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Wegwarte
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auch:
Wilde Zichorie, Zichorie, Gemeine Wegwarte, Gewöhnliche Wegwarte,
Sonnenwirbel, Sonnenkraut, Feldwegwart, Sonnenwende
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Familie:
Korbblütler
(Asteraceae)
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Chicory
(engl.)
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Kleine Pflanzenkunde
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Die
Gemeine Wegwarte gedeiht auf Brachland, Weiden und an Wegrändern in Europa, aber auch in Vorder- und Mittelasien und Nordwestafrika. |
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Die
ausdauernde Pflanze kann bis zu zwei Meter hoch werden, die
durchschnittliche Wuchshöhe liegt jedoch bei etwa 30 Zentimetern. Typisch
ist die dicke, bitter schmeckende Wurzel der Pflanze - mit weißem
Milchsaft. Der Stängel ist steif, kantig und hat mehrere starre Äste.
Die unteren Blätter (Grundblätter) sind lanzettlich lang, während die Stängelblätter
eher klein sind. Die Gemeine Wegwarte bildet zahlreiche end- und achselständige,
hellblaue bis zartviolette Blütenkörbchen. Die hellblauen Früchte nennt
man Achänen. |
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In
Notzeiten wurden die Wurzeln der Pflanze als Kaffeezusatz und als Kaffeeersatz verwendet.
Aber auch noch heute wird die Zichorie als Kaffeesurrogat verwendet.
Außerdem wird die Wegwarte gern als Salat- und Gemüsepflanze verwendet. |
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Blütezeit: Juli
bis Oktober, Sammelzeit: Juli (blühendes Kraut), Herbst (Wurzel) |
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Heilwirkung & Einsatzbereiche
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Heilend, fördernd und kräftigend für:
Herz, Stoffwechsel, Galler, Leber, Verdauungsorgane |
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Anwendung bei: Appetitlosigkeit,
Verdauungsbeschwerden, zur Stimulierung der Sekretion von Verdauungssäften,
bei Störungen der Leberfunktion, Gelbsucht (Die
Anwendung erfolgt meist innerlich als Tee und auch
als Gemüsepflanze oder Kaffeesurrogat) |
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Eigenschaften:
gallensekretionsfördernd (choleretisch), antiexsudativ,
Schlagfrequenz des Herzmuskels steigernd (positiv inotrop, positiv chronotop) |
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Wirksame Teile:
Wegwartenblätter mit Wurzel (Cichorii folia et radix), Wegwartenkraut (Cichorii herba),
Wegwartenwurzel (Cichorii radix) |
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Inhaltsstoffe:
Bitterstoffe, Cichoriensäure, Flavonoide, Phytosterole |
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In
der Tierheilkunde
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Traditionell wird bei Pferden und Eseln
mit Erkrankungen der Nieren und Harnwege gehackte Petersilie, Wegwarte und Brennnessel dem Futter beigemischt.
Allgemeine Empfehlung |
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In
alten Büchern gestöbert
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Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 4. Band: Seite 124 |
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Cichorium Intybus L. (Zichorie, Feldwegwart, Sonnenwende), bis 1,25 m hoch, mehr oder weniger steifhaarig, mit schrotsägezahnigen Wurzel- und lanzettlichen
Stengelblättern und paarigen, kurzgestielten, blauen, selten weißen Blüten, findet sich von Japan und China durch Vorderasien und ganz Europa bis hoch nach
Norwegen und auch in Nordamerika.
Ihre lange, möhrenförmige Wurzel (Weglungenwurzel) war früher offizinell; sie schmeckt unangenehm bitter und ist getrocknet ganz geruchlos, ihr Aufguß soll
etwas betäubend wirken. Mit Zucker eingemacht, bildet sie die Hindläufte der Konditoren. Das Kraut ist ein gutes Viehfutter und wird wohl auch zur Fettweide
für Hämmel gebaut, jung dient es als Salat. Für diesen Zweck kultiviert man besondere Formen, besonders in Belgien den Brüsseler Witloof und in Frankreich
den Kapuzinerbart, dessen Wurzeln, in einem dunkeln Keller in Pferdedünger eingepflanzt, farblose, äußerst zarte Blätter treiben. In großem Maßstab
kultiviert man die Zichorie, um die Wurzel als Kaffeesurrogat zu benutzen, besonders im Magdeburgischen, Braunschweigischen, Hannöverschen, in Thüringen, im
Breisgau, in Schlesien, Böhmen, Mähren, Österreich, Ungarn, Belgien, Holland und England.
Die Zichorie verlangt einen tiefen, mürben, thonhaltigen, kalkreichen, in guter Dungkraft stehenden Boden und sonnige Lage, gedeiht aber auch noch auf
sandigem Lehmboden. Frische Düngung bringt die Gefahr des Verunkrautens mit sich, weshalb man vorzieht, die Zichorie in zweiter Tracht zu bauen. Die
Vorfrucht muß den Boden rein gelockert und kräftig zurücklassen. Die Aussaat geschieht im April, am besten mit der Drillmaschine, 5–6 kg pro Hektar. Die
Reihen erhalten 30–35 cm Entfernung, während die jungen Pflänzchen in den Reihen auf 25–30 cm verdünnt werden. Die jungen Pflänzchen müssen behackt
werden, später ersticken sie alles Unkraut. Die Ernte erfolgt im Oktober; doch kann man die Wurzeln auch über Winter in der Erde lassen, da sie nicht
erfrieren. Die Zichorie nimmt die Bodenkraft sehr stark in Anspruch, und gewöhnlich
muß der Boden für die Nachfrucht wieder gedüngt werden. Die kultivierte Wurzel ist stärker als die wild gewachsene, fleischig, mit verhältnismäßig breiterer
Rinde. In beiden finden sich nur Spuren von Gerbstoff und ätherischem Öl, wenig Eiweiß, Fett, Harz und organische Säuren. |
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Weiterführende
Informationen
Kräuterbuch anno 1625
Charakteristik und Beschreibung (engl.)
Quellen |
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Kleines Fachlexikon
Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen
und Verarbeitung
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