Wegkümmel

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Kümmel, echter

auch: Köm, Wegkümmel, Wiesenkümmel, Echter Kümmel, Feldkümmel, Garbe, Gewöhnlicher Kümmel, Karbensamen, Karve

Familie: Doldenblütler 

(Apiaceae, Umbelliferae)

Caraway (engl.)

 

Lt: Carum carvi

Kleine Pflanzenkunde

 

Echter Kümmel

Kümmel gedeiht im Anbau, aber auch wild auf Wiesen in ganz Europa. Die Pflanze ist meist zweijährig und wird durchschnittlich etwa 60 Zentimeter hoch (bis eineinhalb Meter). Der Stängel steht aufrecht, ist kahl, gerieft und von Grund an verzweigt. Die Blätter sind gefiedert - die unteren sind gestielt, die oberen Blätter sitzend. Kümmel blüht in weißen Dolden mit etwa sechs bis zwölf ungleichen Strahlen. Die Kümmelfrüchte sind spitz-eiförmig. 

Blütezeit: Mai bis Juli, Sammelzeit: August bis September

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

 

Echter Kümmel

Heilend, fördernd und kräftigend für: Magen, Verdauungsorgane / Stärkung und Förderung der Verdauung, Haut

Anwendung bei: Blähungen, Koliken, Bauchschmerzen, Völlegefühl, zur Vitalisierung der Haut 

Eigenschaften: verdauungsfördernd, blähungstreibend, gallensekretionsfördernd, antimikrobiell, krampflösend im Magen-Darm-Trakt

Wirksame Teile: Kümmelfrüchte (Carvi fructus), Kümmelöl (Carvi aetheroleum)

 

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl

 

Rezepturen  &  Produkte

 

Echter Kümmel

Die Anwendung erfolgt innerlich als Tee oder Fertigarzneimittel und äußerlich als Olivenölauszug. 

Kümmelöl: Die empfohlene Tagesdosis beträgt etwa drei bis sechs Tropfen. Pro Anwendung werden ein bis zwei Tropfen Kümmelöl auf Zucker eingenommen. 

Teebereitung: Ein halber bis ein Teelöffel voll Kümmelfrüchte (ca. 1,5 bis 2 g, kurz vor Gebrauch zerstoßen) wird mit siedendem Wasser (ca. 150 bis 200 ml) übergossen und nach etwa 10 bis 15 Minuten durch ein Teesieb gegeben. 

Gesichtspeeling mit Kümmel: Einige Kümmelsamen und einige Tropfen Kümmelöl vermischen, so dass ein zähflüssiger Brei entsteht. Die Maske auf die gereinigte Haut auftragen und etwa fünf Minuten einwirken lassen. Nun mit vorsichtigen, kreisenden Bewegungen und lauwarmen Wasser abspülen. 

    

   

In der Tierheilkunde

Auch auf Tiere wirkt Kümmel blähungstreibend, krampflösend und verdauungsfördernd. Daher findet Kümmel innerlich Anwendung bei Verdauungsbeschwerden und Koliken der Tiere. Zur Anregung der Milchbildung kann ein Aufguss aus Fenchelfrüchten, Dillsamen, Anis- und Kümmelfrüchten sowie Brennnessel dem Futter beigemischt werden.

Allgemeine Empfehlung

   

   

In alten Büchern gestöbert

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 10. Band: Seite 297/298

Kümmel (Karve, Carum carvi L.), Pflanze aus der Familie der Umbelliferen, zweijährig, mit spindelförmiger, etwas ästiger Wurzel, 0,3–1 m hohem, vom Grund an ästigem, kantig-gerieftem, kahlem Stengel, doppelt gefiederten Blättern, fiederteiligen Blättchen und schmal linealischen Läppchen, ohne Hüllen und Hüllchen, weißen Blüten und von der Seite her beträchtlich zusammengedrückten, 5 mm langen Früchten. Der Kümmel findet sich im mittlern und nördlichen Europa bis zur Birkengrenze, in Südsibirien und im Elburzgebirge, wächst auf guten trocknen Wiesen und wird in Holland, bei Halle, Erfurt, Hamburg, Nürnberg, auch in Polen und Rußland kultiviert, weil der Wiesenkümmel, welcher beim Abmähen der Wiesen gesammelt wird, bei weitem für den Bedarf nicht ausreicht. 
Sein Anbau gehört zu den einträglichsten Kulturen. Er fordert mürben, etwas bindigen, kalkhaltigen, warmen, trocknen Boden und kann auf solchem nach jeder Frucht gebaut werden. Man säet ihn während der Baumblüte in 30 cm voneinander entfernten Reihen (10–14 kg auf einen Hektar) und behandelt ihn im übrigen wie Anis, sorgt aber dafür, daß die einzelnen Pflanzen in den Reihen 15 cm voneinander entfernt stehen. Man säet den Kümmel aber auch auf Gartenbeeten und verpflanzt ihn im Juli bei trübem Wetter auf den Acker. Im Herbst schneidet man das Kraut bis zum Herzblatt ab und verbraucht es zur Fütterung. Im folgenden Jahr blüht der Kümmel im Mai und muß geschnitten werden, sobald die oberste Dolde zu reifen Beginnt und die übrigen grüne, entwickelte Früchte haben. Man bindet ihn in kleine Bündel und trocknet diese auf dem Acker oder dem Hof. Der Ertrag ist im Durchschnitt 20–40 Ztr. von 1 Hektar. Man baut den Kümmel auch zur Benutzung der Wurzeln, säet ihn dann stets auf den Acker, stellt die Pflanzen beim Jäten 20–25 cm voneinander und erntet die Wurzeln im Oktober, die dann ein der Pastinake ähnliches, aber nicht für jedermann angenehmes Gemüse geben. Der Same enthält viel ätherisches Öl, schmeckt beißend gewürzhaft und dient als Gewürz, besonders in der Bäckerei und Käsefabrikation, zur Darstellung von ätherischem Öl und Likör (s. unten), seltener als Arznei.

Kümmelöl, das durch Destillation von Kümmelsamen oder Kümmelspreu mit Wasser gewonnene ätherische Öl (Ausbeute 4,5 Proz.), ist schwach gelblich, dünnflüssig, riecht und schmeckt wie Kümmel, spez. Gew. 0,905–0,910, destilliert zwischen 175 und 240°, löst sich schwer in Wasser, sehr leicht in Alkohol und Äther, besteht aus Karven C10H16 (über 30 Proz.) und Karvol C10H14O , wirkt in großen Dosen giftig und dient als blähungbeförderndes Mittel, hauptsächlich zu Likören und als Seifenparfüm. 
Das Spreuöl riecht und schmeckt ebenfalls nach Kümmel, dabei aber herb und ranzig; es eignet sich nur zum Parfümieren der Seife, wird aber auch zum Verfälschen des Samenöls benutzt. Das offizinelle Kümmelöl ist der zwischen 220 und 240° destillierende blaßgelbliche oder farblose Teil des Kümmelöls vom spez. Gew. 0,910, welches bei 224° siedet, aus 90–95 Proz. Karvol und 5–10 Proz. Karven besteht und die wichtigsten Eigenschaften des Kümmelöls in erhöhtem Maß besitzt.

  

   

Weiterführende Informationen

E-Monographie

In der Volksheilkunde

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Wacholder ] Waldbeere ] Walderdbeere ] Wald-Kiefer ] Waldknoblauch ] Waldkraut ] Waldleberkraut ] Waldmeister ] Waldrettich ] Waldröschen ] Wallwurz ] Walnuss ] Wanzenbeere ] Wanzenkraut ] Warzenkraut ] Wasserklee ] Wasserklette ] Wasserkresse ] Wasserlinde ] Wassersenf ] Wegdistel ] Wegerich, großer ] [ Wegkümmel ] Wegleuchte ] Wegtritt ] Wegwarte ] Weide (Silber-) ] Weinblume ] Weinraute ] Weinrebe ] Weißdorn ] Weiße Osterblume ] Weiße Rosskastanie ] Weiße Taubnessel ] Weißer Dorant ] Weißer Kümmel ] Welscher Kümmel ] Welscher Quendel ] Wermut ] Wiesenflachs ] Wiesen-Kuhschelle ] Wiesenkümmel ] Wiesenlattich ] Wiesenschaumkraut ] Wilde Erdbeere ] Wilde Kastanie ] Wilde Malve ] Wilde Zichorie ] Wilder Buchs ] Wilder Fenchel ] Wilder Holunder ] Wilder Hopfen ] Wilder Majoran ] Wilder Thymian ] Wildes Stiefmütterchen ] Wildrose ] Windblume ] Windröschen ] Wintergrün ] Winterlinde ] Wohlgemutkraut ] Wohlverleih ] Wollblume ] Wollgras ] Wolfsbeere ] Wolfsgift ] Wolfstrapp ] Wundbaum ] Wundkraut ] Wundwurz ] Wurmkraut ] Wurmkraut II ]

 

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