Ockergelber Hohlzahn

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Hohlzahn

auch: Ockergelber Hohlzahn, Zottige Hanfnessel

Familie:

Lippenblütengewächse (Lamiaceae)

Hemp-nettle (engl.)

 

Lt: Galeopsis segetum

Kleine Pflanzenkunde

Hohlzahn

Hohlzahn

Der Ockergelbe Hohlzahn hat einen etwa 30 cm hohen, stumpf-vierkantigen Stengel, der an den Knoten nicht verdickt und kurz-flaumig behaart ist. Er ist außerdem, vor allem im oberen Teile, mit Drüsenhaaren besetzt. Die eiförmigen bis eiförmig-lanzettlichen Blätter sind unten am Stengel lang gestielt und werden nach oben immer kleiner und kürzer gestielt bis sitzend. Die Farbe der 25-30 mm langen Kronen der Lippenblüten ist weißlich-gelb (im Ahrtal auch rot). Die kalkfliehende Pflanze wächst auf sandigen Äckern, auf Kies und Schiefer und kommt besonders im westlichen Deutschland vor, während sie in Ostdeutschland fehlt. Frisch riecht sie eigentümlich, aber schwach aromatisch, trocken gar nicht. Sie schmeckt salzig-bitterlich. (Madaus 1938) 

Blütezeit: Juli bis Oktober

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Hohlzahn 

Wirksame Teile: Galeopsidis herba (Hohlzahnkraut) 

Inhaltsstoffe: Neben Lamiaceen-Gerbstoff enthält Galeopsis segetum Kieselsäure und als Iridoide Harpagid sowie 8-O-Acetyharpagid und Antirrinosid daneben auch Flavonoide. (Wichtl 2002) 

Eigenschaften: erweichend, blähungstreibend, diuretisch, wundreinigend

Anwendung: Leichte Katarrhe der Luftwege (Erkältung)

 

In alten Büchern gestöbert

Dr. Med. Gerhard Madaus, Lehrbuch der Biologischen Heilmittel, 1938

Die Pflanze, von der schon Dioskurides eine botanische Beschreibung gibt, wurde ehedem unter der Bezeichnung Sideritis arvensis als Mittel gegen Lungenkrankheiten sehr geschätzt. Von Gerhard wurde sie außerdem noch zur Heilung von Wunden und von Caesalpinus gegen Tertianfieber empfohlen. In Baldringers Magazin für Ärzte 1775-1778 wurde vielfach auf die Heilkraft vom Hohlzahn bei ernsten Lungenerkrankungen hingewiesen. 1792 erwähnt der Stiftsvikar Martinstock in der "Flora von Bern", daß Galeopsis in der Rheingegend als Volksmittel bei Schwindsucht gebraucht wurde. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts genoß sie als Bestandteil verschiedener, teilweise als Geheimmittel geltender Tees (Blankenheimer Tee, Brockhaus-Johannistee, Lieberscher Kräutertee, Brusttrank der Dem. Libert in Malmedy), die als Universalmittel gegen Schwindsucht gerühmt wurden, großes Ansehen und wurde zu sehr hohen Preisen verkauft, bis 1824 durch ein Verbot der Behörden diesem schwunghaften Handel ein Ende bereitet wurde. Zu besonders hohen Preisen wurde von dem Regierungsrat Lieber in Kamberg der Tee als Geheimmittel in den Handel gebracht. Er verlangte für ein Viertelpfund des Originalpaketes einen Gulden. Unter drei Originalpaketen wurde der Tee nicht abgegeben. Der Apotheker Stein in Frankfurt am Main fand in dem Tee den Samen und zog daraus die Pflanze. Dadurch wurde bekannt, daß es sich um Galeopsis handelte.

 

Weiterführende Informationen

E-Monographie

Quellen

 

Ochsenbrot ] [ Ockergelber Hohlzahn ] Odermennig ] Oesch ] Oleander ] Ölkürbis ] Oregano ] Osterblume ] Osterblume, weiße ]

 

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