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Klette, große
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auch: Bardane,
Große Klette, Rossklettenwurz
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Familie:
Korbblütler
(Asteraceae)
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Great Burdock (engl.)
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Kleine Pflanzenkunde
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Abb.: Kleine Klette
(Arctium
minor) |
Die Klette ist eine zweijährige
Pflanze und wird etwa eineinhalb bis knapp zwei Meter hoch. Der Stängel
ist schwach behaart, gerieft und verzweigt. Die Blätter sind gestielt, herzförmig
und gezähnt. An der Oberseite sind sie grün, unten eher weiß-grau. Die
Klette blüht rosa bis zart violett. Die Röhrenblüten haben einen
glockigen Saum - die Blütenköpfchen sind in lockeren Scheindolden
angeordnet und kugelig Die Hüllblätter der Blüte haben an der Spitze
kleine Widerhaken. Die Klette gedeiht recht anspruchslos an Weg- und Feldrändern,
auf Schuttplätzen und Weiden in ganz Europa. Man verwendet die Klette in
manchen Regionen als Gemüse, denn sie ähnelt im Geschmack der Schwarzwurzel.
Für heilsame Zwecke nutzt man die getrocknete Klettenwurzel. Man kann sie
sowohl im Herbst des ersten, als auch im Frühjahr des zweiten Wuchsjahres
sammeln. |
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Blütezeit: Juni bis August,
Sammelzeit: März bis April und September bis Oktober |
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Heilwirkung & Einsatzbereiche
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Abb.: Kleine Klette
(Arctium
minor) |
Heilend,
fördernd und kräftigend für: Haare und Kopfhaut, Haut, Pflege der Haut, Wundheilung,
Verdauungsorgane, Gelenke |
Anwendung bei:
Gelenkrheuma, Geschwüre, Haarausfall, Hautleiden, Kopfschuppen, Wundheilung,
Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, Gicht, Rheuma, unreine Haut, Hauterkrankungen,
Gallenbeschwerden, Ekzeme, schlecht heilende Wunden, Schuppenflechte, Akne,
Hautjucken, Insektenstiche
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Eigenschaften:
gallensekretionsfördernd, schweißtreibend, harntreibend, blutzuckersenkend,
entzündungshemmend
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Wirksame
Teile: Klettenwurzel (Bardanae radix) |
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Inhaltsstoffe:
Bitterstoffe, Sesquiterpenlcactone, ätherisches Öl, Arctinal (u.a.) |
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Rezepturen
& Produkte
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Abb.: Kleine Klette
(Arctium
minor) |
Klettenwurzelöl als
Haarwuchs- und Harrpflegemittel (Klettenwurzelhaaröl) wird noch heute aufgrund der Signaturlehre des Mittelalters angewandt.
Innerlich nutzt man Klettenwurzel auch als Tee.
Kräuter-Haarwasser:
20 g Arnika, 20 g Buchsbaum, 15 g Klette, 15 g Brennnessel, 10 g Birke, 10 g Rosmarin und 10 g Lavendel werden etwa 5 Minuten lang in etwa 2 Liter gutem Essig gekocht. Anschließend muss der Sud etwa 30 Minuten
ziehen. Die Kräuter durch ein feines Sieb abseihen und in eine wiederverschließbare Flasche füllen. Mit dem
Kräuter-Haarwasser die Kopfhaut täglich sanft einreiben und das Haar danach wie gewohnt trocknen und frisieren. Anwendung bei Haarausfall, schütterem Haarwuchs und zur Pflege der Kopfhaut. |
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Kommission-E (Phytotherapie), Bundesanzeiger:
Klettenwurzel - Wirksamkeit nicht (ausreichend) belegt; keine Risiken; sog. Nullmonographie |
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In der Tierheilkunde
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Die
Klette entfaltet auch bei vielen Tieren ihre gallensekretionsfördernde,
schweißtreibende, harntreibende, blutzuckersenkende und entzündungshemmende
Wirkung.
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Die Wurzel der Klette
gilt traditionelle als ein gutes Heilmittel für Schafe. Die frische, kleingeschnittene
Wurzel mischt man hustenden oder kränkelnden Schafen unters Futter.
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Traditionell wird die Blutreinigung und
Entgiftung bei Hunden mit einem milden Aufguss von Großer Klette und Brennnessel
unterstützt. Der Aufguss kann dem Futter beigemischt werden.
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Die getrockneten Blätter der
Großen Klette unters Futter gemischt wirken auch besonders stärkend
auf Rinder. Bei Rindern und Pferden, die an Husten leiden, gibt man
eine Mischung aus Klettenwurzel, Huflattich, Enzianwurzel und Dost unters
Futter. (nach Susanne Fischer-Rizzi)
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Klettenwurzel
wird auch als Zusatzfuttermittel für Pferde angeboten. In der
Naturheilkunde werden bei Pferden und Eseln mit rheumatischen Gelenkerkrankungen
regelmäßig Kräuter der Heu- und Haferration untergemischt: Kresse,
Brennnessel, Petersilie, Beinwell, Silberweiden- oder Wacholderrinde, Große
Klette und etwas Rosmarin.
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Allgemeine Empfehlung
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In alten
Büchern gestöbert
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Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893 |
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Rádices bárdanae oder lappae majóris.
Klettenwurzeln. Kliebenwurzel.
Lappa officinális, L. minor, L. tomentosa. Compositae. Ueberall in Deutschland häufig.
Pfahlwurzel, spindelförmig, selten ästig, 25–30 cm lang, 1–3 cm dick, runzelig, aussen graubraun, innen bräunlich mit weissfilzigen Höhlungen. Holz strahlig, Mark weiss. Die grösseren Wurzeln kommen meist gespalten in den Handel. Geruch eigenthümlich, frisch kräftig, später schwach. Geschmack bitter, schleimig.
Bestandtheile. Inulin (eine Art Stärke) ca. 40%. Gerbstoff, Spuren von Zucker und ätherischem
Oel.
Anwendung. Innerlich als Zusatz zu blutreinigenden Thees, äusserlich als Haarwuchs förderndes Mittel.
Die Wurzel ist sehr dem Schimmel und dem Mottenfrass ausgesetzt, muss daher gut getrocknet, am besten in Blechgefässen, aufbewahrt werden. |
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Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage,
1885-1892; 10. Band: Seite 516 |
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Arctium
Lappa, Klette, Gattung aus der Familie der Kompositen, zweijährige hohe, ästige Kräuter mit großen, wechselständigen, ungeteilten,
gezähnelten, stachelspitzigen Blättern, mittelgroßen, an der Spitze der Äste gebüschelt in Trauben oder fast doldenrispig stehenden Köpfchen,
deren Hüllkelch meist in eine einwärts hakenförmige Spitze auslaufende Blättchen besitzt. Die Blüten sind meist purpurrot, die Achänen
länglich-eiförmig mit mehrreihigem Pappus. 6–7 europäisch-asiatische Arten.
Von den drei Arten: große Klette (Lappa officinalis All.), kleine Klette
(Lappa glabra Lam.) und filzige Klette (Lappa tomentosa Lam.), war die Wurzel als Klettenwurzel
(Radix Bardanae) offizinell. Sie ist bis 0,5 m lang, oben bis über 2 cm dick, wenig ästig, außen graubraun, innen
weißlich, schmeckt frisch etwas scharf, getrocknet fade, schleimig-süßlich; sie enthält
Inulin, etwas Gerbstoff und Zucker und wird in manchen Gegenden, wie auch die jungen Sprosse, als Gemüse gegessen. Schon im Altertum wurde die Klette als Arzneimittel benutzt, jetzt dient sie noch
als Volksheilmittel, namentlich zur Beförderung des Haarwuchses. Das sogen. Klettenwurzelöl hat aber mit der Wurzel der Klette nichts
als den Namen gemein. |
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Merck`s Warenlexikon, 1884; Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884; Seite 272; Warenbeschreibung |
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Klettenwurzel
(radix Bardanae, radix lappae majoris). Die daumendicken Hauptwurzeln unserer Kletten
(Lappa major und L. tomentosa), welche im zweiten Lebensjahre gegraben werden sollen, bilden gespalten und getrocknet einen Artikel des Droguenhandels und werden als Bestandteil von
Brustthee angewandt. Die Wurzel enthält, außer Schleim, Inulin, etwas Gerbstoff, Bitterstoff, Zucker etc. und hat einen herben, süßlich bittern
Geschmack. Wahrscheinlich durch den Umstand, daß die Landleute ihren Kindern mit einer Abkochung die Haare durchkämmen und damit einen gewissen
Zweck der Reinigung allerdings erreichen, ist die Wurzel in den unverdienten Ruf eines den Haarwuchs befördernden Mittels gekommen und das
Klettenwurzelöl ist ein ständiger Artikel der Kosmetik geworden. Wird dieses Mittel als „echtes“ offeriert, so ist es möglich, daß sich der
Laborant die Mühe gegeben hat, Baumöl wirklich mit zerschnittener Wurzel zu erhitzen. Das Öl färbt sich dabei braun, kann aber natürlich aus
der Wurzel keine Eigenschaft entnehmen, die diese nicht hat. Für gewöhnlich besteht das Mittel einfach aus rotgefärbtem und parfümiertem
Baumöl. |
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Weiterführende
Informationen
Charakteristik und Beschreibung (engl.)
Quellen |
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