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Birke
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auch: Hängebirke,
Sandbirke
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Familie:
Birkengewächse
(Betulaceae)
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Silver Birch (engl.)
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Kleine Pflanzenkunde
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Die Birke ist ein bis zu 30 Meter hoher
Baum mit einem schlanken Stamm. Die Rinde ist mir hellem grau und weißer
Borke durchsetzt. Die Äste wachsen aufsteigend, die Zweige überhängend.
Die Blätter sind hellgrün, lang gestielt, herz- oder rautenförmig und an der Spitze
gezähnt. Die
männlichen Blütenkätzchen sind hängend, weibliche leicht gestielt und
walzenförmig. Die Hängebirke stellt keine besondere Bodenansprüche,
daher trifft man sie recht häufig in lichten Wäldern in ganz Europa
an.
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Blütezeit:
April bis Mai, Sammelzeit:
April bis Mai (für Knospen, Rinde, Saft), Juni bis September (für
Blätter) |
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Heilwirkung & Einsatzbereiche
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Heilend,
fördernd und kräftigend für: Ausschwemmung, Blutreinigung, Entgiftung, Entschlackung,
Blase, Gelenke, Haare und Kopfhaut, Pflege der Haut, Nieren
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Eigenschaften:
blutreinigend, nierenfunktionsfördernd
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Anwendung bei:
Blasenentzündung, Ekzemen (entzündliche Hautreaktionen), Gicht (Gelenkentzündungen als Folge von Stoffwechselstörungen),
Haarausfall, Schuppen, Nierenschwäche, Nierensteine, Nierengrieß, Ödeme (Einlagerung von Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem ins Gewebe),
Rheuma |
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Wirksame Teile: Birkenblätter
(Betulae folium) |
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Inhaltsstoffe: Flavonoide,
ätherisches Öl, Saponine, Gerbstoffe |
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Rezepturen & Produkte
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Die Anwendung erfolgt innerlich und äußerlich.
Zerkleinerte Blätter oder Trockenextrakte werden für Aufgüsse sowie als
Frischpflanzenpresssaft zum Einnehmen verwendet. |
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Teebereitung: Etwa zwei
Teelöffel voll Birkenblätter mit siedendem Wasser (ca. 150 ml) übergießen und nach etwa 10 bis 15 Minuten
gegebenenfalls durch ein Teesieb geben. Zusätzliche reichliche Flüssigkeitszufuhr ist
besonders wichtig, da der Tee die Harnproduktion stark anregt (quaretisch). |
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Birkenhaarspülung
für weiches, glänzendes Haar: Zwei Teelöffel getrocknete Birkenblätter mit zwei Tasse heißem Wasser (kochend)
übergießen und den Aufguss abkühlen lassen, dann abseihen. Diese
Spülung nach der Haarwäsche mit sanfter Massage auf die Kopfhaut reiben
(nicht ausspülen).
Diese Spülung wirkt auch gegen Erkrankungen der Kopfhaut (Schuppen) und
hilft bei Haarausfall. Für blondes Haar ist das Rezept ungeeignet - es
kann zu Verfärbungen kommen. |
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Kräuter-Haarwasser:
20 g Arnika, 20 g Buchsbaum, 15 g Klette, 15 g Brennnessel, 10 g Birke, 10 g Rosmarin und 10 g Lavendel werden etwa 5 Minuten lang in etwa 2 L gutem Essig gekocht. Anschließend muss der Sud etwa 30 Minuten
ziehen. Die Kräuter durch ein feines Sieb abseihen und in eine wiederverschließbare Flasche füllen. Mit dem
Kräuter-Haarwasser die Kopfhaut täglich sanft einreiben und das Haar danach wie gewohnt trocknen und
frisieren. Anwendung bei Haarausfall, schütterem Haarwuchs und zur Pflege der Kopfhaut. |
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In der Tierheilkunde
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Birke
als Bestandteil einer Frühjahrs- und Entschlackungskur für Tiere -
Ein Mischung aus Löwenzahn, Brennnessel, und Birkenblätter werden als Tee oder Frischpflanzen dem Futter in kleinen Mengen
beigeben.
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Eine Kräutermischung
mit Birke zur Linderung und Vermeidung der Folgeerscheinungen einer
Vergiftung, als Begleittherapie: Täglich 1 TL bzw. 1 EL (abhängig
vom Gewicht des Tieres) der folgenden Kräutermischung unter das Futter geben:
Ackerschachtelhalm, Artischocke, Birkenblätter, Brennnessel, Fenchel, Gänseblümchen,
Holunderblüten, Lindenblüten, Löwenzahn, Schafgarbe und Spitzwegerich
(Nach Angaben des Instituts für Veterinärpharmakologie und
-toxikologie)
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Zur unterstützenden Therapie bei Gicht, rheumatischen Beschwerden, Ekzemen oder zur
Förderung der Blutreinigung kann ein Aufguss aus Löwenzahnkraut und -wurzel,
Birkenblättern, Brennnessel, Fenchelfrüchten und Hagebuttenschalen dem Futter
beigemischt werden.
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Birkenblätter
sind als Zusatzfuttermittel für Pferde erhältlich.
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Allgemeine Empfehlung
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In alten
Büchern gestöbert
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Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 2. Band:
Seite 964-965 |
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Birke
(Betula L.), Gattung aus der Familie der Kupuliferen, Bäume und Sträucher mit einer meist in hautartigen Blättern sich lösenden, im Alter stets rissigen Rinde, ganzen, rauten- oder herzförmigen, gezahnten oder gesägten Blättern und männlichen Blütenkätzchen, die sich im Sommer entwickeln und den Winter hindurch geschlossen an den entlaubten Zweigen hängen, während die weiblichen Trugdöldchen erst im Frühling erscheinen. 1. Gruppe: weißbuchenblätterig Birken: Bäume mit länglichen und zugespitzten Blättern, deren Mittelnerv zahlreiche einander parallel laufende, durch Queradern verbundene Äste absendet. Die Zuckerbirke (Birke lenta L., Birke carpinifolia Ehrh.), 20–24 m hoher, rasch wachsender Baum mit braunschwarzer, in dickern, breiten Stücken sich lösender Rinde, welche gewürzhaft und süß schmeckt, ähnelt der Schwarzbirke, noch mehr hinsichtlich der Blätter der Hainbuche, wird in Nordamerika, ähnlich wie der Zuckerahorn, auf Zucker
benutzt und liefert auch ein schönes rosafarbenes Nutzholz.
Birke utilis Don., mit brauner Stammrinde, wird in den nördlichen Teilen des Himalaja zur Anfertigung von Papier benutzt. 2. Gruppe: rautenförmig-eirundblätterige Birken, Bäume, weniger Sträucher, mit kurzen Blättern, von deren Mittelnerv wenige Hauptäste in einem Bogen abgehen, zwischen welchen die netzförmige Äderung weniger deutlich hervortritt. Die Papierbirke (Birke papyraces Ait.), ein schöner, schnellwüchsiger, bis 25 m hoher Baum mit weißer, in Häuten sich ablösender Rinde, wächst in Kanada und in den nördlichen Staaten der Union, auch im östlichen Sibirien und im nördlichen Japan.
Man löst seine Rinde in 3–5,5 m langen und fast 1 m breiten Stücken ab und fertigt daraus dauerhafte, sehr leichte Kanoes, welche auf Reisen durch das Land von einem Gewässer zum andern getragen werden können. Ein Kanoe für 4 Personen wiegt 20–25 kg. Die Rotbirke (Birke nigra L., Birke rubra Mchx.), mit schon zeitig sehr rissigem, schwarzem Stamm, wird 18–24 m hoch, wächst in den Vereinigten
Staaten von Massachusetts bis Florida. Die Moorbirke (Birke pubescens Ehrh.), strauchartig, mit nie oder nur schwach weiß werdendem Stamm, auf den jungen Trieben stets weichhaarig und mit eirunden, oft herzförmigen, spitzen, grob, aber unregelmäßig gezahnten Blättern, welche die Behaarung wenigstens auf der Unterfläche bis in den Herbst behalten, findet sich in den Gebirgen Mitteleuropas, im Norden
auch in der Ebene und wächst ungemein langsam; ihr Holz ist wie das der folgenden verwendbar.
Die Weißbirke (Rauh-, Stein-, Winter-, Maser-, Harzbirke, Maienbaum, nordische Birke, Birke alba L.), bis 18 m hoher Baum, hat schwarzgraue Äste, eine in hautartigen, weißen Blättern vom Stamm und den ältern Ästen sich lösende Rinde, fast immer behaarte, junge Triebe und Blattstiele und meist einfach, aber ungleich gesägte Blätter, die in der Jugend oft wie mit Firnis überzogen sind. Sie bildet in Nordeuropa und Asien große Wälder, entwickelt bei Entfaltung der Blätter einen angenehmen Geruch und heißt deshalb auch Ruch- oder Moschusbirke (Birke odorata Bechst.). Sie wird jetzt häufig mit der Moorbirke zusammengezogen. In unsern Gebirgen erscheint sie sehr oft strauchartig, wächst dann aber in der Regel nicht auf sumpfigen, torfigen Stellen; herunterhängende Äste kommen bei ihr seltener vor. Die Hängebirke (Trauerbirke, Birke pendula Roth, Birke. Verrucosa Ehrh., Birke alba Bechst., s. Tafel »Birke«) ist der vorigen sehr ähnlich, doch sind die jungen Triebe von Anfang an unbehaart und oft mit durch
Verhärtung von Drüschen entstandenen Erhabenheiten besetzt; die Blätter sind vorherrschend rauten- oder deltaförmig, doppelt gesägt, die Blattstiele nie behaart. Der Baum hat eine mehr verlängerte, eiförmige Krone mit schwachen, oft tief herabhängenden Ästen, und da die Blätter kleiner sind als bei der nordischen Birke, so ist die Krone durchsichtiger. Die Hängebirke findet sich vorherrschend im mittlern Europa und im Orient, aber auch in Sibirien. Sie bildet wie die vorige Art viele Abarten, welche aber um so schwerer zu unterscheiden sind, als die Birke sowohl nach den einzelnen Individuen als nach den verschiedenen Zuständen ihrer Entwickelung und forstlichen Behandlung ungemein veränderlich ist.
Die Birke wächst in der Jugend schnell, erreicht ein Alter von 140 Jahren, eine Höhe von 25–30 m und eine Stärke des Stammes von nur ausnahmsweise viel mehr als 40 cm im Durchmesser. Der selten gerade Stamm treibt wenige starke Äste, so daß 60jährige Bäume nur 3–4 Proz. über 8 cm starkes Astholz liefern. Stämme von 5 cbm Holzmasse sind schon in Litauen nicht selten. Die Birke hat von allen unsern Waldbäumen die kleinste Wurzelverbreitung; sie ist sehr genügsam, gedeiht am besten in frischem, nicht zu bindigem Lehm- und feuchtem, humusreichem Sandboden; auf zu trocknem oder zu nassem Boden verkrüppelt sie zum niedrigen Busch. |
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Weiterführende
Informationen
E-Monographie
Charakteristik und Beschreibung (engl.)
Kräuterbuch anno 1625
Quellen |
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