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Kalmus
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auch: Magenwurz,
Deutscher Ingwer, Chalmis, Echter Kalmus, Gewürzkalmus, Kolmas, Magenwurz, Schwanenbrot, Sigge
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Familie:
Aronstabgewächse
(Araceae)
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Sweet Flag (engl.)
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Kleine Pflanzenkunde
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Kalmus ist eine Wasserpflanze
und gedeiht an Teichen, Seen, Tümpeln und an Ufern stiller Gewässer. Im Uferschlamm liegt
der Wurzelstock, aus dem zahlreiche schwertförmige Blätter wachsen, die bis
zu einem Meter hoch werden. Der flach zusammengedrückte Schaft trägt in der Mitte
einen kegelförmigen grünlich bis braun-gelben Kolben. Die Wurzel ist
nahezu daumendick und wird auch bis zu einem Meter lang.
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Geruch: kräftig, angenehm aromatisch;
Geschmack: feurig, zugleich bitter
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Sammelzeit (Wurzel): zeitiges Frühjahr oder Spätherbst
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Heilwirkung & Einsatzbereiche
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Anwendung
(heilend) bei:
Appetitlosigkeit, Erschöpfung und Schwäche, Gallenbeschwerden, Magenbeschwerden, Verdauungsstörungen,
Nierenschäden, zur Entschlackung
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Wirksame Teile:
Wurzel
Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl ca. 2%, bitteres Hartharz und scharfes Weichharz (Handbuch der Drogisten-Praxis
1893)
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Die getrocknete Wurzel, langsam
zerkaut, kann dem Raucher Entwöhnung von der Rauchersucht bringen. Schwache Augen werden gestärkt, wenn man den frischgepressten Saft der
Kalmuswurzel öfters über die geschlossenen Augenlider streicht. Man lässt
den Saft einige Minuten einwirken und wäscht mit kaltem Wasser nach. (Maria Treben)
Äußerlich im Aufguss zu kräftigenden Bädern; innerlich als magenstärkendes Arzneimittel, namentlich aber als
Zusatz bei der Likörfabrikation. (Handbuch der Drogisten-Praxis 1893) |
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Rezepturen
& Produkte
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Teebereitung
als Kaltansatz: Ein gestrichener Teelöffel Kalmuswurzel wird in 250 ml Wasser über Nacht eingeweicht.
Dann wärmt man den Ansatz auf und gibt ihn durch ein Teesieb. Der Tee hilft
auch bei Getreideunverträglichkeit.
Frischsaft:
Die frischen Wurzeln werden sorgfältig gereinigt und noch in feuchtem Zustand in
Saftzentrifuge entsaftet.
Vollbad: Etwa 200 bis 250 g Kalmuswurzel werden über Nacht in 5 Liter Wasser kalt
eingeweicht. Anschließend wird der Ansatz bis zum Kochen erhitzt und dem
Badewasser zugefügt. |
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In der
Tierheilkunde
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Traditionell
findet Kalmus innerlich Anwendung zur Stärkung und Kräftigung von
Jungtieren oder zur Unterstützung der Genesung bei kränklichen,
schwachen Tieren. Äußerlich wird Kalmus als Kompresse, Umschlag oder
Waschung zur Behandlung von Wunden eingesetzt.
Allgemeine Empfehlung |
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In alten
Büchern gestöbert
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Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893 |
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Rádices rect. Rhizóma
calami. Kalmuswurzeln.
Acorus calamus. Aroidéae.
Ueberall in Deutschland in Sümpfen und Gräben. ursprünglich in Asien heimisch.
Im Herbst oder Frühjahr zu sammeln, am besten von Pflanzen, die nicht fortwährend im Wasser stehen. Der Wurzelstock ist ungeschält gegliedert, etwas plattgedrückt, aussen grünlich oder röthlich nach dem Trocknen braun, mit vertieften Narben
oder Nebenwurzeln versehen; bis zu 20 cm lang. Querschnitt durchaus markig, weiss, an der Luft röthlich werdend. Kleine
dunkle Gefässbündel bilden um den Kern einen losen Ring. Die Handelswaare ist meist geschält und gespalten von möglichst
weisser Farbe, obgleich in der Rindensubstanz die grösste Menge von ätherischem Oel enthalten ist. Das Deutsche Arzneibuch
verlangt daher auch ungeschälte Wurzeln. |
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Merck`s Warenlexikon, 1884; Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884; Seite 245 |
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Kalmuswurzel (Radix oder richtiger Rhizoma Calami, frz. acore odorant, engl. Sweet-flag), der Wurzelstock von Acorus Calamus, einem ausdauernden, zu den Aroideen gehörigen, aus Asien stammenden, aber schon seit Jahrhunderten bei uns angesiedelten Wassergewächses. Die Pflanze mit ihren schilfartigen Blättern findet sich vielverbreitet und zuweilen massenhaft in Teichen, Wassergräben, an See- und Flußrändern etc. Die Einsammlung der Wurzeln geschieht im Herbste und ist am ergiebigsten in trocknen Jahrgängen, wo die Wässer der Standorte sich verlieren; auch enthalten die Wurzeln solcher Pflanzen, die zeitweise trocken stehen, mehr Aroma als die fortwährend im Wasser wachsenden.
Die starke Verbreitung der Pflanze haben wohl größtenteils die Flüsse bewirkt, welche bei Überschwemmungen oft Massen von Wurzeln mit sich führen und auswerfen. Das Aussehen der Droge, ihr eigentümlich aromatischer Geruch und eben solcher mit Bitterkeit verbundener Geschmack sind hinlänglich bekannt, da dieselbe wohl noch häufiger in der Volksmedizin als offizinell benutzt wird. Die Hauptbestandteile der Wurzel sind das ätherische Kalmusöl und ein scharf und bitter schmeckendes Harz.
Geruch und Geschmack sind an den trocknen Wurzeln noch stärker als an den frischen. Die Wurzeln werden herkömmlich meist geschält und entweder in Rund- oder Spaltstücken in den Handel gebracht; ungeschälte dienen für Tierarznei. Der bei der Schälung erhaltene Abfall ist zum Abdestillieren des Öls noch geeignet. Das Kalmusöl (Oleum Calami) ist blaßgelb von Farbe, dunkelt aber mit der Zeit nach, und enthält das Aroma und die Bitterkeit der Wurzel sehr konzentriert, denn die Ausbeute ist nur 1% oder nicht viel mehr. Es verkauft sich zu 16 Mk. pro kg, das rektifizierte zu 23 Mk. Man benutzt es in der Likörfabrikation. Der K. ist bekanntlich ein häufig und in vielerlei Form und Vermischung angewandtes Arzneimittel, sowohl innerlich, als auch äußerlich zu Bädern. Der kandierte, d. h. überzuckerte K. ist als magenstärkendes Mittel bei manchen beliebt, ebenso der würzhafte Kalmuslikör. |
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Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 9. Band: Seite 410 |
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Kalmus (Acorus L.), Gattung aus der Familie der Araceen, Kräuter mit kriechendem, stark verzweigtem, aromatischem Wurzelstock, reitenden, scheidigen und schwertförmigen Blättern, sehr langem Blütenschaft, walzenförmigen Blütenkolben ohne Blütenscheide und oblong kegelförmigen, rötlichen Beeren. A. Calamus L., mit schwammig-fleischigem, bis 56 cm langem, walzenförmigem, geringeltem, auf den Blattnarben punktiertem, blaß pfirsichblutrotem Wurzelstock, linealschwertförmigen, 60–120 cm langen Blättern, grünlichgelben Blüten und einem 30 cm langen Blatt,
welches die Verlängerung des Blütenschafts bildet und die Blütenscheide ersetzt.
Die Frucht ist unbekannt. Der Kalmus stammt aus den Küstenländern des Schwarzen Meers, findet sich auch in Mittelasien bis zum Altai und Japan
sowie verwildert im größten Teil Europas und in Nordamerika am Ufer stehender und langsam fließender Gewässer. Der Wurzelstock ist als Kalmuswurzel (Rhizoma Calami) offizinell. Er wird geschält, gespalten und getrocknet, ist dann gelblichweiß, schwammig, weich, schmeckt stark aromatisch bitterlich, riecht aromatisch und enthält außer einem Bitterstoff etwa 1 Proz. gelbes ätherisches Öl, welches fast ganz aus einem bei 260° siedenden Kohlenwasserstoff besteht.
Die Wurzel dient als Stomachikum bei atonischer Verdauungsschwäche, zu Zahnpulvern und Bädern; die Konditoren bereiten daraus durch Kochen mit Zucker
ein besonders im Orient beliebtes Konfekt; das Öl dient gleichfalls als Arzneimittel, zu Likören und in der Parfümerie. Persern und Arabern gilt die Wurzel als kräftiges Aphrodisiakum. Kalmus war schon in der altindischen Medizin, auch bei Griechen, Römern und Arabern gebräuchlich. 1574 kultivierte
Clusius den ersten Kalmus, den er aus Konstantinopel erhalten, bei Wien;
die Pflanze verbreitete sich dann sehr schnell und akklimatisierte sich überall, aber noch 1725 galt sie als ausländische Drogue und kam zum Teil aus Indien. |
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Weiterführende
Informationen
Kräuterbuch anno 1625
Charakteristik und Beschreibung (engl.)
Quellen |
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Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen
und Verarbeitung
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