarrhöen und im gleichen Sinne verwendet man sie in Frankreich, Rußland, Rumänien und der Levante namentlich für den Armeebedarf.
Alle diese Länder beziehen die Beeren aus Deutschland. Namentlich das Erzgebirge, Fichtelgebirge, der Thüringerwald und der Harz liefern jährlich bedeutende Mengen dieser Beeren, die in großen Körben versendet werden. Der Saft oder Absud gibt mit Alaun eine gute violette Farbe, verhält sich überhaupt in der Färberei dem Blauholz ähnlich, hat aber in dieser Richtung nicht viel Verwendung. Häufig dagegen soll er in Frankreich und anderwärts gebraucht werden zum Nachfärben blaßroter Weine, zum Färben von Likören, nachgemachtem Burgunderessig u. dgl. Hierin mag er neuerdings durch die jetzt vielgebrauchten Blüten der schwarzen Malve großenteils verdrängt sein, wogegen er als Zumischung zu Kirschsaft fortwährend dient. Der ausgepreßte Heidelbeersaft ist ebenfalls ein Handelsartikel, der wohl in allen Gegenden bereitet wird, wo die Beere häufig vorkommt.

 

Weiterführende Informationen

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

E-Monographie

Quellen

 

Yerbabaum ] Ysop ] Zaubernuss ] Zauke ] Zaundorn ] Zaunkleber ] Zaunrose ] [ Zeckbeere ] Zehrgras ] Zehrwurz ] Zeitrose ] Zichorie ] Ziegenhorn ] Ziegenraute ] Zinnkraut ] Zitronenmelisse ] Zitronenstrauch ] Zitronenverbena ] Zitwer ] Zottenblume ] Zottige Hanfnessel ] Zwergholunder ] Zwischenlinde ]

 

Durchsuchen Sie unsere Website mit google



 

 

 

Kleines Fachlexikon

Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen und Verarbeitung


Home Kontakt Impressum Literatur Downloads

© TerraLuna - Kräuterland 2008 - 2011