Suchtkraut

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Geißraute

auch: Bockskraut, Fleckenkraut, Ziegenraute, Geißklee, Gaisklee, Suchtkraut

Familie: Schmetterlingsblütler

  (Fabaceae)

Goat's Rue (engl.)

 

Lt: Galega officinalis

Kleine Pflanzenkunde

Geißraute

Geißraute gedeiht vorwiegend in Süd- und Osteuropa an feuchten Stellen und wurde in Mitteleuropa teilweise eingebürgert. Die Pflanze ist ausdauernd, bildet einen kräftigen Wurzelstock und wird bis zu einem Meter hoch. Der Stängel steht aufrecht, ist kahl und hohl. Die Blätter sind unpaarig gefiedert, mit langen, hellgrünen Blättchen. Geißraute blüht weiß bis zart violettblaue in langen, gestielten Trauben. Die Blüten entspringen in den oberen Blattachseln.

Blütezeit: Juni bis August, Sammelzeit: Juli bis September

 

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Geißraute

Wirksame Teile: Geißrautenkraut (Galegae herba), während der Blütezeit gesammelt und getrocknet

Anwendung: zur Anregung der Milchsekretion, der Nebennieren und der Bauchspeicheldrüse, zur unterstützenden Behandlung von Diabetes mellitus, bei Harnwegsinfektionen, ungenügender Milchbildung

Eigenschaften: blutzuckersenkend, harntreibend, milchsekretionsanregend

Inhaltsstoffe: Alkaloide, Galegin

Verwendung: Geißrautenkraut wird innerlich als Fertigarzneimittel angewendet. Eine Selbstmedikation mit Geißrautenkraut ist nicht empfehlenswert. Diabetes darf nur unter ärztlicher Aufsicht behandelt werden.

  

Kommission-E (Phytotherapie), Bundesanzeiger 1993: Wirksamkeit nicht (ausreichend) belegt; Risiken vorhanden

  

   

In der Tierheilkunde

  • Nach Camerarius soll Galega die Hühner zu vermehrtem Eierlegen veranlassen. Ende des 18. Jahrhunderts wurde sie in Deutschland als Futterpflanze empfohlen, doch mußten die Kulturen bald wieder aufgegeben werden, da sich der Anbau wegen Frostempfindlichkeit der Pflanze nicht lohnte. Das Extractum Galegae wird noch jetzt in der Westschweiz als ein die Milchabsonderung beförderndes Mittel gebraucht. In Holland verfüttert man im Sommer und Herbst das Kraut, im Winter die Wurzel an das Vieh in großem Umfange zur Erhöhung des Milchertrages. (Madaus 1938)

  • Traditionell wird zur Anregung der Milchsekretion bei Hündinnen aus getrockneter, pulversierter Geißraute ein milder Aufguss bereitet, der dem Futter beigemischt werden kann.

  • Allgemeine Empfehlung

  • Geißraute (Galega officinalis) gilt für Schafe als unverträglich bzw. wird für diese Tiere als Giftpflanze deklariert. Bei Verdacht auf Vergiftung sollte das betroffene Tier sofort ärztlicher Behandlung unterzogen werden. Es sollte keinesfalls absichtlich Erbrechen hervorgerufen werden, es sollten auch keine eiweißhaltigen Getränke oder ölhaltigen Substanzen verabreicht werden - dem Tier möglichst nur etwas Wasser zu trinken geben. Wenn das Tier bereits erbrochen hat, nehmen Sie das Erbrochene in die Tierarztpraxis mit.

   

   

In alten Büchern gestöbert

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 6. Band: Seite 837

Geißraute

Galega  (Geißraute), Gattung aus der Familie der Papilionaceen, ausdauernde Kräuter mit unpaarig gefiederten Blättern, Blüten in Achseltrauben und schief gestreiften Hülsen. Drei südeuropäische und westasiatische Arten. Galega officinalis L. (Geiß-, Fleckenklee, Pestilenzkraut), mit 60–190 cm hohen Stengeln, langen Blättern, weißen oder violetten Blüten und steif aufgerichteten Hülsen, findet sich im südöstlichen Deutschland, in Frankreich und Italien, war früher offizinell und ist mehrfach zur Kultur empfohlen worden (ewiger Klee), gedeiht auch auf fehlerfreiem Untergrund, in warmer Lage und gutem Boden recht gut, steht aber der Luzerne und manchen andern Kleearten nach. Mit der kleinen, violett blühenden Galega orientalis Lam. vom Kaukasus findet er sich häufig in Gärten.

  

   

Weiterführende Informationen

Kräuterbuch anno 1625

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Saathafer ] Saat-Hohlzahn ] Saatmohn ] Sagenkraut ] Salatblume ] Salbei ] Samwurzel ] Sandbirke ] Sandthymian ] Sauerdorn ] Sauerkrautwurz ] Schafgarbe ] Schafkraut ] Schafzunge ] Scharbockskraut ] Scharfnessel ] Scharlachkraut ] Schlafmohn ] Schlafmützchen ] Schlangenmoos ] Schlangenwurzel ] Schlüsselblume ] Schmalblättrige Kegelblume ] Schnürgras ] Schöllkraut ] Schöllwurtz, kleine ] Schotenklee ] Schuppenflechte, isländische ] Schwanenbrot ] Schwarzbeere ] Schwarze Johannisbeere ] Schwarzer Holunder ] Schwarzer Senf ] Schwarzkümmel ] Schwarztee ] Schwarzwurz ] Senf, schwarzer ] Senna ] Silberdistel ] Silberkraut ] Silberweide ] Skorbutkraut ] Sommerlinde ] Sonnenblume ] Sonnenhut ] Sonnenkraut ] Sonnentau ] Sonnwendgürtel ] Spelt ] Spießdorn ] Spinnendistel ] Spirke ] Spitzwegerich ] St. Jacobskraut ] Stabkraut ] Stachelkümmel ] Stechmyrte ] Steinklee ] Steinlinde ] Sternleberkraut ] Stiefmütterchen ] Stieleiche ] Stolzer Heinrich ] Storchschnabel ] Sturmhut ] [ Suchtkraut ] Sumpfdotterblume ] Sumpfklee ] Süßholz ]

 

 

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