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Oleander
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auch: Rosenlorbeer,
Lorbeerrose
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Familie:
Hundsgiftgewächsen
(Apocynaceae)
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Oleander
(engl.)
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Lt:
Nerium oleander
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Kleine Pflanzenkunde
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Merkmale:
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Aufrechter, kleiner Baum oder Strauch
mit bis zu 4 m Wuchshöhe
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Blätter
lanzettlich, ledrig, im Quirl angeordnet
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Blüten rosafarbenen,
duftend, in Trugdolden stehend, mit 5 Blütenblättern (Durch
Kultivierung als Gartenpflanze sind Abweichungen der Blütenfarbe
möglich.)
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Verbreitung:
Mittelmeerraum, in Mitteleuropa kultiviert
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Blütezeit:
Juli bis September
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Eigenschaften: Alle Pflanzenteile sind
stark giftig
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Vergiftungserscheinungen:
Kopfschmerzen, Übelkeit, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen; Beachten Sie auch die Anmerkungen im Verzeichnis »Giftpflanzen«.
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Inhaltsstoffe: Glykoside
(Oleandrin, Aglyka Digitoxigenin, Gitoxigenin, Oleandrigenin, Adynerigenin, Neriagenin
u.a.), Flavonoidglykoside, Saponine, Gerbstoffe, ätherische Ole
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Anwendung
in
der Phytotherapie: Kommission-E, Bundesanzeiger
1988: Wirksamkeit nicht (ausreichend) belegt; Risiken vorhanden
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Anwendung
in
der Homöopathie bei Herzerkrankungen, Verdauungsstörungen, nässenden Ekzemen,
Ödemen, Rheumatismus
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Interessant:
Nach Samuel Hahnemann (Begründer der Homöopathie): »Von der Herzklopfen,
Angst und Ohnmacht hervorbringenden Eigenschaft des Unholdoleanders (Nerium oleander) läßt sich in
einigen Arten chronischen Herzklopfens u. s. w. auch wohl in der Fallsucht etwas gutes erwarten. Er treibt den Unterleib auf, und
mindert die Lebenswärme, und scheint eine der wirksamsten Pflanzen zu seyn.«
(Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst,
herausgegeben von C.W. Hufeland, 1796, 2. Band, S.
504)
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In der Tierheilkunde
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Oleander (Nerium oleander)
wirkt stark giftig auf Pferde, Esel, Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Hunde, Katzen, Kaninchen,
Meerschweinchen und Vögel. Bei Verdacht auf Vergiftung sollte das betroffene Tier sofort
ärztlicher Behandlung unterzogen werden. Es sollte keinesfalls absichtlich Erbrechen hervorgerufen werden, es sollten auch keine
eiweißhaltigen Getränke oder ölhaltigen Substanzen verabreicht werden - dem Tier möglichst nur etwas Wasser zu trinken geben. Wenn das Tier
bereits erbrochen hat, nehmen Sie das Erbrochene in die Tierarztpraxis mit.
Als Giftpflanze wird der Oleander bereits nach Theophrast auf dem Alexanderzug erwähnt, und zwar machte er sich besonders bei den Zugtieren als gefährlich bemerkbar. Auch Dioskurides berichtet, daß die Blätter und Blumen für Hunde, Esel, Maulesel und andere vierfüßige Tiere ein tödliches Gift seien, und daß besonders Schafe und Ziegen leicht daran stürben.
(Madaus 1938)
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In alten
Büchern gestöbert
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Dr. Med. Gerhard Madaus, Lehrbuch der Biologischen Heilmittel, 1938
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Ein Oleanderwein wurde gegen den Biß giftiger Schlangen verwandt, sonst brauchten die Alten ihn nur als äußerliches Mittel. Im 16. Jahrhundert wird der Oleander als Zierpflanze in der Schweiz und in Bayern gefunden.
Um Nizza brauchen die Bauern das Pulver der Rinde und das Holz als Rattengift, und die Bettelmönche der Provence benutzten die Pflanze zur Entfernung von Ungeziefer. In Algier pflanzen die Eingeborenen Oleanderzweige in die Getreidefelder, um Rhizophagenlarven zu vertreiben. Äußerlich wenden sie den Oleander gegen Krätze an.
Vergiftung mit Oleanderblättern erzeugt Gastroenteritis mit hämorrhagischer Diarrhöe (Gadamer, Lehrb. d. chem. Toxikol., Göttingen 1924.), Nausea, Kopfschmerzen, Vomitus, Pulsverlangsamung, Zyanose der Hände (Wateff, Dtsch. med. Wschr. 1901, S. 801.), neuromuskuläre Störungen und Störungen der Herzfunktion (Coronedi, Sperimentale 1932, S. 51.), Vertigo und Appetitstörungen (v. Oefele, Reichsmed.-Anzeiger 1891, S. 203.).
In der neueren homöopathischen Literatur (Stauffer, Klin. hom. Arzneimittell., S. 734; Heinigke, Handb. d. hom. Arzneiwirkungsl., S. 475.) wird Oleander u. a. bei Lähmungen, Krampf und Reizbarkeit der Darmmuskulatur, bei Übelkeit mit Ohnmachten und Kälte der Unterglieder, bei Herzklopfen, juckenden Kopfausschlägen und abendlichem Hautjucken genannt.
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Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892, Blatt 12.55
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Nerium L. (Oleander, Lorbeerrose), Gattung aus der Familie der Apocyneen, immergrüne Sträucher mit zu dreien, seltener zu vieren wirtelständigen, schmalen, lederartigen Blättern, schönen, großen Blüten in end- oder achselständigen Trugdolden und länglichen Balgkapseln mit schopftragenden Samen.
Zwei oder drei Arten in den Mittelmeerländern und dem tropischen Asien. Nerium Oleander L. (Rosenlorbeer), bis 8 m hoher Strauch an Bächen und Seen in Südeuropa, Nordafrika und Vorderasien, mit lanzettförmigen Blättern und rosenroten, auch weißen Blüten, ist scharf narkotisch, die Blätter wurden früher gegen Hautausschläge benutzt und dienen wohl auch jetzt noch als Hausmittel. Die Rinde benutzt man in Südeuropa zur Vertilgung des Ungeziefers. Bei uns wird er in mehreren Varietäten als Kalthauspflanze und vielfach auch im Zimmer kultiviert. Sehr ähnlich ist der wohlriechende Oleander (Nerium odorum Ait.), aus Indien, mit wohlriechenden Blüten, der ebenfalls in mehreren Varietäten kultiviert wird.
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Weiterführende
Informationen
Charakteristik und Beschreibung (engl.)
Quellen |
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Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen
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