Wasserklette

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Hutpflanze

auch: Pestwurz, Gemeine Pestwurz, Rote Pestwurz, Wasserklette

Familie: Korbblütler 

(Asteraceae)

Butterbur (engl.)

 

Lt: Petasites hybridus

Kleine Pflanzenkunde

Hutpflanze

Diese mehrjährige Pflanze gedeiht an Ufern und auf feuchten Wiesen in Europa. Während der Blütezeit erreicht die Pflanze eine Größe von etwa 40 Zentimetern, zur Zeit der Fruchtreife wird sie bis zu einen Meter hoch. Der Stängel ist graufilzig, behaart,  hohl und hat zahlreiche rostfarbene Schuppen. Die Blätter erscheinen erst nach der Blüte, stehen grundständig, sind gestielt und sehr groß. Die Form der Blätter ist rundlich bis herzförmig und am Rand gezähnt. Die Oberseite ist grün, während die Blattunterseite eher graufilzig ist. Die Hutpflanze blüht violett - die Blüten stehen anfangs in dichten, später in aufgelockerten Trauben. Die Frucht (Achäne) hat einen seidig weißen Haarkranz. Der botanische Name "Petasites" nimmt Bezug auf die großen Blätter - petasos bezeichnete im griechischen einen großen Hut. Bereits im Mittelalter wurde die Hutpflanze für Heilzwecke angewendet. Zur Zeit der Pestplage nutzte man die schweißtreibende Wirkung der Hutpflanze bei Schwitzkuren. Aber auch bei Entzündungen, Geschwüren und Wunden wurde die Blätter Pflanze eingesetzt. 

Blütezeit: März - Mai, Sammelzeit: Frühjahr

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Hutpflanze

Heilend bei: krampfartigen Schmerzen im Bereich der ableitenden Harnwege, nervösen Krampfzuständen, Krämpfen im Magen-Darm-Bereich, Kopfschmerzen, Gallenbeschwerden, Appetitlosigkeit, Erkrankungen der Atemwege, Lebererkrankungen, auch zur Unterstützung der Wundheilung

Eigenschaften: schweißtreibend, krampflösend (spasmolytisch), schmerzstillend (analgetisch)

Wirksame Teile: Pestwurzwurzelstock (Petasitidis rhizoma), Pestwurzblätter (Petasitidis folium)

 

Inhaltsstoffe: Sesquiterpenalkoholester

 

Kommission-E (Phytotherapie), Bundesanzeiger 1990: Wirksamkeit nicht (ausreichend) belegt; Risiken vorhanden

 

Rezepturen  &  Produkte

Hutpflanze

Die Anwendung erfolgt innerlich als Tee, Tinktur oder in Fertigarzneimitteln, äußerlich als Frischblatt-Auflage oder Breiumschläge zur Unterstützung der Wundheilung. Zur Teebereitung nutz man die getrockneten unterirdischen Teile des Pestwurzwurzelstocks. Die Tagesdosis liegt zwischen 4,5 bis 7 g Droge. Die Tagesdosis darf nicht mehr als 1 mg Pyrrolizidinalkaloide enthalten. Pyrrolizidinalkaloiden wurden organotoxische, insbesondere jedoch leberschädigende Wirkungen nachgewiesen. Die innere Anwendung der Hutpflanze ist ohne ärztliche Rücksprache nicht empfehlenswert.

  

   

In der Tierheilkunde

Bei Magenbeschwerden kann ein Aufguss aus Melissenblättern, Kamillenblüten und Fenchelfrüchten, Angelika und Hutpflanze dem Futter beigemischt werden.

Allgemeine Empfehlung

  

   

In alten Büchern gestöbert

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 12. Band: Seite 905

Petasītes (Pestwurz), Gattung aus der Familie der Kompositen,  ausdauernde, an feuchten Stellen wachsende, mehr oder minder weißfilzige Kräuter mit großen, herz- oder nierenförmigen, grundständigen, nach der Blütezeit erscheinenden Blättern und mittelgroßem zu Trauben, Rispen oder Doldenrispen gruppierten Blütenköpfchen. 12 Arten in Europa, Asien und Nordamerika. 
Petasites officinalis Mnch. (Tussilago Petasites L., Giftwurz, Roßpappel), in Deutschland, an Ufern und feuchten Orten, mit braunrötlichen Blüten und großen, tief herzförmigen, ungleich gezahnten, unten filzigen, übelriechenden Blättern. Die Wurzel (Neunkraftwurzel, Schweißwurzel), scharf gewürzhaft bitter schmeckend und frisch eigentümlich süßlich riechend, stand früher als Arzneimittel besonders bei der Pest in großem Ruf und gilt auch jetzt noch beim Volk als heilkräftig.

  

   

Weiterführende Informationen

Kräuterbuch anno 1625

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Wacholder ] Waldbeere ] Walderdbeere ] Wald-Kiefer ] Waldknoblauch ] Waldkraut ] Waldleberkraut ] Waldmeister ] Waldrettich ] Waldröschen ] Wallwurz ] Walnuss ] Wanzenbeere ] Wanzenkraut ] Warzenkraut ] Wasserklee ] [ Wasserklette ] Wasserkresse ] Wasserlinde ] Wassersenf ] Wegdistel ] Wegerich, großer ] Wegkümmel ] Wegleuchte ] Wegtritt ] Wegwarte ] Weide (Silber-) ] Weinblume ] Weinraute ] Weinrebe ] Weißdorn ] Weiße Osterblume ] Weiße Rosskastanie ] Weiße Taubnessel ] Weißer Dorant ] Weißer Kümmel ] Welscher Kümmel ] Welscher Quendel ] Wermut ] Wiesenflachs ] Wiesen-Kuhschelle ] Wiesenkümmel ] Wiesenlattich ] Wiesenschaumkraut ] Wilde Erdbeere ] Wilde Kastanie ] Wilde Malve ] Wilde Zichorie ] Wilder Buchs ] Wilder Fenchel ] Wilder Holunder ] Wilder Hopfen ] Wilder Majoran ] Wilder Thymian ] Wildes Stiefmütterchen ] Wildrose ] Windblume ] Windröschen ] Wintergrün ] Winterlinde ] Wohlgemutkraut ] Wohlverleih ] Wollblume ] Wollgras ] Wolfsbeere ] Wolfsgift ] Wolfstrapp ] Wundbaum ] Wundkraut ] Wundwurz ] Wurmkraut ] Wurmkraut II ]

 

 

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