|
| |
| |
Bittersüß
|
auch: Bittersüßer
Nachtschatten, Hundbeere, Mausholz, Natterholz, Pissranken, Rote Hundsbeere, Saurebe,
Stinkteufel, Süßstoff, Teufelsklatten
|
Familie:
Nachtschattengewächse
(Solanaceae)
|
|
|
|
Lt:
Solanum
dulcamara
|
Kleine Pflanzenkunde
|
|
 |
Bittersüßer Nachschatten ist
giftig, er enthält das Alkaloid Solanin. Die Pflanze wächst wird bis
drei Meter hoch, als kletternder oder niederliegender Strauch. Bittersüß
findet man auf frischen und feuchten Böden in ganz Europa. Die Stängel
sind krautig, im unteren Teil verholzt. Die Blätter sind gestielt, meist
oval, herzförmig bis lanzettenartig (vorn zugespitzt). Die Blüten sind
violett, langgestielt und meist hängend. Die Staubbeutel sind goldgelb
und ragen deutlich aus der Blüte heraus. Die Frucht ist eine eiförmige,
vielsamige Beere. Anfangs noch grün und wird sie mit der Reife rot glänzend.
Gesammelt werden die oberen, nicht verholzten Teile der Stängel der
mindestens zweijährigen Pflanze. Sie werden im Frühjahr vor dem Austreiben der Blätter oder
im Spätherbst nach dem Abfallen der Blätter gesammelt. Die Stängel werden
bestenfalls im Schatten getrocknet. |
|
Blütezeit: Juni bis August,
Sammelzeit: Frühjahr oder Herbst
(Stängel) |
|
|
|
Heilwirkung & Einsatzbereiche
|
|
|
Heilend,
fördernd und kräftigend für: Haut und Gewebe
|
|
Wirksame Teile:
Stängel (Dulcamara stipes)
|
|
Anwendung bei:
Ekzemen, Neurodermitis
|
|
Wirkung:
entzündungshemmend, juckreizstillend,
adstringierend, antimikrobiell, bakteriostatisch, aber auch: schleimhautreizend |
|
Inhaltsstoffe: Steroidalkaloidglycoside, Alkaloid Solanin,
Gerbstoffe, Steroidalkaloide, Steroidsaponine |
| |
|
Rezepturen & Produkte
|
|
 |
Zur Verwendung kommen die
getrockneten Stängel der mindestens zweijährigen Pflanze. Sie werden im Frühjahr vor dem Austreiben der Blätter oder
im Spätherbst nach dem Abfallen der Blätter gesammelt.
Die Anwendung erfolgt
äußerlich als Aufguss oder Abkochung für Umschläge und Waschungen
mit ca. 1 bis 2 g Pflanzenstängel auf ca. 250 ml Wasser. |
|
Hinweis: Bittersüß ist giftig
aufgrund des Inhaltsstoffs Solanin. Vor der innerlichen Anwendung
(bestenfalls als Fertigarzneimittel) ist dringend Rücksprache mit dem
Arzt zu halten. Beachten Sie auch die Anmerkungen im Verzeichnis »Giftpflanzen«. |
| |
|
|
In der Tierheilkunde
|
|
|
Nachtschatten
ist aufgrund des Solaningehalts besonders giftig für Pferde, Esel, Rinder, Schweine, Hunde, Katzen, Kaninchen,
Meerschweinchen und Vögel. Bei Verdacht auf Vergiftung sollte das betroffene Tier sofort
ärztlicher Behandlung unterzogen werden. Es sollte keinesfalls absichtlich Erbrechen hervorgerufen werden, es sollten auch keine
eiweißhaltigen Getränke oder ölhaltigen Substanzen verabreicht werden - dem Tier möglichst nur etwas Wasser zu trinken geben. Wenn das Tier
bereits erbrochen hat, nehmen Sie das Erbrochene in die Tierarztpraxis mit. |
| |
|
|
In alten
Büchern gestöbert
|
|
|
Christian Friedrich Samuel Hahnemann (Begründer der Homöopathie);
Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst, herausgegeben von C.W. Hufeland, 1796, 2. Band |
|
Der Bittersüßnachtschatten (Solanum Dulcamara) bringt unter
andeern starke Geschwulst der kranken Theile, und empfindliche Schmerzen oder Gefühllosigkeit derselben, auch wohl Lähmung der
Zunge (auch des Gesichtsnerven?) in großer Gabe hervor. Vermöge lezterer widrigen Wirkungen ist es kein Wunder, daß er
Lähmungsbeschwerden, scharzen Staar und Taubheit bezwungen hat, und noch spezifischere Hülfe in der Zungenlähmung leisten wird, in
mäsigerer Gabe. Vermöge der erstern beiden Eigenschaften ist er ein Hauptmittel im chronischen Rheumatism, und in den nächtlichen
Schmerzen vom Quecksilbermisbrauche. – .Vermöge seiner Kraft, Strangurie zu erregen, hat er in hartnäckigen Trippern Dienste
geleistet und wegen seiner Neigung, Jucken und Stechen in der Haut hervorzubringen, beweiset er sich hülfreich in vielen
Hautausschlägen, und alten Geschwüren, selbst denen vom
Quecksilbermisbrauche. – Da er vor sich, in großer Gabe, Krämpfe an den Händen, den Lippen und Augenliedern, so wie Zittern in den
Gliedmasen zuwege bringt, so kann man leicht erachten, warum er auch in krampfhaften Uebeln dienlich gewesen ist. In der
Mutterwutth wird er wahrscheinlich diensam seyn, da er die Nerven der weiblichen Geschlechtstheile so spezifisch erregt und Jücken
und Schmerzen dieser Theile (in größrer Gabe) zu erzeugen im Stande ist.
|
|
|
|
Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893 |
|
Stipites dulcamárae.
Bittersüssstengel.
Solanum dulcamara. Solanéae. Deutschland.
Grünlichgelb, längsrunzelig, federkieldick, mit zerstreuten Blatt- und Zweignarben. Hier und da mit glänzender Epidermis bedeckt, sonst matt. Geschmack
bitter, hinterher süsslich; Geruch frisch narkotisch, getrocknet geruchlos.
Bestandtheile. Dulcamarin, Solanin. Obsolet.
|
|
|
|
Meyers Konversations-Lexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 15. Band:
Seite 8 |
|
Solanum L. (Nachtschatten), Gattung aus der Familie der Solanaceen, Kräuter, Sträucher oder kleine Bäume von sehr verschiedenem Habitus, bisweilen kletternd, oft zottig, sternfilzig oder drüsig behaart, auch stachlig, mit abwechselnden, einzeln stehenden oder gepaarten, einfachen, gelappten oder fiederschnittigen Blättern, gelben, weißen, violetten oder purpurnen Blüten in achsel- oder endständigen Trauben oder wickeligen Infloreszenzen und gewöhnlichen, vom bleibenden Kelche gestützten, meist kugeligen, vielsamigen Beeren.
Etwa 700 Arten, meist in den tropischen und subtropischen Klimaten, besonders Amerikas. S. Dulcamara L. (Bittersüß, Alpranke, Mäuseholz, Hundskraut, Stinkteufel, Teufelszwirn), Halbstrauch mit hin- und hergebogenem, kletterndem oder windendem Stamm, länglich eiförmigen, zugespitzten, am Grund oft herzförmigen oder geöhrt dreilappigen Blättern, diesen gegenüberstehenden, wickeligen, nickenden Infloreszenzen, violetten Blüten und roten, länglichen Beeren, wächst an feuchten Stellen in Europa,
Asien, Nordamerika. Die Stämme riechen beim Zerbrechen sehr widrig narkotisch, sind nach dem Trocknen geruchlos, schmecken bitterlich, hintennach süß; sie enthalten Solanin, Dulcamarin und Zucker; seit dem 17. Jahrh. wurden sie medizinisch benutzt, sind jetzt aber ziemlich obsolet. Die Beeren erzeugen Erbrechen und Durchfall. |
| |
|
|
|
Weiterführende
Informationen
E-Monographie
Charakteristik und Beschreibung (engl.)
Quellen |
|
|
|
| |
Durchsuchen Sie unsere Website mit google
Kleines Fachlexikon
Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen
und Verarbeitung
|