Senna

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Senna

auch: Alexandriner Senna, Tinnevelly-Senna, Cassia, Kassie, Khartum-Senna

Familie:

Schmetterlingsblütler
(Fabaceae)

Cassia (engl.)

 

Lt: Cassia angustifolia

Kleine Pflanzenkunde

 

Senna

Cassia L. (Kassie), Gattung aus der Familie der Cäsalpiniaceen, Bäume, Sträucher oder Kräuter mit wechselständigen, paarig gefiederten Blättern, ganzrandigen Blättchen, meist end- oder achselständigen, einfachen oder rispig zusammengesetzten Blütentrauben mit gelben Blüten, stielrunder oder flach zusammengedruckter, holziger, lederartiger oder häutiger, einfächeriger oder durch Querwände mehr- oder vielfächeriger, zuweilen mit Mus erfüllter, mehr- oder vielsamiger Hülse. (Meyers 1888, Band 3, Seite 486)

Botanische Merkmale:

  • mehrjähriger bis zu 150 cm hoher Strauch; 

  • Blätter 5 - 8jochig, mit kurzen Stachelspitzen;

  • Blüten gelb, blattachselständig, in Trauben angeordnet;

  • Frucht 2 - 4 cm lang und 1 cm breit, flach, braun, Schote

Die Pflanze stammt ursprünglich aus Ostafrika und Jemen. Sie wird heute aber hauptsächlich in Indien angebaut. 

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

 

Senna

 

 

 

Senna

Wirksame Teile: Sennesblätter (Sennae folium angustifoliae), Sennesfrüchte (Sennae fructus angustifoliae);

Sennesblätter, bestehend aus den getrockneten Fiederblättchen von Cassia acutifolia (Alexandriner- bzw. Khartum-Senna, oder Tinnevelly-Senna) oder aus einer Mischung beider Arten sowie deren Zubereitungen in wirksamer Dosierung. (Kom-E)

Inhaltsstoffe: Als wirksamen Bestandteil enthalten die S. amorphe Kathartinsäure (Kathartin), ein saures Glykosid, außerdem Kathartomannit, Chrysophansäure etc. (Meyers 1888); Anthracene (Kom-E)

Eigenschaften: abführend (laxierend)

Anwendung: Bei Verstopfung - innerlich als Tee (als Trockenextrakte für Aufgüsse, Abkochungen) oder Fertigarzneimittel: Abführmittel dürfen ohne ärztlichen Rat nicht über längere Zeiträume  eingenommen werden. Eine verlängerte Anwendung stimulierender Abführmittel kann zu einer Verstärkung der Darmträgheit führen. Von einer Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit wird abgeraten.

In der Volksheilkunde: In Indien wird die Folium-Drogen beider Cassia-Arten außer bei Obstipation auch bei Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Leberleiden, Milzvergrößerung, Gelbsucht, Vergiftungssymptomen, Anämie, Aussatz, übelriechendem Atem, Bronchitis sowie bei Tumoren angewendet.

Rezeputren/Dosierung: Ein halber bis ein gestrichener Teelöffel Sennesblätter wird mit 150 ml heißem Wasser übergossen und nach etwa 10 bis 15 Minuten durch ein Teesieb gegeben. Der Tee kann auch durch Ansetzen mit kaltem Wasser und längerem Ziehen bereitet werden. Soweit nicht anders verordnet, werden morgens und/oder abends vor dem Schlafengehen eine Tasse frisch bereiteter Tee getrunken.

  

In der Tierheilkunde

  • Traditionell wird bei Katzen mit Verdauungsstörungen als Abführmittel ein milder Senna-Aufguss verabreicht.

  • Pferden und Eseln mit Verdauungsbeschwerden und Verstopfung wird ein Abführmittel aus Sennaschoten und Knoblauchzwiebeln als Aufguss dem Futter beigemischt.

  • Allgemeine Empfehlung

  

In alten Büchern gestöbert

Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1888, Band 3, Seite 486

Cassia angustifolia Vahl, strauchartig, 2 m hoch, mit fünf- bis achtpaarigen, schmal lanzettförmigen, aus breiter Basis allmählich nach oben verschmälerten, gespitzten, im Alter kahlen Blättern, achselständigen, gestielten, 6-14blütigen Blütentrauben, auf der Ostküste Afrikas von Oberägypten bis Mosambik, auf den Inseln des Roten Meers, im Glücklichen Arabien, in Vorderindien, wird vielfach kultiviert und liefert die Senna Tinnevelly. Der alexandrinischen Senna sind häufig beigemengt die Blätter von Cassia obovata Colladon, einer krautartigen, 40-45 cm hohen Staude mit vier- bis siebenpaarigen, länglich verkehrt eiförmigen, abgestumpften oder ausgestutzten, stachelspitzigen, mehr oder weniger zart behaarten Blättern und 6-16blütigen Blütentrauben, in Ostindien, Arabien, auf der Ostküste Afrikas und in Senegambien

  

Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1888, Band 14, Seite 867

Sennesblätter (Folia Sennae), die Blätter mehrerer Arten von Cassia (s. d.), besonders von C. lenitiva Bisch., C. angustifolia Vahl und C. obovata Coll. und zwar nur die Fiederblättchen mit Stücken der Blattspindel, variieren ungemein in der Form, sind hellgrün, von schwachem, eigentümlichem Geruch und unbedeutend schleimigem, dann schwach süßlichem und etwas bitterlich kratzendem Geschmack. Man unterscheidet auf dem Markte die Blätter aus dem obern und östlichen Nilgebiet im weitern Sinn, die aus dem Sudân und die arabischen, welche zum Teil mit den in Indien gebauten als indische S. zusammengefaßt werden.
Nach den Hauptstapelplätzen werden diese Sorten gewöhnlich als alexandrinische (Apalto-, Paltsuma), tripolitanische, Mekka- (und Tinnivelly-) S. bezeichnet. Als wirksamen Bestandteil enthalten die S. amorphe Kathartinsäure (Kathartin), ein saures Glykosid, außerdem Kathartomannit, Chrysophansäure etc. Man benutzt die S. als Laxans; da sie aber bei manchen Personen Leibschmerzen verursachen, so behandelt man sie mit Weingeist, um einen harzartigen Stoff, dem jene Wirkung zugeschrieben wird, auszuziehen.
Beliebte Präparate sind das Wiener Tränkchen (für Kinder), Senneslatwerge und der St. Germain-Thee (mit entharzten Blättern). Die Früchte der Senna wurden erst im 8. Jahrh. bekannt, die Blätter wahrscheinlich im Anfang des 11. Jahrh.; sie dienen noch jetzt als eins der gebräuchlichsten Abführmittel und besitzen den Vorzug, keine nachfolgende Verstopfung und keine Schwächung der Verdauungsorgane zu erzeugen. Bei entzündlicher Anlage, bei Schwellung der Hämorrhoidalgefäße, Schwangerschaft, Menstruation, Neigung zu Krämpfen oder Kolik sind sie ausgeschlossen.

 

Merck´s Warenlexikon, 1884, Band 21, Seite 523

Sennesblätter (Folia Sennae), eine als kräftiges Purgiermittel in ausgedehntem Maße verbrauchte Ware, die Fiederblättchen verschiedner Arten des großen Geschlechts Cassia, strauchartiger, zu den Hülsenfrüchtlern (Leguminosen) gehöriger Gewächse mit paarig gefiederten Blättern, die in Ägypten, Abyssinien und Arabien auf dürrem Boden wachsen und zum Teil auch in Ostindien angebaut werden. Mancherlei Arten, wie Cassia Senna, C. lanceolata, C. obovata, C. lenitiva etc., werden als beitraggebend aufgeführt, und Form, Größe und Beschaffenheit der Blättchen, die bald länger oder kürzer, schmäler oder breiter, spitzig oder stumpf sind, spricht für ihre verschiedne Abstammung.
Verschiedne aufgeführte Sorten, wie tripolitanische, syrische oder aleppische, Mekkablätter u. a., scheinen übrigens keine gangbare Ware zu sein; der Bezug hält sich nur an die über Ägypten kommenden Blätter, die unter dem Namen Alexandriner gehen. Sie kommen aus Oberägypten, wo sie von Arabern, welche die Wüsten östlich und westlich vom Nil frequentieren, gesammelt, von Händlern aufgekauft und nach Kairo oder Alexandrien gebracht werden, wo man sie umpackt und in Ballen nach Europa schickt. Es sollen sich darin gewöhnlich zwei gleichwertige Arten von Blättern (die Blätter von Cassia obovata und C. lenitiva), außerdem aber viel fremde Blätter, Blüten und Hülsen vorfinden; gewöhnlich ist die Ware mit Zweigen, Stielen, Bruch und Sand so gemengt, daß beim Reinigen über die Hälfte Abgang entsteht.
Das Reinigen durch Auslesen, wiederholtes Aussieben und Schwingen wird entweder schon in Triest oder erst von den großen inländischen Droguenhäusern vorgenommen. Man scheidet dabei noch eine Sekundasorte als kleine Senna (folia sennae parvae) ab, indem man von dem gröblich Abgesiebten wieder den Staub absiebt. Möglichst frische Ware, bei der die Blätter noch zäh, grünlich, ohne Flecken und Bruch sind, wird natürlich am meisten gesucht. Neben der mangelhaften ägyptischen hat sich in letzterer Zeit eine ostindische Sorte beliebt gemacht und wird in zunehmendem Maße eingeführt: die Tinnevelly-Senna. Sie soll von C. medicinalis stammen, die in der Gegend von Kalkutta auf Plantagen kultiviert wird. Es ist dies die reinste Ware ohne fremde Bestandteile, mit den größten grünen oder bräunlichgrünen Blättern von zäherer Beschaffenheit und weniger zum Bruch geneigt, als die Alexandriner, steht aber hinsichtlich ihrer Wirksamkeit den letztem nach. Deutschland bezieht diese Ware über England. 
Die S. riechen eigentümlich aromatisch, aber nicht angenehm, und schmecken schleimig und bitter. Verwendet werden dieselben in Pulverform, zu Aufgüssen, in Latwerge und als Extrakt. Die Blätter enthalten als wirksame Bestandteile: Cathartinsäure, Sennapikrin und Cathartomannit, außerdem aber noch andre von harziger Natur, welche ungünstig wirken und Leibschneiden verursachen. Werden die Blätter mit Wasser förmlich gekocht, so gehen diese Stoffe mit an das Wasser über; es ist daher Regel, keine Absude, sondern nur Aufgüsse mit heißem Wasser aus den S. zu machen und sie einige Zeit ziehen zu lassen. Außerdem schreiben mehrere Arzneiverordnungen entharzte Blätter vor, d. h. solche, aus denen jene nachteiligen Bestandteile vor der Anwendung durch Extrahieren mit Weingeist entfernt worden sind.

  

Weiterführende Informationen

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Saathafer ] Saat-Hohlzahn ] Saatmohn ] Sagenkraut ] Salatblume ] Salbei ] Samwurzel ] Sandbirke ] Sandthymian ] Sauerdorn ] Sauerkrautwurz ] Schafgarbe ] Schafkraut ] Schafzunge ] Scharbockskraut ] Scharfnessel ] Scharlachkraut ] Schlafmohn ] Schlafmützchen ] Schlangenmoos ] Schlangenwurzel ] Schlüsselblume ] Schmalblättrige Kegelblume ] Schnürgras ] Schöllkraut ] Schöllwurtz, kleine ] Schotenklee ] Schuppenflechte, isländische ] Schwanenbrot ] Schwarzbeere ] Schwarze Johannisbeere ] Schwarzer Holunder ] Schwarzer Senf ] Schwarzkümmel ] Schwarztee ] Schwarzwurz ] Senf, schwarzer ] [ Senna ] Silberdistel ] Silberkraut ] Silberweide ] Skorbutkraut ] Sommerlinde ] Sonnenblume ] Sonnenhut ] Sonnenkraut ] Sonnentau ] Sonnwendgürtel ] Spelt ] Spießdorn ] Spinnendistel ] Spirke ] Spitzwegerich ] St. Jacobskraut ] Stabkraut ] Stachelkümmel ] Stechmyrte ] Steinklee ] Steinlinde ] Sternleberkraut ] Stiefmütterchen ] Stieleiche ] Stolzer Heinrich ] Storchschnabel ] Sturmhut ] Suchtkraut ] Sumpfdotterblume ] Sumpfklee ] Süßholz ]

 

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