Taschenkraut

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Hirtentäschel

auch: Taschenkraut, Bauernsenf, Blutkraut, Gänsekresse, Herzelkraut, Seckelkraut, Täschelkraut, Schneiderbeutel, Schülersäckel

Familie: Kreuzblütler 

(Brassicaceae)

Shepherd's Purse (engl.)

 

Lt: Capsella bursa-pastoris

Kleine Pflanzenkunde

Hirtentäschel

Hirtentäschel wächst auf Wegen, Wiesen, Brachland, Gräben, Böschungen, Feldern und im Gemüsegarten. Die unregelmäßig gezackten Blätter bilden eine kleine Rosette. Der Stängel wird ca. 30 bis 40 cm hoch. Die kleinen, weißen Blüten bilden eine Doldentraube. An den Stängelchen hängen die kleinen herzförmigen Schoten, die meist 3 bis 5 mm groß sind.

Blütezeit: März/April bis November / Sammelzeit: Mai - August

 

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Hirtentäschel-Blüte

Heilend, fördernd und kräftigend für: Verdauungsorgane, Gewebe, Geschlechtsorgane, Muskeln

Anwendung bei: Nasenbluten, Magenblutungen, DarmblutungenGebärmutterblutungen, blutenden Wunden, bei starken Menstruationsblutungen, Menstruationsbeschwerden, Regulierung der Periode, Wechseljahrsbeschwerden, Hämorrhoiden, Nierenblutungen, Blutdruckregulierung, bei äußeren Muskelerkrankungen, Muskelschwund, Schließmuskelerschlaffung, Darmvorfall, Leistenbruch, Lungenschwäche, bei Ohrenschmerzen, Verstopfung, Magenschmerzen, Arteriosklerose, Rheuma, Gicht, Krampfadern, Ekzemen und Wunden

Wirkung: kreislaufausgleichend, blutstillend, blutreinigend, adstringierend, entzündungshemmend, harntreibend, tonisierend, wehenfördernd, stoffwechselanregend

Wirksame Teile: gesamte Pflanze - Stängel, Kraut und Blüten (u.a. Acethylcholin, Tyramin, ätherisches Öl, Saponin, Kalium)

 

Rezepturen & Produkte

 

Hirtentäschel

Teebereitung: 1 geh. TL mit 1/4 Liter Wasser brühen und kurz ziehen lassen. (Bei starken Menstruationsbeschwerden und Frauenleiden können Sie den Tee mit Frauenmantel zu gleichen Teilen mischen.)

Umschläge: 2 geh. Hände voll Hirtentäschelkraut (möglichst frisch) in ein Sieb legen und über Wasserdampf halten. Das gedünstete Kraut in ein Tuch geben und auf die entsprechende Körperstelle legen. Mindestens eine Stunde wirken lassen. Bessere Ergebnisse erzielen Sie, wenn der Umschlag über Nacht einwirken kann.

Tinktur: Hirtentäschelkraut (Blätter, Stängel, Blüten) klein schneiden und locker bis zum Hals in eine Flasche füllen. 38%igen bis 40%igen Korn- oder Obstbranntwein übergießen (Pflanzenteile müssen bedeckt sein). Rund 10 bis 14 Tage an einem warmen Ort und bestenfalls in der Sonne stehen lassen. Anschließend absieben.

  

   

In der Tierheilkunde

Zur Behandlung von Abszessen und entzündlichen Hauterkrankungen werden Umschläge mit einem Absud aus Hirtentäschel angewendet.

Allgemeine Empfehlung

  

   

In alten Büchern gestöbert

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Hébra búrsae pastóris. Hirtentäschchen, Täschelkraut.
Capsélla búrsa pastóris. Cruciférae.
Ueberall häufig. Stengel bis zu 30 cm hoch; Blätter gefiedert oder fiederspaltig, die unteren in einer flachen Rosette. Schötchen verkehrt herzförmig, fast dreieckig. In manchen Gegenden als Volksmedizin (im Aufguss) gegen Blutungen der Nase, des Uterus etc.

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 3. Band: Seite 795

Capsella (Täschelkraut, Hirtentäschlein), Gattung aus der Familie der Kruciferen, weiß blühende Kräuter mit von der Seite her zusammengedrückten, verkehrt dreieckigen oder länglichen, ganzrandigen oder seicht ausgerandeten Schötchen mit vielsamigen Fächern; wenige Arten in der gemäßigten Zone beider Erdhälften.
Capsella bursa pastoris Mönch, ein Sommergewächs, aus Europa nach allen Weltteilen verschleppt, mit rosettenförmig gestellten, ungeteilten oder fiederspaltigen Wurzelblättern und dreieckigen, ausgerandeten Schötchen, überall als Unkraut auf den Feldern, schmeckt etwas scharf bitterlich und riecht widerlich kressenartig, war früher als Heilmittel im Gebrauch. Es ist wahrscheinlich das schon von Hippokrates und Dioskorides unter dem Namen Thlaspi erwähnte Heilkraut.

   

Weiterführende Informationen

E-Monographie

Kräuterbuch anno 1625

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Tabakblume ] Tartsenflechte ] [ Taschenkraut ] Taubenfuß ] Taublatt ] Taubnessel ] Tausendblatt ] Tausendgüldenkraut ] Tausendnessel ] Tausendschön ] Teestrauch ] Tempelbaum ] Teufelsauge ] Teufelskirsche ] Teufelsklatten ] Teufelskralle ] Teufelswurz ] Thymian ] Tinnevelly-Senna ] Tollkirsche ] Tormentill ] Trampelklette ] Traubeneiche ] Traubenkerbel ] Traubensilberkerze ] Tremse ] Türkische Kresse ] Tugendsalbe ]

 

 

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