Passionsblume

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Passionsblume

auch: Rangapfel

Familie:

Passionsblumengewächse

(Passifloraceae)

Passion Flower (engl.)

 

Lt: Passiflora incarnata,

Passiflora caerulea

Kleine Pflanzenkunde

 

Passionsblume

 

Passionsblume

Merkmale:

  • Mehrjährige Pflanze; 

  • Stängel bis zu 5 m lang, kahl, dünn, schwach gerillt, rankend;

  • Blätter wechselständig, gestielt, tief 3-lappig, am Grund keilförmig; 

  • Blattlappen eiförmig-lanzettlich, am Rand kleingesägt; Blattstiel mit 2 extrafloralen Nektardrüsen; 

  • In vielen Blattachseln bilden sich lange, eng zusammenziehende, einfache Ranken; 

  • Blüten gestielt, mit ausgebreiteten Kelch- und Blütenblättern, stehend in den Achseln der jüngsten Blätter; 

  • Kelchblätter am Grund zu einer Röhre verwachsen, länglich-eiförmig, stachelspitzig; 5 Staubblätter; Griffel unten verwachsen

  • Blütezeit/Sammelzeit: Mai bis August

  • Verbreitung: tropische bis subtropische Gebiete Amerikas und Ostindiens, in Europa in Gewächshäusern und in botanischen Gärten kultiviert.

  • Namensursprung: verschiedene Teile der Blüte gaben der Pflanze ihren Namen: drei Narben = drei Nägel, fünf Blütenblätter = fünf Wundmale, Nebenkrone = Dornenkrone, Ranken = Geißel

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

 

Passionsblume

Wirksame Teile: Passionsblumenkraut (Passiflorae herba) - bestehend aus den frischen oder getrockneten, oberirdischen Teilen

Inhaltsstoffe: Flavonoide, Maltol, Cumarin-Derivate, ätherisches Öl

Eigenschaften: einschlaffördernd, krampflösend (spasmolytisch), anxiolytisch

Anwendung: bei nervösen Unruhezuständen, Einschlafstörungen (Insomnie), Angst- und Spannungszustände innerlich als Tee

Dosierung: Soweit nicht anders empfohlen, wird 2- bis 4mal täglich eine Tasse des wie folgt bereiteten Teeaufgusses getrunken: 1 Teelöffel voll Passionsblumenkraut wird mit 150 ml siedendem Wasser übergossen und nach etwa 10 bis 15 Minuten gegebenenfalls durch ein Teesieb gegeben.

Hinweis: Beachten Sie auch die Anmerkungen im Verzeichnis »Giftpflanzen«.

 

In der Tierheilkunde

  • Die Passionsblume (Passiflora caerulea) gilt für Kaninchen und Meerschweinchen als unverträglich bzw. wird für diese Tiere als Giftpflanze deklariert. Bei Verdacht auf Vergiftung sollte das betroffene Tier sofort ärztlicher Behandlung unterzogen werden.

  • Traditionell wird zur Beruhigung von Hunden und Katzen ein milder Passionsblumenaufguss bereitet, der dem Futter beigemischt werden kann.

  • Passionsblume wird als Zusatzfuttermittel für Pferde angeboten.

  • Allgemeine Empfehlung

 

In alten Büchern gestöbert

Meyers Konversations-Lexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892, Blatt 12.761

Passiflora L. (Passionsblume, Rangapfel), Gattung aus der Familie der Passifloraceen, Sträucher oder Kräuter mit aufrechtem, 
häufiger kletterndem Stengel, wechselständigen, ganzen oder gelappten Blättern, achselständigen Wickelranken, großen, meist prachtvollen Blüten und einfächeriger, mit saftigem Brei gefüllter Beere. Die etwa 120 Arten kommen fast nur im wärmern Amerika, namentlich in Brasilien und Peru, vor; bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrh. wurden Passionsblumen in Europa bekannt und zwar unter dem Namen Granadilla, den sie erhalten hatten, weil ihre Früchte, ähnlich den Granaten, gegessen werden. Zu Ende des 16. Jahrh. wurden sie bereits in Italien kultiviert, und damals hatten auch schon die Priester die Beziehungen auf das Leiden Christi in den Blüten entdeckt.
Den zwischen der Blumenkrone und den Staubgefäßen befindlichen Fadenkranz deuteten sie als die Dornenkrone, die drei keulig-nagelförmigen Griffel als die Kreuzesnägel und die fünf Staubbeutel als die Wundenmale. Die Deutungen wichen übrigens vielfach voneinander ab und wurden auf alle Teile der Pflanze ausgedehnt. Passiflora quadrangularis L., auf den Antillen, eine der prächtigen Arten mit 10 cm im Durchmesser haltender, weißer, innen rosenrot angehauchter Blüte, sehr großem, weiß, purpurrot und violett geschecktem Fadenkranz und aromatische Früchten von der Größe eines Gänseeies und größer.
Die Wurzel ist giftig. Die Frucht wird wegen ihres angenehmen säuerlich-süßen Fleisches gegessen und namentlich auch zur Bereitung eines kühlenden Getränks benutzt. Man kultiviert diese Art in englischen Gewächshäusern, ebenso Passiflora macrocarpa Lind., aus dem westlichen Brasilien und Peru, welche sehr reichlich große Früchte von 18 cm Länge trägt, die bisweilen ein Gewicht von 4–4,5 kg erreichen. Diese Früchte gleichen im Wohlgeschmack den Melonen.
Auch Passiflora edulis Sab., in Brasilien, und Passiflora laurifolia L., in Südamerika und auf den Karibischen Inseln, tragen wohlschmeckende Früchte, während die Beeren andrer Arten eine gewisse Schärfe besitzen. Mehrere Arten und noch mehr Blendlinge, welche sich sehr leicht erzeugen lassen, werden wegen ihrer schönen Blüten kultiviert; die meisten fordern große Wärme, einige aber kann man im Sommer ins Freie stellen. Passiflora coerulea L. mit weißen Blüten und blauem Fadenkranz, auf Brasilien und Peru, hält sogar in bevorzugten Lagen gut gedeckt unsre Winter aus, ebenso die krautige Passiflora incarnata L., aus Südamerika und Westindien, welche zum Winter einzieht.

 

Weiterführende Informationen

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

E-Monographie

Quellen

 

Panaxwurzel ] Paraguaytee ] [ Passionsblume ] Payta-Ratanhia ] Peruanischer Balsambaum ] Peru-Ratanhia ] Pestwurz ] Peterblümchen ] Petersilie ] Petersschlüssel ] Petrusstab ] Pfefferkümmel ] Pfefferminze ] Pfefferwurzel ] Pferdekastanie ] Pfingstrose ] Philosophenklee ] Piminelle, große ] Pulverholz ] Punschpflanze ] Purgierkraut ] Purgiermoos ] Purpursonnenhut ] Pusteblume ]

 

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