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Mehr als 8000 Weinreben-Sorten sind beschrieben worden,
jedoch nur etwa 15 Prozent davon werden heute noch kultiviert. Der Anbau
erfolgt heute vordergründig wegen der Weintrauben (Früchte). Seit dem Altertum
werden dem Wein heilsame Wirkungen zugeschrieben. Hauptanbaugebiete sind
die gemäßigten Zonen der nördlichen Hemisphäre, die südlichen Regionen von
Zentralasien sowie die gemäßigten Zonen
Südafrikas, selbstverständlich auch Kalifornien, Mexiko, Argentinien, Chile,
Australien und Neuseeland. Die Weinrebe ist ein ausdauernder, kletternder Strauch
und erreicht Wuchshöhen von bis zu 30 Metern. Der Stamm kann einen Umfang bis zu
eineinhalb Metern erreichen. Die kultivierten Sorten, im kommerziellen
Anbau, werden meist auf auf ein bis zwei Meter zurückgeschnitten. Die
Borke ist oftmals streifenförmig - die Zweige sind braunrot bis braungelb
und durch sichtbare Knoten gegliedert. Die Pflanze hat dünne, kreisförmig
ovale, drei- bis fünflappige Blätter, die am Blattgrund fast herzförmig
sind. Die Blüten stehen in zusammengesetzten, dichten Rispen - mit gelbgrünen
Kronblättern. Die Früchte (Trauben) länglich bis kugelig und je nach
Sorte dunkelblau, violett, rot, grün oder gelb und enthalten je drei bis
vier Samen. Die Wurzel der Weinrebe ist sehr tiefgreifend und stark verästelt. |
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Der echte Weinstock (V. vinifera L.), ein Strauch mit ästiger, starker, holziger, tief in die Erde eindringender Wurzel, holzigem, an andern Bäumen bis 10 und mehr Meter Höhe aufklimmendem oder
flach niedergestrecktem, oft sehr dickem (1,7 m Umfang) Stamm mit graubräunlicher, abblätternder, faserig zerrissener Borke und zähem, biegsamem, porösem
Holz. Die Zweige entwickeln sich als Langtriebe (Lotten) und Kurztriebe (Geizen). Erstere tragen nach zwei grundständigen Niederblättern bis gegen 40
zweizeilig abwechselnde, je einen Kurztrieb in der Achsel produzierende Laubblätter, so daß die untern Blätter keine Ranken gegenüber haben, dann aber je
zwei rankentragende Knoten (oder statt der untern Ranken Blütenstände) mit einem rankenlosen wechseln. Die Blätter sind lang gestielt, rundlich herzförmig,
buchtig fünf-, selten dreilappig, ungleich) und grob gesägt, unterhalb weichhaarig, wollig oder
filzig, im Alter meist kahl, die Ranken gewöhnlich einmal gegabelt, die Blütenrispe aufrecht, die Blüten klein, gelblichgrün, wohlriechend, die Beeren
kugelrund oder oval, bereift, grün, gelblich, rot bis schwarzblau, ein- bis viersamig, zuweilen samenlos (var. apyrena). Wahrscheinlich gibt es von jeder
Rebenart männliche, weibliche, zwitterige und solche mit zwitterigen und männlichen Blüten. Wirklich beobachtet wurden diese vier Formen aber nur bei Vitis
vinifera, von der die Kultursorten weiblich oder zwitterig und nur ausnahmsweise einzelne Stücke männlich sind.
Die Fortpflanzung des Weinstocks geschieht durch Augen, Schnittlinge von ein-, seltener zweijährigem Holz, Ableger, krautartige Stecklinge und Pfropfen.
Auf dem Stamm des Weinstocks steht die Rebe, und diese trägt die Rute, den diesjährigen fruchtbaren Trieb. Aus älterm Holz sich entwickelnde Wasserschosse
sind in der Regel unfruchtbar. Die Rute besitzt in Abständen von 10–15 cm Knoten, und an dem untern Teil jedes Knotens sitzt ein Blatt mit gewöhnlich zwei
Augen im Blattwinkel. Von diesen Augen treibt eins noch im Sommer aus, während das andre im nächsten Jahr die Tragrute mit 2–5 Trauben liefert. Der Geiz
stärkt das schlafende Auge, wird er ausgebrochen, so treibt das schlafende Auge aus, und es bildet sich ein drittes Auge, welches aber nicht hinreichend
erstarkt, um im nächsten Jahr eine fruchtbare Tragrute zu liefern. Dem Blatt gegenüber sitzt eine Ranke oder eine Traube. Die junge Rute beginnt mit 2–5
leeren oder nur mit schwachen Ranken besetzten Knoten, bringt dann eine oder zwei Trauben, darauf einen leeren Knoten und vielleicht noch zwei Trauben. |