|
| |
| |
Quecke
|
auch: Flechtgras,
Schnürgras
|
Familie:
Süßgräser
(Poacea)
|
|
|
|
Lt:
Agropyrum repens
|
Kleine Pflanzenkunde
|
|
|

|
Merkmale:
-
ausdauerndes
Gras, bis zu 150 cm hohes Gras;
-
Stängel aufrecht,
kahl;
-
Blätter grasartig, grün, schmal, flach, mit Adern;
Blattscheiden glatt, in der Jugend behaart, später kahl, mit 2 langen, spitzen, übereinandergreifenden Öhrchen;
-
Ähren
lang, blaugrün; Ährchen zweizeilig angeordnet, sitzend, mit zwei sterilen,
kurzbegrannten Hüllspelzen am Grund und drei bis sechs blütentragenden Deckspelzen;
-
Deck- und Vorspelzen
mit 3 Staubblättern;
-
Wurzelstock lang, an den Knoten mit
Wurzeln;
-
Geschmack: süßlich
-
Blütezeit:
Juni bis September / Sammelzeit: März bis April
-
Standort:
Felder, Brache, Gärten in Europa bis 2000 m
|
| |
|
|
Heilwirkung & Einsatzbereiche
|
|
|
Wirksame Teile:
|
Queckenwurzelstock
(Agropyri repensi rhizoma/Graminis rhizoma) |
|
Inhaltsstoffe:
|
ätherisches Öl,
Saponine |
|
Eigenschaften:
|
harntreibend
(diuretisch), hustenhemmend (antitussiv),
antimikrobiell (insbesondere durch ätherisches Öl) |
|
Anwendung:
|
Innerlich als Tee und Fertigarzneimittel
zur Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und als Vorbeugung bei Nierengrieß,
zur Erhöhung der Harnmenge bei Katarrhen der ableitenden Harnwege; als Ergänzung bei der Behandlung von Katarrhen
der oberen Luftwege
|
|
Rezepturen:
|
Etwa 2 bis 3 Teelöffel voll (ca. 5 bis 10 g) Queckenwurzelstock werden mit
150 ml siedendem Wasser überbrüht und nach 10 Minuten durch ein Teesieb gegeben.
Soweit nicht anders verordnet, wird bis zu 4mal täglich 1 Tasse frisch bereiteter
Teeaufguss getrunken. |
| |
|
In der
Tierheilkunde
|
|
|
Traditionell wird Pferden und Eseln als natürliche Prophylaxe gegen Darmparasiten eine Mischung aus Schwarzem Senf, Quecke, Brombeere und Holunder in regelmäßigen Abständen zum Futter gemischt. Auch Wurmfarn und Knoblauch werden in passender Dosierung beigemischt. Hinweis:
Wurmfarn sollte mit Bedacht und Vorsicht eingesetzt werden, denn bei Überdosierung der Droge können Vergiftungserscheinungen auftreten.
Allgemeine Empfehlung
|
| |
|
In alten
Büchern gestöbert
|
|
|
Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893
|
|
Rádices rect. Stolones oder Rhizóma
graminis. Queckenwurzeln. Graswurzeln.
Triticum oder Agropyrum repens. Graminéae. Europa.
Diese Pflanze ist ein sehr lästiges Unkraut unserer Felder. Die Droge besteht aus den meterlangen strohhalmdicken Wurzelstöcken und Ausläufern
derselben. Sie sind gelb, zäh, biegsam, knotig gegliedert, nur an den Knoten mit Fadenwurzeln und häutigen Scheiden besetzt. Geruch schwach, süsslich;
Geschmack gleichfalls süss und schleimig.
Bestandtheile. Gährungsfähiger Zucker, Mannit, nach der Jahreszeit wechselnd, Gummi.
Anwendung. Als blutreinigendes und schleimlösendes Mittel, früher auch vielfach zur Bereitung des Extr. graminis liquidum oder Mellago graminis, ein
heute durch das Malzextrakt verdrängtes Präparat.
Verwechselungen sollen vorkommen mit den Wurzeln von Lolium perenne und Triticum caninum; doch treten bei diesen die Wurzelfasern auch zwischen den
Knoten hervor.
|
|
|
|
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892,
Band 1, Seite 206
|
|
Agropyrum (Quecke), Gattung aus der Familie der Gramineen, mit 3-15blütigen Ährchen, welche mit ihrer breiten Seite der Spindel zugekehrt
liegen. Agropyrum repens, 0,3-1 m hoch, mit aufrecht stehender Ähre, fünf- bis achtblütigen Ährchen und kriechender Wurzel,
ist ein auf leichtem, mürbem Ackerland und in Hecken in ganz Europa, Nordasien, Nordamerika u. Patagonien gemeines Unkraut, dessen schwach
süßlich schmeckende, oft mannithaltige Wurzelstöcke als Rhizoma graminis offizinell sind. In Südeuropa dienen auch die Wurzelstöcke von Agropyrum acutum R.
et S., Agropyrum pungens R. et S. und Agropyrum junceum Beauv. als Queckenwurzel.
Die Queckenwurzeln sind außerordentlich reich an Nährstoffen, ihr Zuckergehalt steigt bis 22 Proz. 100 kg enthalten durchschnittlich 5 kg Asche und darin 13
Proz. Kali, 12 Proz. Phosphorsäure und 25 Proz. Stickstoff. Dieses Stickstoffgehalts wegen ist das übliche Verbrennen der Quecken äußerst verwerflich, da bei
dieser Manipulation die wertvollen Stickstoffverbindungen zerstört werden.
|
|
|
|
|
Merck´s Warenlexikon, 1884,
Band 21, Seite 444
|
|
Queckenwurzel
(radix graminis, rhizoma graminis). Die ausdauernden, strohhalmdicken, knotig gegliederten, unterirdischen Ausläufer des bekannten, besonders in
sandigen Feldern, auch sonst überall an Wegen und Zäunen wuchernden und schwer vertilgbaren Queckengrases (Agropyrum repens). Sie werden im Frühjahr und
Herbst bei der Ackerbestellung ausgerissen, gelesen und von den an den Knoten sitzenden Scheiden, Wurzelfasern und Halmen befreit, gewaschen, getrocknet und
gewöhnlich auf der Futterschneide zerkleinert zum Verkauf gebracht. Der Querschnitt zeigt eine hohle Markröhre, die Rinde ist dicker als der Holzkörper. Die
Wurzel enthält einen kristallisierbaren Zucker, Gummi und Schleim, Stärkemehl und Eiweiß, schmeckt daher beim Kauen süßlich und schleimig, und wird als Thee
medizinisch verwendet, ebenso auch das Extrakt daraus (Extraktum graminis).
|
| |
|
|
|
Weiterführende
Informationen
Quellen |
| |
|
|
|
|
|
| |
Durchsuchen Sie unsere Website mit google
Kleines Fachlexikon
Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen
und Verarbeitung
|