Rundblättriger Sonnentau

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Sonnentau

auch: Rundblättriger Sonnentau

Familie: Droseraceae
(Sonntaugewächse) 

dew plant, mooregrass, redrot, sundew, youthwort (engl.)

 

Lt: Drosera rotundifolia

Kleine Pflanzenkunde

Sonnentau

 

Sonnentau

Die in Eurasien und Nordamerika heimische, ausdauernde, bis 20 cm hohe, fleischfressende Pflanze mit faseriger Wurzel ist auf feuchtem Sand und in Sümpfen anzutreffen, meidet aber kalkreiche Unterlage. Die kreisrunden, plötzlich in den Stiel verschmälerten, 6-7 mm langen und 6-11 mm breiten Blätter sind für den Insektenfang mit 200 zur Blattspreite senkrecht stehenden Tentakeln versehen, die ein klebriges Sekret ausscheiden (Sonnentau). Mit dem Torfmoos in Gemeinschaft lebend, wird es von diesem oft überwuchert. Dann durchbricht der Blütenstengel das Moospolster und bildet an dessen Oberfläche eine neue Blattrosette, während die unteren Blätter verfaulen. Der aufrechte Blütenschaft trägt an der Spitze eine Traube weißer Blüten. Diese bestehen aus einem fünfblätterigen Kelch, einer fünfblätterigen Krone, fünf Staubgefäßen und einem mehrfächerigen Fruchtknoten, der mehrere Griffel trägt. Frucht eine Kapsel. Vor den normalen Blüten treten reichlich fruchtende kleistogame auf.  (Madaus 1938) 

Blütezeit: Juni bis August

Verbreitung: Europa

In der Roten Liste der Pflanzenarten - nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte Art(en) [Stand 2007]: Drosera spp. (Sonnentaue)

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Wirksame Teile: Droserae herba, Sonnentaukraut

Inhaltsstoffe: Naphthochinonderivate, Quercetin, Myricetin und Kämferol, proteolytische Enzyme, organische Säuren

Anwendung: 

  • In der Phytomedizin: Krampf- und Reizhusten

  • In der Homöopathie: Entzündungen der Atemwege,  besonders Keuchhusten

Interessant: Nach Samuel Hahnemann (Begründer der Homöopathie): »Vom Rundblattsonnenthau (Drosera rotundifolia) wissen wir nichts gewisses weiter, als daß er Husten erregt, und daher im feuchten Katarrhalhusten so wie in der Influenza mit Nutzen gebraucht worden ist.« (Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst, herausgegeben von C.W. Hufeland, 1796, 2. Band)

  

In der Tierheilkunde

Traditionell wird bei Atemwegserkrankung des Hundes ein milder Aufguss mit Rundblättrigem Sonnentau bereitet, der über den Tag verteilt unter kleine Portionen des üblichen Futters gerührt werden kann. Sonnentau soll auch die Fruchtbarkeit der Tiere anregen.

Allgemeine Empfehlung

  

In alten Büchern gestöbert

Dr. Med. Gerhard Madaus, Lehrbuch der Biologischen Heilmittel, 1938

Im Altertum scheint die Pflanze unbekannt gewesen zu sein. Erst im 13. Jahrhundert werden die Blätter des Sonnentaus als kühlendes Mittel genannt. Die Alchemisten glaubten in dem Saft, den die Drüsenhaare ausscheiden, den Stoff zur Bereitung des Goldes und des Lebenselixiers gefunden zu haben. Arnoldus de Villanova (1300-1363), Professor in Barcelona, beschäftigte sich mit der Gewinnung eines Elixiers aus der Drosera rotundifolia. Er wurde später in Italien wegen seiner wissenschaftlichen Forschungen und aufgeklärten Denkweise als Goldmacher und Teufelsbanner verfolgt. Nach seinem Tode wurden viele seiner Schriften durch die Inquisition der Verbrennung auf dem Scheiterhaufen ausgeliefert. Er führte Drosera gegen Lungenleiden und Epilepsie als Heilmittel in die Medizin ein. In dem von ihm hergestellten Goldwasser, Aqua auri, einem Universalmittel bei allen Krankheiten, war der Sonnentau der Hauptbestandteil. Als wohlschmeckender Likör ist das Goldwasser auch heute noch in Italien populär. Aus dem Namen Ros solis (Gen. Roris solis) entstand der später für die Droge gebräuchliche Name Herba Rorellae. 

Der mit Zucker vermischte Preßsaft wurde gegen Husten, Schwindsucht, Nieren- und Blasenleiden angewandt. Im Jahre 1867 wurden (nach Caspary) von Pariser Homöopathen 300 kg getrocknete Drosera aus den Vogesen als Keuchhustenmittel bestellt. Als Amulett soll Drosera gegen Wahnsinn, Zahnschmerzen und schwere Entbindung getragen worden sein. In Mähren verwendet man sie gegen Augenentzündungen. 

  

Weiterführende Informationen

E-Monographie

Quellen

 

Rainfarn ] Rangapfel ] Rankenefeu ] Raponitka ] Ratanhia ] Rauchsalbei ] Rauschpfeffer ] Raute ] Rhabarber, chinesischer ] Ribisel ] Riesenbärenklau ] Ringelblume ] Rippenkraut ] Rispal ] Rispenhafer ] Rittersporne ] Römischer Fenchel ] Römischer Kümmel ] Römischer Quendel ] Rosenlorbeer ] Rosmarin ] Rosskastanie ] Rossklettenwurz ] Rosszwadel ] Rosspappel ] Rote Hundsbeere ] Rote Pestwurz ] Roter Aurin ] Rotlaufkraut ] [ Rundblättriger Sonnentau ] Ruprechtskraut ]

 

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