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Rosskastanie
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auch:
Gemeine Rosskastanie, Kestenbaum, Weiße Rosskastanie, Pferdekastanie, Wilde Kastanie
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Familie:
Rosskastaniengewächse
(Hippocastanaceae)
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Horse Chestnut
(engl.)
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Kleine Pflanzenkunde
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Die Rosskastanie stammt
ursprünglich aus der Balkanregion und wurde bereits schätzungsweise ab dem
15. Jahrhundert in Europa verbreitet und kultiviert. Die Rosskastanie
zählt zur Familie der Rosskastaniengewächse - es besteht
Verwechslungsgefahr mit der Esskastanie, die
jedoch zur Familie der Buchengewächse gehört. |
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Die Rosskastanie
wird bis zu 30 Meter hoch und bildet eine ansehnlich dichte Krone. Die Blätter
stehen gegenständig auf langen Stielen, sind fünf- bis siebenzählig
gefingert und am Rand gesägt. Im oberen Drittel sind die Blätter sehr
breit und werden zum Grund hin eher schmal und keilförmig. Die Rosskastanienblüten
sind weiß und meist gelb- oder rosagefleckt und stehen in dichten
Rispen. |
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Die
kugelige Rosskastanien-Frucht ist hellgrün, weichstachelig und enthält
zwei bis drei braunen Samen (Kastanien) - typisch glänzend und mit einem großen
gelblichen "Nabelfleck". Kastanien haben einen sehr bitteren Geschmack. |
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Blütezeit: April
bis Mai, Sammelzeit: September bis Oktober |
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Heilwirkung & Einsatzbereiche
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Heilend, fördernd und kräftigend für:
Unterschenkel, Venen, Gelenke |
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Anwendung bei: Veneninsuffizienz
(Krampfaderbeschwerden), Müdigkeits-, Schwere- und Spannungsgefühl in
den Beinen, Schmerzen und Schwellungen in den Beinen, nächtlichen Wadenkrämpfen,
Hautflechten, Hämorrhoiden, Venenentzündung, zur allgemeinen Stärkung des venösen
Durchflusses, Ödemen, Hämatomen, Verstauchungen |
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Eigenschaften:
venenstärkend (venentonisierend), entzündungshemmend (antiphlogistisch),
ödemausschwemmend (antiödematös), ödemprotektiv, wassertreibend, entschlackend |
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Wirksame Teile:
Rosskastaniensamen (Hippocastani semen), Rosskastanienblätter (Hippocastani folium) |
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Inhaltsstoffe:
Aescin (Saponingemisch), Cumarine, Flavonoide, Gerbstoffe |
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Die
Anwendung erfolgt innerlich und äußerlich in Form von Fertigpräparaten.
Die Inhaltstoffe der Rosskastanie erhöhen nachweislich die Gefäßspannung und
die Dichtigkeit der Kapillargefäße.
Kommission-E (Phytotherapie), Bundesanzeiger
1993: Wirksamkeit nicht (ausreichend) belegt; keine Risiken; sog. Nullmonographie
/ Hinweis: Beachten Sie auch die Anmerkungen im Verzeichnis »Giftpflanzen«. |
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In
der Tierheilkunde
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Rosskastanienschrot
ist Bestandteil einiger Futtermittel. Das Schrot enthält Saponine - denen
u. a. stärkende, entzündungshemmende, harntreibende, schleimtreibende/schleimlösende und hormonstimulierende Eigenschaften
zugeschrieben werden. Außerdem unterstützen Saponine die Aufnahme anderer
Inhaltsstoffe aus dem Darm und binden andererseits Cholesterin.
Hinweis:
Rosskastanie gilt bei innerer Anwendung unverträglich für Pferde, Esel, Hunde,
Katzen und Kaninchen.
Die Rosskastanie enthält
außerdem Aescin, das Schmerzen und Schwellungen der Gliedmaßen
angewendet wird. Aescin dichtet die geschädigten Blutgefäßwände ab, so dass weniger Flüssigkeit aus den Venen ins Gewebe übertritt und damit wird die Wasseransammlungen in den
Gliedmaßen verringert werden. Rosskastanien-Extrakt wirkt venenstärkend und entzündungshemmend
und wird in der traditionellen Tierheilkunde äußerlich eingesetzt.
Allgemeine Empfehlung |
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In
alten Büchern gestöbert
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Dr. Med. Gerhard Madaus, Lehrbuch der
Biologischen Heilmittel, 1938 |
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Matthiolus weiß von der Roßkastanie nur zu berichten, daß ihre Früchte "den keichenden Rossen sehr behülfflich"
seien. Die Kastanienrinde wurde nach v. Haller in der Armenpraxis als Ersatz der Chinarinde gegen "kalte Fieber", außerdem als Schnupftabak zur Stärkung der Augen und gegen Lidzucken verwandt.
Auch Hufeland rühmt die Rinde, noch mehr aber die Früchte, als "selbst die China übertreffendes Mittel" bei asthenischen Hämorrhagien, insbesondere des Uterus und der Hämorrhoiden, bei chronischen Diarrhöen, Fluor albus, bei Schleimhusten und pituitöser
Phthisis. Hecker stellt die Kastanienrinde hinsichtlich ihrer Wirkung bei Wechselfieber neben die Weidenrinde.
Stephenson und Churchill halten dagegen noch eine Nachprüfung der Wirkung gegen Intermittens für nötig, außerdem empfehlen sie das Dekokt der Rinde zu Waschungen bei Gangrän.
Als Schnupfmittel bei Migräne wird Kastanienpulver von Osiander aufgeführt.
Clarus verordnet die Rinde als Adstringens.Das ätherische Öl aus den Früchten rühmten Genevoin und Masson als Topikum bei Gicht und Rheumatismus. De Vevey stellte fest, daß die Roßkastanie bei der Behandlung von Hämorrhoiden und Krampfadern gute Wirkung entfalte. Durch eine spezifische Wirkung auf die Gefäßwandungen komme es zur Schrumpfung der Knoten. Er führt diese Wirkung auf das anästhesierend wirkende saponinartige Argyrin zurück. Er sah mit Aesculus auch günstige Resultate bei der Hämoptyse, die von Tracheavarizen herrührte oder von der passiven Kongestion mit Milzstauung. Diese Wirkung könnte nach ihm ebenso durch eine Beeinflussung der Gefäßwandungen wie auch durch einen hämolysierenden Saponineffekt bedingt sein, welcher die Viskosität des venösen Blutes herabsetzte und den Kreislauf erleichterte.
Leclerc sah auch bei Prostatahypertrophie gute Wirkung.
In neuerer Zeit hat sich Bohn mit den Heilkräften der Kastanie befaßt, der sie als ein Heilmittel bei katarrhalischer Veranlagung bezeichnet.
Die Volksmedizin bedient sich der Roßkastanien gegen Hämorrhoidal- und Uterusblutungen, chronischen Darmkatarrh und chronische Bronchitis, sowie gegen Rheumatismus. In der lettischen Volksmedizin werden getrocknete Kastanienblüten mit Spiritus extrahiert gegen Knochenschmerzen gebraucht
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Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte
Auflage, 1885-1892; 13. Band: Seite 982 |
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Roßkastanienbaum (Aesculus L.), Gattung aus der Familie der Sapindaceen, Bäume mit gegenständigen, langgestielten, gefingerten
Blättern, ansehnlichen, meist zwei- und dreifarbigen Blüten in aufrechten, straußähnlichen Rispen, klappig aufspringenden,
lederartigen, stachligen oder glatten Kapseln und großen, rundlichen Samen mit ausgebreitetem Nabelfleck. Etwa 14 Arten im gemäßigten
Nordamerika, in Mexiko, Neugranada, Persien, dem Himalaja und Hinterindien.
Der echte Roßkastanienbaum (A. Hippocastanum L.), ein schöner, ziemlich rasch wachsender, 19–25 m hoher Baum mit fünf- bis
siebenzählig gefingerten Blättern und weißen, rot und gelb gefleckten Blüten, heimisch in den Hochgebirgen von Nordgriechenland,
Thessalien und Epirus, kam 1557 durch Busbeq [richtig: Busbecq] nach Konstantinopel und 1576 durch Ungnad nach Wien. 1565 beschrieb
ihn Matthiolus als Castanea equina und bildete einen Fruchtzweig ab. Erst um 1616 gelangte der Baum von Konstantinopel nach
Frankreich, von wo er sich dann über ganz Europa verbreitete.
Man kultiviert ihn bei uns namentlich als Alleebaum; er liefert ein wenig geschätztes Holz, die Samen werden von Schafen, Schweinen,
Pferden und vom Rindvieh gefressen, auch auf Stärkemehl, zu Wasch- und Schnupfmitteln verarbeitet. Die als Fiebermittel, auch zum
Gerben empfohlene Rinde enthält außer Gerbstoff Äsculin (Schillerstoff) C30H34O19
[korr.: C30H34O16], welches farb- und geruchlose Nadeln bildet, schwach bitter schmeckt, in Wasser und Alkohol, wenig in Äther löslich ist und auch noch in sehr schwacher Lösung stark
fluoresziert. |
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Weiterführende
Informationen
E-Monographie
Kräuterbuch anno 1625
Charakteristik und Beschreibung (engl.)
Quellen |
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Kleines Fachlexikon
Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen
und Verarbeitung
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