Weinrebe

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Weinrebe

 

Familie: Weinrebengewächse 

(Vitaceae)

Grape (engl.)

 

Lt: Vitis vinifera

Kleine Pflanzenkunde

Weinrebe

 

 

 

Weinrebe

  

Mehr als 8000 Weinreben-Sorten sind beschrieben worden, jedoch nur etwa 15 Prozent davon werden heute noch kultiviert. Der Anbau erfolgt heute vordergründig wegen der Weintrauben (Früchte). Seit dem Altertum werden dem Wein heilsame Wirkungen zugeschrieben. Hauptanbaugebiete sind die gemäßigten Zonen der nördlichen Hemisphäre, die südlichen Regionen von Zentralasien sowie die gemäßigten Zonen Südafrikas, selbstverständlich auch Kalifornien, Mexiko, Argentinien, Chile, Australien und Neuseeland. Die Weinrebe ist ein ausdauernder, kletternder Strauch und erreicht Wuchshöhen von bis zu 30 Metern. Der Stamm kann einen Umfang bis zu eineinhalb Metern erreichen. Die kultivierten Sorten, im kommerziellen Anbau, werden meist auf auf ein bis zwei Meter zurückgeschnitten. Die Borke ist oftmals streifenförmig - die Zweige sind braunrot bis braungelb und durch sichtbare Knoten gegliedert. Die Pflanze hat dünne, kreisförmig ovale, drei- bis fünflappige Blätter, die am Blattgrund fast herzförmig sind. Die Blüten stehen in zusammengesetzten, dichten Rispen - mit gelbgrünen Kronblättern. Die Früchte (Trauben) länglich bis kugelig und je nach Sorte dunkelblau, violett, rot, grün oder gelb und enthalten je drei bis vier Samen. Die Wurzel der Weinrebe ist sehr  tiefgreifend und stark verästelt.

Blütezeit: Frühsommer, Sammelzeit: Herbst

In der Roten Liste der Pflanzenarten - nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte Art(en) [Stand 2007]: Vitis vinifera L. ssp. (Wilde Weinrebe)

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Weinrebe

Heilend, fördernd und kräftigend für: Venen, Unterschenkel, Durchblutung, Haut/Gewebe

Anwendung bei: Krampfaderbeschwerden (Venöse Insuffizienz), Venenleiden (Variokosis), rheumatischen Beschwerden, rissiger Haut, Ekzemen

Eigenschaften: entzündungshemmend (antiphlogistisch), ödemausschwemmend (antiödematös), kapillarabdichtend

Wirksame Teile: Weinblätter (Vitis viniferae folium)

Inhaltsstoffe: Flavonoide

  

Die Anwendung mit Weinlaub erfolgt innerlich und äußerlich als Fertigarzneimittel.

 

   

In der Tierheilkunde

Die Naturheilkunde eignet sich insbesondere zur unterstützenden Therapie, um Schmerzen zu lindern oder den Gesamtzustand eines Tieres zu verbessern. Ein Großteil der Pflanzen, die in der Humanmedizin gebraucht werden, sind auch geeignet zur Behandlung von Tieren. So können äußerliche Anwendungen mit Weinlaub auch bei Tieren entzündungshemmend, ödemausschwemmend und  kapillarabdichtend wirken. (Allgemeine Empfehlung)

Viele Hunde naschen gern Weintrauben - wahrscheinlich aufgrund des süßen Geschmacks. Weintrauben (Vitis vinifera ssp. sativa) gelten für Hunde jedoch als höchst unverträglich.

 

   

In alten Büchern gestöbert

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 16. Band: Seite 502-503

Der echte Weinstock (V. vinifera L.), ein Strauch mit ästiger, starker, holziger, tief in die Erde eindringender Wurzel, holzigem, an andern Bäumen bis 10 und mehr Meter Höhe aufklimmendem oder flach niedergestrecktem, oft sehr dickem (1,7 m Umfang) Stamm mit graubräunlicher, abblätternder, faserig zerrissener Borke und zähem, biegsamem, porösem Holz. Die Zweige entwickeln sich als Langtriebe (Lotten) und Kurztriebe (Geizen). Erstere tragen nach zwei grundständigen Niederblättern bis gegen 40 zweizeilig abwechselnde, je einen Kurztrieb in der Achsel produzierende Laubblätter, so daß die untern Blätter keine Ranken gegenüber haben, dann aber je zwei rankentragende Knoten (oder statt der untern Ranken Blütenstände) mit einem rankenlosen wechseln. Die Blätter sind lang gestielt, rundlich herzförmig, buchtig fünf-, selten dreilappig, ungleich) und grob gesägt, unterhalb weichhaarig, wollig oder filzig, im Alter meist kahl, die Ranken gewöhnlich einmal gegabelt, die Blütenrispe aufrecht, die Blüten klein, gelblichgrün, wohlriechend, die Beeren kugelrund oder oval, bereift, grün, gelblich, rot bis schwarzblau, ein- bis viersamig, zuweilen samenlos (var. apyrena). Wahrscheinlich gibt es von jeder Rebenart männliche, weibliche, zwitterige und solche mit zwitterigen und männlichen Blüten. Wirklich beobachtet wurden diese vier Formen aber nur bei Vitis vinifera, von der die Kultursorten weiblich oder zwitterig und nur ausnahmsweise einzelne Stücke männlich sind. 

Die Fortpflanzung des Weinstocks geschieht durch Augen, Schnittlinge von ein-, seltener zweijährigem Holz, Ableger, krautartige Stecklinge und Pfropfen.

Auf dem Stamm des Weinstocks steht die Rebe, und diese trägt die Rute, den diesjährigen fruchtbaren Trieb. Aus älterm Holz sich entwickelnde Wasserschosse sind in der Regel unfruchtbar. Die Rute besitzt in Abständen von 10–15 cm Knoten, und an dem untern Teil jedes Knotens sitzt ein Blatt mit gewöhnlich zwei Augen im Blattwinkel. Von diesen Augen treibt eins noch im Sommer aus, während das andre im nächsten Jahr die Tragrute mit 2–5 Trauben liefert. Der Geiz stärkt das schlafende Auge, wird er ausgebrochen, so treibt das schlafende Auge aus, und es bildet sich ein drittes Auge, welches aber nicht hinreichend erstarkt, um im nächsten Jahr eine fruchtbare Tragrute zu liefern. Dem Blatt gegenüber sitzt eine Ranke oder eine Traube. Die junge Rute beginnt mit 2–5 leeren oder nur mit schwachen Ranken besetzten Knoten, bringt dann eine oder zwei Trauben, darauf einen leeren Knoten und vielleicht noch zwei Trauben.

 

   

Weiterführende Informationen

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Wacholder ] Waldbeere ] Walderdbeere ] Wald-Kiefer ] Waldknoblauch ] Waldkraut ] Waldleberkraut ] Waldmeister ] Waldrettich ] Waldröschen ] Wallwurz ] Walnuss ] Wanzenbeere ] Wanzenkraut ] Warzenkraut ] Wasserklee ] Wasserklette ] Wasserkresse ] Wasserlinde ] Wassersenf ] Wegdistel ] Wegerich, großer ] Wegkümmel ] Wegleuchte ] Wegtritt ] Wegwarte ] Weide (Silber-) ] Weinblume ] Weinraute ] [ Weinrebe ] Weißdorn ] Weiße Osterblume ] Weiße Rosskastanie ] Weiße Taubnessel ] Weißer Dorant ] Weißer Kümmel ] Welscher Kümmel ] Welscher Quendel ] Wermut ] Wiesenflachs ] Wiesen-Kuhschelle ] Wiesenkümmel ] Wiesenlattich ] Wiesenschaumkraut ] Wilde Erdbeere ] Wilde Kastanie ] Wilde Malve ] Wilde Zichorie ] Wilder Buchs ] Wilder Fenchel ] Wilder Holunder ] Wilder Hopfen ] Wilder Majoran ] Wilder Thymian ] Wildes Stiefmütterchen ] Wildrose ] Windblume ] Windröschen ] Wintergrün ] Winterlinde ] Wohlgemutkraut ] Wohlverleih ] Wollblume ] Wollgras ] Wolfsbeere ] Wolfsgift ] Wolfstrapp ] Wundbaum ] Wundkraut ] Wundwurz ] Wurmkraut ] Wurmkraut II ]

 

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