Sagenkraut

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Eisenkraut

auch: Druidenkraut, Wundkraut, Echtes Eisenkraut, Eisenbart, Eisenkraut, Heiligkraut, Katzenblutkraut, Sagenkraut

Familie:

Eisenkrautgewächse
(Verbenaceae)

Vervain (engl.)

 

Lt: Verbena officinalis

Kleine Pflanzenkunde

Eisenkraut

Eisenkraut findet heute fast nur noch volksmedizinische Verwendung. Die Pflanze gedeiht auf Schuttplätzen, an Wegrändern und auf Ödland in Europa, selten jedoch in Nordeuropa. Eisenkraut ist eine ausdauernde, bis zu 80 Zentimeter hohe Pflanze. Der Stängel steht aufrecht, ist recht dünn, vierkantig und oben verzweigt Am Stängel wachsen lange, dünne, schräg abstehende Zweige. Die Blätter stehen gegenständig, sind fast keilförmig. Die unteren Blätter sind kurz gestielt, die oberen sitzend und in der Form länglich. Die Blütenstände sind ährenförmig, dünn, end- und achselständig. Eisenkraut bildet als Frucht eine viersamige Kapsel. Die Pflanze sollte wegen des nur noch seltenen Vorkommens nicht gesammelt werden. Eine Aussaat im Garten oder Topf bietet Möglichkeiten für die Anwendung.

Blütezeit/Sammelzeit: Juli bis September

 

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Eisenkraut

 

 

 

Eisenkraut

 

Heilend, fördernd und kräftigend für: Augen, Ausschwemmung, Blutreinigung, Entgiftung, Entschlackung, Blutkreislauf, Durchblutung / Blutdruck, Galle, Hals, Hautirritationen, Pflege der Haut, Leber, Mandeln, Sonnenbrand, Geweberegeneration, Vitalisierung, Steigerung der Leistungsfähigkeit, Anregung des Stoffwechsels, Wechseljahresbeschwerden

Anwendung bei: Augenentzündungen, Blutarmut, Bronchitis, Ekzeme (entzündliche Hautreaktionen), Gallenschwäche, Geschwüre, Halsschmerzen, Husten, Leberschwäche, Mandelentzündung, Ödeme (Einlagerung von Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem ins Gewebe), Schnittwunden, Schwächezustände, Sodbrennen, leichte Verbrennungen, Wechseljahresbeschwerden (Klimaterische Beschwerden)

Eigenschaften: anregend, antibakteriell, blutreinigend, entzündungshemmend (antiphlogistisch), harntreibend (diuretisch), krampflösend, schmerzstillend, schweißtreibend, hustenhemmend (antitussiv), auswurffördernd (expektorierend)

Wirksame Teile: Eisenkraut (Verbenae herba)

Inhaltsstoffe: Iridoidglykoside

Verwendung in der Volksheilkunde: Innerlich als Tee, äußerlich zu Umschlägen und in Salben.

  

Kommission-E (Phytotherapie), Bundesanzeiger: Wirksamkeit nicht (ausreichend) belegt; keine Risiken; sog. Nullmonographie

  

   

In alten Büchern gestöbert

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Hérba verbénae. Eisenkraut.
Verbéna officinális. Verbenacéae.
Europa. Das getrocknete, blühende Kraut. 

Stengel vierkantig, kahl oder mit wenigen Borsten, oberhalb gegenständig verästelt; Blätter gegenständig, sitzend, lanzettlich, kurzgezähnt, unterseits feindrüsig; Blüthen bläulich, klein. Geruchlos; Geschmack etwas bitter, herb. Obsolet.

  

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 16. Band: Seite 95

Verbena (Eisenkraut), Gattung aus der Familie der Verbenaceen, liegende oder aufrechte Kräuter und Halbsträucher mit gegen-, selten zu drei wirtel- oder wechselständigen, häufig eingeschnittenen, sehr selten ganzrandigen Blättern, kleinen bis mittelgroßen Blüten in meist terminalen, verlängerten oder gedrängten Ähren und in vier Nüßchen zerfallender Frucht. Etwa 80, meist amerikanische Arten. Verbena officinalis L., ausdauernd, mit 60 cm hohem Stengel, gegenständigen, dreispaltigen Blättern mit kerbig eingeschnittenen Lappen und kleinen, weiblichen oder rötlichen Blüten in langen, schmächtigen Ähren, in Europa  und Australien, wurde früher medizinisch als Universalmittel benutzt.
Sie war der Isis geweiht und stand auch bei Griechen und Römern als Heil- und Glückspflanze in hohem Ansehen. Man bekränzte die Opfer mit Eisenkraut, und die Ärzte nannten alle heilsamen Kräuter verbenae. Auch bei den Druiden galt das Eisenkraut als heilig. Als Zierpflanzen sind hervorzuheben: Verbena chamaedrifolia Juss., in Buenos Ayres, halbstrauchartig, mit leuchtend scharlachroten Blumen, hat die meisten der jetzt in Gärten verbreiteten Spielarten geliefert. Die Phantasie und italienischen Verbenen sind Blendlinge von Verbena tenerioides [richtig: teucrioides] Gill. et Arn. in Brasilien. Die Gartenverbenen sind ungemein veränderlich und liefern bei jeder Aussaat neue Varietäten (einfarbig, panaschiert, marmoriert, schattiert, geäugelt, gesternt, gerandet), und ihre Farben durchlaufen die ganze Farbenskala.

  

   

Weiterführende Informationen

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Kräuterbuch anno 1625

Quellen

 

Saathafer ] Saat-Hohlzahn ] Saatmohn ] [ Sagenkraut ] Salatblume ] Salbei ] Samwurzel ] Sandbirke ] Sandthymian ] Sauerdorn ] Sauerkrautwurz ] Schafgarbe ] Schafkraut ] Schafzunge ] Scharbockskraut ] Scharfnessel ] Scharlachkraut ] Schlafmohn ] Schlafmützchen ] Schlangenmoos ] Schlangenwurzel ] Schlüsselblume ] Schmalblättrige Kegelblume ] Schnürgras ] Schöllkraut ] Schöllwurtz, kleine ] Schotenklee ] Schuppenflechte, isländische ] Schwanenbrot ] Schwarzbeere ] Schwarze Johannisbeere ] Schwarzer Holunder ] Schwarzer Senf ] Schwarzkümmel ] Schwarztee ] Schwarzwurz ] Senf, schwarzer ] Senna ] Silberdistel ] Silberkraut ] Silberweide ] Skorbutkraut ] Sommerlinde ] Sonnenblume ] Sonnenhut ] Sonnenkraut ] Sonnentau ] Sonnwendgürtel ] Spelt ] Spießdorn ] Spinnendistel ] Spirke ] Spitzwegerich ] St. Jacobskraut ] Stabkraut ] Stachelkümmel ] Stechmyrte ] Steinklee ] Steinlinde ] Sternleberkraut ] Stiefmütterchen ] Stieleiche ] Stolzer Heinrich ] Storchschnabel ] Sturmhut ] Suchtkraut ] Sumpfdotterblume ] Sumpfklee ] Süßholz ]

 

 

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