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Brauner Senf
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auch:
Schwarzer Senf
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Familie:
Kreuzblütler
(Brassicaceae)
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Black Mustard
(engl.)
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Lt:
Brassica nigra
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Kleine Pflanzenkunde
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Merkmale:
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einjährige
Pflanze, 0,5 bis 1,5 m hoch, sparrig ästig, an den untern Teilen zerstreut
behaart;
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gestielte Blätter, unregelmäßig gezähnt bis
gefiedert, die oberen länglich bis lanzettlich, grob gesägt, die obersten ganzrandig,
schmal;
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gelbe Blüten in end- und
achselständigen Trauben, 4 Kelchblätter, 4 Kronblätter, an der Spitze des
Stängels doldentraubig vereinigt;
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Fruchtstiele
und Schoten stehen aufrecht, dem Stängel anliegend, die Schoten sind fast vierkantig, etwas holperig und
enthalten in jedem Fach 4–6 kugelige, fein netzig grubige, schwärzliche oder braunrote
Samen. (Meyers 1888)
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Same ist geruchlos,
enthält auch 18–24 % mildes fettes Öl, wird durch Pressen gewonnen und
dient u.a. zur Darstellung von ätherischem Senföl, als Zusatz zum Speisesenf
(Meyers 1888)
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Blütezeit:
Juni bis Juli / Sammelzeit: Juli bis August
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Standort:
Flussufer durch fast ganz Europa, in Nordafrika, im Orient, in Südsibirien und China, ist durch die
Kultur weit verbreitet worden, auch vielfach verwildert
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Verwendung: hauptsächlich als
Geschmacksverfeinerung von Gerichten (Grundlage für Gewürzsenf ist der mildere
weiße Senf); je größer der Anteil an schwarzem Senf, desto schärfer die
Zubereitung
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Heilwirkung & Einsatzbereiche
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Wirksame Teile: Schwarzer
Senfsamen (Sinapis nigrae semen)
Inhaltsstoffe: Glucosinolate, fettes Öl
Eigenschaften: durchblutungsfördernd (hyperämisierend)
Anwendung:
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In
der Volksheilkunde äußerlich: Vollbäder bei Gefäßerkrankungen, Frostschäden;
Fußbäder zur Ableitung von Blut u. a. Gewebsflüssigkeiten vom Kopf zu den Beinen, z. B. bei
Hypotonie oder spastischen Gefäßanomalien der unteren Extremitäten. Wickel zur
lokalen Hyperämisierung (Durchblutungsförderung) bei Sinusitis maxillaris
(Entzündung der Kieferhöhlen). Senfpapier bei Lumbago (Hexenschuss) und Ischias.
In Kombination mit anderen Drogen oder Drogenauszügen als Umschlag bei Rheuma,
Ischias und Arthritis.
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In
der Volksheilkunde innerlich u.a. bei Obstipation (akute oder chronische Verstopfung)
und Bronchitis. Speziell in Nepal das Senföl gegen Darmparasiten und im Gemisch mit anderen Drogen
bei Erkältung, Fieber und Grippe.
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In der
Tierheilkunde
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Traditionell wird Pferden und Eseln als natürliche Prophylaxe gegen Darmparasiten eine Mischung aus Schwarzem Senf, Quecke, Brombeere und Holunder in regelmäßigen Abständen zum Futter gemischt. Auch Wurmfarn und Knoblauch werden in passender Dosierung beigemischt. Hinweis:
Wurmfarn sollte mit Bedacht und Vorsicht eingesetzt werden, denn bei Überdosierung der Droge können Vergiftungserscheinungen auftreten.
Allgemeine Empfehlung
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In alten
Büchern gestöbert
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Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893
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Sémina sínapis
nigrae. Schwarzer Senf.
Brássica nigra, Br. júncea. Cruciférae.
Samen kugelig, noch kleiner als der gelbe Senf; Samenhülle rothbraun, matt, netzadrig, punktirt, innen gelb; trocken geruchlos; das Pulver, mit Wasser angerührt, nach kurzer Zeit einen scharfen, die Augen zu Thränen reizenden Geruch entwickelnd.
Geschmack anfangs bitter, hinterher brennend, scharf.
Bestandtheile. Fettes Oel 18–25%; Myrosin und Myronsäure, an Kali gebunden. Diese beiden letzteren Stoffe liefern bei Gegenwart von Wasser das äth. Senföl (s. d.).
Anwendung. Innerlich kann das Senfmehl bei Vergiftungsfällen als leicht erreichbares Brechmittel dienen. Man giebt 5–10 Gramm mit reichlichem Wasser angerührt. Aeusserlich dient es in Form von Senfteig als hautreizendes Mittel. Seine Hauptverwendung findet der Senf zur Bereitung des Mostrichs. Senfpapier als bequemer Ersatz des Senfteiges wird dadurch bereitet, dass man weiches, aber zähes Papier auf der einen Seite mit Kautschuklösung bestreicht, dann reichlich mit grobem Senfmehl bestreut und dieses dadurch auf dem Papier befestigt, dass man es durch Walzen laufen lässt.
Der Senf wird an sehr vielen Orten gebaut. Die beliebteste Handelswaare ist der holländische, Körner sehr klein, dunkel, aber kräftig. Weniger geschätzt sind die thüringer und russischen Sorten. Letzterer, der in Südrussland in der Gegend von Sarepta in grossen Massen gebaut wird, stammt von Sinapis júncea, mit hellbraunen, etwas grösseren Samen. Das Sarepta-Senfmehl, wie es als solches in den Handel kommt, wird von enthülsten und entölten Senfsamen bereitet. In Russland wird nämlich das fette Senföl vielfach als Speiseöl benutzt und deshalb abgepresst.
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Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien,
Vierte Auflage, 1885-1892; 14. Band: Seite 865
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Senföl,
ätherisches Öl, welches sich nicht fertig gebildet im schwarzen Senf findet, sondern erst beim Anrühren der zerstoßenen
Samen mit Wasser durch Einwirkung eines in den Samen enthaltenen fermentartig wirkenden Proteinkörpers, des
Myrosins, auf die Myronsäure, welche in den Samen an Kali gebunden vorkommt, entsteht. Die Zersetzungsprodukte sind S.,
Zucker und saures schwefelsaures Kali. Durch Destillation kann man das gebildete S. abscheiden (Ausbeute
0,5–1,1 Proz.). Es ist farblos oder gelblich, vom spez. Gew. 1,009–1,03, riecht und schmeckt durchdringend scharf,
reizt die Augen aus größerer Entfernung zu Thränen, löst sich schwer in Wasser, leicht in Alkohol und Äther, siedet bei
150°, besteht im wesentlichen aus Allylsulfocyanür (Schwefelcyanallyl), hebt die Gerinnbarkeit des Eiweißes beim
Kochen, auch die der Milch und die alkoholische Gärung auf, erzeugt auf der Haut selbst noch bei sehr starker
Verdünnung mit Spiritus heftiges Brennen und Blasen und wirkt von allen ätherischen Ölen am giftigsten. Man
stellt es jetzt auch aus Glycerin künstlich dar und erhält ein Produkt, welches dem natürlichen S. vollkommen
gleichsteht. Eine Lösung von 1 Teil S. in 50 Teilen Spiritus bildet den Senfspiritus (Spiritus Sinapis).
Senfpflaster
(Senfteig, Sinapismus), gepulverter schwarzer Senf, mit warmem Wasser zu einem Teig zusammengerührt, wird, auf Leinwand messerrückendick gestrichen, als flüchtiges Reizmittel benutzt.
Ein bequemes Surrogat ist mit Senfspiritus (Spiritus Sinapis, s. Senföl) befeuchtetes Löschpapier oder das Senfpapier, ein mit entöltem Senfpulver bedecktes Papier.
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Merck`s Warenlexikon, 1884; Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884; Seite
522; Warenbeschreibung
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Senföl.
Diesen Namen führt sowohl das fette, als auch das ätherische Öl des Senfsamens. Das fette S. (oleum sinapis
pingue) beträgt beim schwarzen Senf 20–25%, beim weißen bis 30%; es ist gelb und wird wie Rüböl verwendet. Das
ätherische Senföl (oleum sinapis aethereum) ist in dem schwarzen Senf nicht fertig gebildet, sondern entsteht erst aus
demselben durch Einwirkung von Wasser (s. Senfsamen). Behufs seiner Darstellung preßt man zunächst das fette Öl ab und
läßt das Senfmehl mit Wasser angerührt in der Destillierblase eine Zeitlang stehen, bevor die Destillation mit Dampf
beginnt.
Das ätherische S. ist dünnflüssig, gelblich, von 1,01–1,04 spezif. Gewicht und besitzt einen äußerst scharfen, die
Augen zum Thränen reizenden Geruch; auf die Haut gebracht erregt es Brennen, Rötung und Blasen. Seine Auflösung in
Alkohol wird Senfspiritus (spiritus sinapis) genannt; man verwendet es nur medizinisch. Seiner chemischen
Zusammensetzung nach ist das S. Schwefelcyanallyl oder Rhodanallyl. Man hat jetzt auch künstlich dargestelltes S. im
Handel, welches aus Allylalkohol bereitet wird, den man aus Glycerin gewinnt.
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Weiterführende
Informationen
Charakteristik und Beschreibung (engl.)
Quellen |
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