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Rainfarn
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auch: Wurmkraut
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Familie:
Korbblütler
(Asteraceae)
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Tansy, bitter buttons, hindheal, ginger plant
(engl.)
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Lt:
Tanacetum vulgare
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Kleine Pflanzenkunde
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Aus einer spindelförmigen bis dickwalzlichen Wurzel treten einfache 40-160 cm lange Stengel hervor. Die dicht stengelständigen Blätter sind einfach bis doppelt-fiederschnittig und zwischen den Fiedern mit zahnförmigen, drüsig punktierten Läppchen versehen. Die ebenso mit Drüsen versehenen goldgelben Blütenkörbchen sind zu einem dicht zusammengedrückten Ebenstrauß vereinigt. Den Körbchen fehlen die Strahlblüten. Der Rainfarn tritt mit Vorliebe im Bereiche der größeren Flußtäler auf und macht sich gern als Apophyt in Ruderalgesellschaften ansässig. Sonst lebt er gesellig in Auenwäldern, auf Schutt und an Straßen- und Wegrändern, vorzugsweise auf Sand-, Lehm- und Tonböden, selten auf Kalk.
(Madaus 1938)
Blütezeit/Sammelzeit: Juli bis
September
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Heilwirkung & Einsatzbereiche
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Nach
Angaben von Madaus (1938): Eine günstige Wirkung wird bei Erkrankungen des Gastrointestinaltraktus beobachtet. So gibt man den Rainfarn als Stomachikum, bei Appetitlosigkeit, Meteorismus, Obstipation, Verdauungsstörungen, in sehr kleinen (homöopathischen) Dosen auch bei schweren Entzündungen der Gastrointestinalorgane (Jerzembek nennt u. a. als Indikationen: Heftige Entzündungen der Verdauungsorgane mit Hirnreiz und Bewußtlosigkeit und stark erweiterten Pupillen), Magenkrämpfen, lange anhaltenden Koliken und blutigen Diarrhöen.
Recht erfolgreich wendet man es schließlich bei Fußschmerzen, insbesondere Plattfußbeschwerden (in diesem Falle auch äußerlich im Teeaufguß zu heißen Unterschenkelbädern, eigene Beobachtung) und Gelenkschmerzen. Beliebt sind auch Einreibungen mit dem Öl bei Gichtund Rheuma und Umschläge bei Verrenkungen, Quetschungen und Wunden.
Die hl. Hildegard führt den Rainfarn als Heilmittel bei Nasenkatarrh und Amenorrhöe an.
Bei Paracelsus dienten die Rainfarnsamen als Badezusatz bei Nierengrieß.
Als wurm-, stein- und schweißtreibendes, fieberwidriges und emmenagoges Mittel finden Blüten, Samen und Kraut bei Lonicerus Verwendung. Hufeland und seine Mitarbeiter wandten es als Anthelmintikum an.
Dinand nennt Tanacetum als Antispasmodikum und Stomachikum gegen Magenkrämpfe, Kolik, Gicht, Wechselfieber, Schwindelanfälle, Hysterie, Würmer und Dysmenorrhöe. Äußerlich wird das Öl zu Einreibungen bei Gicht und Rheumatismus gebraucht.
Neben der Hauptverwendung gegen Würmer nennt Bohn noch Bleichsuchtsbeschwerden, Blähungen und Periodenstockungen als Indikationen. Die Samen sollen am kräftigsten wirken.
Auch die Homöopathie kennt es als Antispasmodikum, das besonders bei Chorea, Epilepsie und Uteruskrämpfen Anwendung findet.
Kommission-E (Phytotherapie), Bundesanzeiger
1988: Wirksamkeit nicht (ausreichend) belegt; Risiken vorhanden
Hinweis: Beachten Sie auch die Anmerkungen im Verzeichnis »Giftpflanzen«. |
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In der Tierheilkunde
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Rainfarnkraut hält Flöhe und anderes Ungeziefer fern. Es eignet sich als Eintreuzugabe, z.B. im Hühnerstall, aber auch als Einlage im
Hundekorb.
Rainfarn
(Tanacetum vulgare) gilt für Rinder und Katzen als unverträglich bzw. wird für diese Tiere als Giftpflanze deklariert.
Bei Verdacht auf Vergiftung sollte das betroffene Tier sofort ärztlicher Behandlung unterzogen werden.
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In alten
Büchern gestöbert
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Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893
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Flores tanacéti.
Rainfarnblüthen.
Tanacétum vulgáre. Compósitae. Europa, Asien.
Gelbe, halbkugelige Blüthenköpfe, ohne hervorragende Randblüthen. Geruch gewürzhaft, kampherartig; Geschmack gleichfalls und bitter.
Bestandtheile. Tanacetin (ein dem Santonin ähnlich wirkender Bitterstoff), äth. Oel 0,3–0,4 %.
Anwendung. Hier und da als Mittel gegen Eingeweidewürmer.
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Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts,
Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892, Blatt 15.507
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Rainfarn,
Tanacetum vulgare; Tanacetum L., Gattung aus der Familie der Kompositen, der Gattung Chrysanthemum sehr
nahe stehend und auch mit dieser vereinigt. Tanacetum vulgare L. (Rainfarn), ausdauernd, bis
1,25 m hoch, mit fiederteiligen Blättern, länglich-lanzettlichen, eingeschnittenen
Abschnitten, doldenrispig gehäuften, kleinen, gelben Blütenköpfchen, nicht strahlenden
Randblüten und mit Harzdrüsen besetzten Achenen mit kurzem Kelchsaum. Wächst an Wegen und
Rainen in Europa. Alle Teile, besonders die Blüten, riechen beim Zerreiben stark
aromatisch, kampferartig, schmecken gewürzig bitter und enthalten ein gelbes ätherisches Öl,
welches als Wurmmittel verwendbar ist.
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Merck´s Warenlexikon, 1884, Seite 21.450
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Rainfarn(Wurm- oder Wanzenkraut, lat. Tanacetum vulgare; frz. tanaisie; engl. tansy); eine
zur Familie der Kompositen gehörige, bei uns an Rainen, Wegrändern und Flußufern nicht
seltene, auffällige Pflanze, die aus der ausdauernden Wurzel 1–1½ m hohe Stengel treibt mit
doppelt fiederteiligen, drüsig getüpfelten Blättern und gipfelständigen, schirmförmigen
Blütenständen, deren einzelne Blütenköpfchen goldgelb, halbkugelig und ohne Strahlblümchen
sind.
Blätter und Blüten, namentlich die letzteren, riechen stark gewürzhaft, kampferartig und
schmecken bitter. Es werden entweder die vollkommen ausgebildeten Blüten oder diese und das
Kraut gleich gesammelt und getrocknet; diese dienten früher teils in Pulverform, teils in
Abkochung als Wurmmittel, sowie das mit Wasser abdestillierte ätherische Öl der Pflanze,
welches gelblich oder grünlich von Farbe, sehr flüchtig ist und durchdringend kampferartig
riecht und ebenso, aber dabei bitter, scharf und brennend schmeckt.
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Weiterführende
Informationen
Charakteristik und Beschreibung (engl.)
Quellen |
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