Rippenkraut

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Spitzwegerich

auch: Rippenkraut, Schafzunge

Familie: Wegerichgewächse

  (Plantaginaceae)

Ribwort Plantain (engl.)

 

Lt: Plantago lanceolata

Kleine Pflanzenkunde

Spitzwegerich

 

Der Spitzwegerich ist eine ausdauernde, kahle Pflanze, die bis zu 50 Zentimeter hoch wächst. Die Blätter sind grundständig und in einer Rosette angeordnet. Auf den Blättern sind starke Längsnerven deutlich zu erkennen. Spitzwegerichblüten sind anfangs kugelförmig und werden später zu walzenähnlichen Ähren. Die Blätter des Spitzwegerichs und auch der anderen Wegerichgewächse werden auch für Salate und Suppen genutzt. Nach Insektenstichen empfiehlt es sich, möglichst sofort den Saft einiger Spitz- oder auch Breitwegerichblätter aufzutragen. Die Schwellung wird dann viel geringer ausfallen, auch Schmerz und Juckreiz werden gelindert. 

Blütezeit: Mai - September, Sammelzeit: März bis April

 

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Spitzwegerich

 

Heilend, fördernd und kräftigend für: Atemwege, Verdauungsorgane, Gewebe/Haut

Anwendung bei: Bronchitis, Insektenstiche, Katarrhe der oberen Luftwege, Magen- und Darmschleimhautentzündungen, Quetschungen, blutende Wunden

Wirkung: reizmildernd, entzündungshemmend, antibakteriell

Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Gerbstoffe, Iridoide (Aucubin, Catalpol), Polysaccharide

Wirksame Teile: Spitzwegerichblätter, Plantaginis lanceolatae folium, Spitzwegerichkraut, Plantaginis lanceolatae herba

Rezepturen  &  Produkte

Spitzwegerich

 

 

Anwendung: innerlich als Tee (optimal ist ein Kaltauszug) oder Sirup (Hustensaft) und äußerlich als Salbe oder Wickel. Auch der Presssaft des frischen Krautes wird äußerlich als wundheilendes und entzündungshemmendes Mittel benutzt. Für Spitzwegerichsirup kocht man Blätter und Blüten mit Zucker und Honig, bis die gewünschte Konsistenz erreich ist.

Hustenteemischung: Spitzwegerichblätter, Huflattichblüten, Huflattichblätter, Blüten der Königskerze zu gleichen Teilen vermischen. Davon zwei gehäufte Teelöffel mit einem Viertel Liter Wasser überbrühen, fünf Minuten ziehen lassen, absieben und schluckweise trinken.

Teeaufguss: Zwei Teelöffel voll Spitzwegerichkraut  werden mit siedendem Wasser (ca. 150 ml) übergossen und nach etwa 10 bis 15 Minuten durch ein Teesieb gegeben.

Kaltauszug zum Spülen oder Gurgeln sowie zur Bereitung von Umschlägen. Empfehlenswert ist die Anwendung drei bis vier mal täglich: Zwei Teelöffel voll Spitzwegerichkraut mit kaltem Wasser (ca. 150 ml) übergießen, unter häufigem Umrühren ein bis zwei Stunden stehen lassen und dann gegebenenfalls durch ein Teesieb geben.

 

   

In der Tierheilkunde

Spitzwegerich wird traditionell auch bei Husten der Tiere eingesetzt. Spitzwegerich enthält wasserlösliche Schleimstoffe, diese haben lokal erweichende, reizmildernde und einhüllende Wirkung auf die Schleimhäute bei Tier und Mensch. Die Naturheilkunde eignet sich insbesondere zur unterstützenden Therapie, um Schmerzen zu lindern oder den Gesamtzustand eines Tieres zu verbessern. Spitzwegerichkraut wird als Zusatzfuttermittel für Pferde angeboten.

  • Bei Pferden, Eseln und Hunden hat sich eine Kräutermischung aus Salbei, Anis, Kamille, Malve, Huflattich, Spitzwegerich, Schafgarbe, Königskerze und Lungenkraut gegen Atemwegserkrankungen bewährt. Die Pflanzen können frisch bzw. als Absud dem Futter beigemischt werden.

  • Spitzwegerich in der Veterinärmedizin zur Linderung von Bronchopneumonie (morphologische Verlaufsform der Lungenentzündung) und zur Fiebersenkung als flüssige Zubereitung bzw. als Aerosol.

  • Spitzwegerich in der Veterinärmedizin/in der Tierhaltung zur Beseitigung von Fehlern im Stallklima - z.B. zur Neutralisation von Ammoniak, Schwefelwasserstoff und weiteren Schadgasen sowie Bindung „Fällung“ von Staubpartikeln - somit auch zur Hustenlinderung als Bestandteil flüssiger Zubereitungen.

  • Spitzwegerich als Empfehlung vom Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie zur Linderung und Vermeidung der Folgeerscheinungen einer Vergiftung, als Begleittherapie: Täglich 1 TL bis 1 EL der folgenden Kräutermischung unter das Futter geben: Ackerschachtelhalm, Artischocke, Birkenblätter, Brennnessel, Fenchel, Gänseblümchen, Holunderblüten, Klee, Lindenblüten, Löwenzahn, Schafgarbe und Spitzwegerich. 

  • Allgemeine Empfehlung

 

   

In alten Büchern gestöbert

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Hérba plantáginis. Wegerich, Spitzwegerich.
Plantágo major, Pl. media, Pl. lanceoláta. Plantaginéae.
Europa, überall gemein. Die Blätter dieser 3 Pflanzen werden, da ihre Bestandtheile etwa die gleichen sind, beliebig verwendet; sie sind neuerdings durch die sog Spitzwegerichbonbons wieder in Erinnerung gekommen, während sie lange Zeit gänzlich vergessen waren. Die Bestandtheile derselben sind höchst unschuldiger Natur; sie bestehen nur in ein wenig Gerbsäure, geringen Mengen Bitterstoff und Schleim.

  

Meyers Konversations-Lexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 13. Band: Seite 112

Plantago L. (Wegerich, Wegebreit, Wegtritt), Gattung aus der Familie der Plantagineen, ein- oder mehrjährige Kräuter oder Halbsträucher mit wechsel- oder gegenständigen oder eine grundständige Rosette bildenden, einfachen, ganzrandigen oder fiederig eingeschnittenen Blättern, axillaren, dichten, verlängerten oder kopfigen Ähren, unscheinbaren Blüten und vielsamiger Kapsel. Etwa 200 über die ganze Erde zerstreute Arten.

   

Weiterführende Informationen

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Rainfarn ] Rangapfel ] Rankenefeu ] Raponitka ] Ratanhia ] Rauchsalbei ] Rauschpfeffer ] Raute ] Rhabarber, chinesischer ] Ribisel ] Riesenbärenklau ] Ringelblume ] [ Rippenkraut ] Rispal ] Rispenhafer ] Rittersporne ] Römischer Fenchel ] Römischer Kümmel ] Römischer Quendel ] Rosenlorbeer ] Rosmarin ] Rosskastanie ] Rossklettenwurz ] Rosszwadel ] Rosspappel ] Rote Hundsbeere ] Rote Pestwurz ] Roter Aurin ] Rotlaufkraut ] Rundblättriger Sonnentau ] Ruprechtskraut ]

 

 

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