Mutterkraut

Heilpflanzen Gesundheit Pflegerezepturen Einfluss des Mondes Kräuter-Garten

Echte Kamille

auch: Kamille, Feldkamille, Kornkamille, Mutterkraut, Hermelin, Herminzel

Familie: Korbblüter 

(Compositae / Asteraceae)

German Camomile (engl.)

 

Lt: Matricaria recutita, Matricaria chamomilla

Kleine Pflanzenkunde

Echte Kamille

Die einjährige Kamille ist wohl eine der beliebtesten und vielseitigsten Heilpflanzen in Europa.  Sie wächst auf Äckern, bevorzugt auf lehmigen Böden, Waldwiesen und in Getreide-, Mais-, Kartoffel- und Rübenfeldern, die ohne chemische Unkrautbekämpfungsmittel bewirtschaftet werden.

Der Blütenboden der echten Kamille ist im Unterschied zur wilden Kamille hohl. Kamille verströmt einen würzig wohltuenden Geruch.  Die Blüten werden von Mai bis August an sonnigen Tagen gesammelt. 

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Echte Kamille

Heilend, fördernd und kräftigend für: Atemwege, Verdauungsorgane, Haut/Gewebe, Gelenke

Anwendung bei: Entzündungen des Mund-, Nasen- und Rachenraumes, Ekzeme, Hämorrhoiden, Weißfluss, Magenkrämpfe, Magen- und Darmschleimhautentzündung, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, Menstruationsbeschwerden, Schlaflosigkeit, Verdauungsstörungen, Wundheilung, Wund- und Zahnschmerzen, Zahnfleischentzündung, Rheuma, Gicht, Hexenschuss, Hämorrhoiden, Hautunreinheiten (und Vieles mehr)

Eigenschaften: entzündungshemmend, desinfizierend, schweißtreibend, beruhigend, schmerzlindernd und krampfstillend

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Azulen, Chamazulen, Bitterstoffe, Flavone, Gerbstoff, Gerbsäure, Harz, Cumarin, Borneol, Farnesol, Herniarin, Hyperosid, Oleanolsäure, Salicylate

 

Rezepturen  &  Produkte

Echte Kamille

Für Detailrezepturen folgen Sie dem jeweiligen Link: Badezusatz, Umschläge, Kamillendämpfe, KräuterkissenKamillenöl, Kamillensalbe, Gesichtsdampfbad 

Äußerlich verwendet man Kamille-Waschungen u.a. bei entzündeten Augen, Bindehautentzündungen oder bei Hautausschlägen. Der Absud ist auch geeignet zum Gurgeln bei Zahnschmerzen. Ein Gesichtsbad mit Kamillenabsud wirkt gegen Hautirritationen und Unreinheiten und bringt eine frische Gesichtsfarbe. Haarspülungen mit Kamille bringen Glanz, besondern für blondes Haar.

   

In der Tierheilkunde

  • Die Kamille entfaltet auch bei Tieren ihre krampfstillende, blähungstreibende und wundheilende Wirkung. Angewendet wird sie in der traditionellen Tierheilkunde als Tee innerlich und äußerlich zur Wundreinigung. Offene bzw. frische Wunden können mit Ringelblumensud vorbehandelt und gereinigt werden. Entzündungen der Haut, der Schleimhäute und schlecht heilende Wunden können mit Kamille behandelt werden.

  • In der Veterinärmedizin wird Kamille als Salbe bzw. Bestandteil von Salben und Ölen zur Abwehr von Fliegen und Mücken sowie zur Juckreizlinderung eingesetzt.

  • In der Veterinärmedizin nutzt man Kamille außerdem zur Entzündungshemmung und Fiebersenkung bei gastrointestinalen Störungen (Verschiedene Verdauungsbeschwerden) - insbesondere von Ferkeln und Kälbern. Kamille wird verabreicht bei allgemeinen Beschwerden des Magen-Darm-Traktes. 

  • Auch bei Hunden und Hühnern mit Darmbeschwerden oder mit Durchfall hilft Kamillentee. 

  • Aufgrund antibakterieller, entzündungshemmender und pflegender Wirksamkeit nutzt man Kamille in der Veterinärmedizin als äußerliche Anwendung in Emulsionen, Salben und Klauenbädern.

  • In der Veterinärmedizin wird Kamille außerdem zur hautschonenden hochwirksamen Desinfektion, zur Keimabtötung und Entzündungshemmung bei Hauterkrankungen und offenen Wunden als Emulsionen und Salben eingesetzt.

  • Das homöopathische Mittel »Chamomilla« hilft bei übermäßiger Aggression, Renitenz und Unleidlichkeit der Tiere.

  • Bei Pferden, Eseln und Hunden hat sich eine Kräutermischung aus Salbei, Anis, Kamille, Malve, Huflattich, Spitzwegerich, Schafgarbe, Königskerze und Lungenkraut gegen Atemwegserkrankungen bewährt. Die Pflanzen können frisch bzw. als Absud dem Futter beigemischt werden. Kamillenblüten werden auch als Zusatzfuttermittel für Pferde angeboten.

  • Allgemeine Empfehlung

   

In alten Büchern gestöbert

Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Flores chamomíllae vulgáris. Kamillenblüthen.
Matricária chamomílla. Compósitae. 

Europa, überall gemein. Die getrockneten Blüthen der gemeinen Feldkamille. Sie müssen möglichst weiss und frei von Stengeln sein; alte Waare wird immer dunkler, ebenso wird das Aussehen schlecht, wenn die Blüthen bei nassem Wetter gesammelt, oder wenn sie zum Trocknen nicht dünn ausgestreut sind.
Namentlich ist auch darauf zu achten, dass sie nach dem Pflücken nicht zu lange auf einander geschichtet liegen bleiben, da sie sich sonst stark erhitzen und später missfarbig werden. Geruch kräftig; Geschmack bitterlich. Bestandtheile. Aether. Oel (s. d.). Anwendung. Als schweisstreibendes oder krampfstillendes Mittel, im Aufguss oder als Klystier. Aeusserlich zu erweichenden Umschlägen etc. etc.
Verwechselungen mit der übrigens weit grösseren Hundskamille sind leicht zu erkennen, wenn man beachtet, dass der Fruchtboden der echten Kamille kegelförmig, hohl, auf der Oberfläche grubig und kahl ist, während derselbe bei der Hundskamille (Anthemis cotula) nicht hohl und mit Spreublättern besetzt ist.

  

Meyers Konversations-Lexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 9. Band: Seite 423

Kamille (Chamille, Matricaria L.), Gattung aus der Familie der Kompositen, einjährige Kräuter mit doldentraubig verästeltem Stengel, zerstreut stehenden, zwei- bis dreifach fiederteiligen Blättern, kegelförmigem, nacktem, innen hohlem Blütenboden und kantigen, ungeflügelten Achenen. Echte Kamille (Feldkamille, Helmerchen, M. chamomilla L., Chrysanthemum chamomilla Bernh.), 15–20 cm hoch, mit doppelt fiederteiligen Blättern, weißen Strahlen- und gelben Scheibenblüten, findet sich durch ganz Europa und in Vorderasien, auch in Australien eingebürgert; sie schmeckt bitterlich, riecht aromatisch und enthält in den frischen Blüten (auf trockne berechnet) 0,25 Proz. dunkelblaues ätherisches Öl (Kamillenöl, s. d.). Die Kamille bildet eins der beliebtesten Hausmittel und besitzt den großen Vorzug, in den meisten Fällen unschädlich zu sein.
Man benutzt Kamillenthee als schweißtreibendes Mittel und Unterstützungsmittel beim Erbrechen, wobei indes das heiße Wasser wohl allein wirksam ist, bei kolikartigen und kardialgischen Beschwerden, hysterischen Neuralgien und Krämpfen, als Verbandmittel bei schlaffen Geschwüren, zu Umschlägen bei Kontusionen, zu Klistieren, Bädern, Kräuterkissen etc. Die Kamille gehört zu den ältesten Arzneimitteln, besonders der Volksmedizin. Den Namen Chamaemelum (woraus Chamomilla) leitet Plinius vom äpfelartigen Geruch der Blüten ab (melon, der Apfel, und chamai, niedrig). 

Merck`s Warenlexikon, 1884; Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884; Seite 246

Kamillen – Man unterscheidet im Droguenhandel folgende zwei Arten von K.: 

  1. Feldkamillen (Hermelchen, deutsche K., lat. flores Chamomillae vulgaris); die getrockneten Blütenköpfchen der bei uns auf Feldern und unbebauten Plätzen vorkommenden Matricaria Chamomilla; sie sind leicht an ihrem starken, aromatischen Geruch zu erkennen, sowie an dem kegelförmigen, nackten, innen hohlen Fruchtboden und den nach abwärts gerichteten, weißen Randblütchen. Der Verbrauch dieser Blüten zu medizinischen Zwecken als Thee ist ein bedeutender, ebenso der Export.

  2. Römische K. (Edle K., flores Chamomillae romanae); es sind dies die getrockneten Blütenköpfchen einer gefüllten Varietät von Anthemis nobilis, einer in Südeuropa heimischen Composite, die aber in Belgien, Thüringen und Sachsen (zwischen Kieritzsch und Altenburg) auf Feldern stark angebaut wird. Die Blütenköpfchen sind größer und haben einen andern Geruch, als die der gemeinen K., auch fehlen die gelben Scheibenblüten; der Blütenboden ist gewölbt, jedoch nicht hohl und mit Spreublättchen besetzt. Diese Blüten werden im Auslande mehr gebraucht, als im Inlande, es findet daher bedeutender Export statt. Im Großhandel unterscheidet man sächsische und belgische, erstere haben den Vorzug; ihr Preis schwankt meistens zwischen 80 Pf. und 1 Mk. pro kg.

Kamillenöl; das ätherische Öl der Kamillen man unterscheidet:

  1. Deutsches K. (Oleum chamomillae vulgaris);
    dasselbe ist dickflüssig, dunkelblau, wird aber bei längerem Aufbewahren braun;
    es hat wegen geringer Ausbeute einen sehr hohen Preis, ca. 350 Mk. pro kg;
    eine geringere, mit Citronenöl zusammendestillierte Sorte kostet nur 120 Mk. (Oleum Chamomillae citratum).

  2. Das römische K. (Ol. Chamom. romanae) ist ebenfalls blau, zuweilen auch grünlich, aber dünnflüssig; es wird im Alter auch braun. Das kg wird mit 115 Mk. bezahlt. Man verwendet diese Öle medizinisch, das römische auch als Zusatz bei der Bereitung gewisser aromatischer Liköre.

  

   

Weiterführende Informationen

E-Monographie

Kräuterbuch anno 1625

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Machandel ] Magenklee ] Magenkraut ] Magenkraut II ] Magenwurz ] Magenwurz II ] Maggikraut ] Mahonie ] Maiblume ] Maiglöckchen ] Maikraut ] Malve ] Männertreu ] Mannkraftwurzel ] Mariendistel ] Marienmantel ] Marienschlüssel ] Mate ] Mauerranke ] Mäusedorn ] Meerrettich ] Meerträubel ] Mehldorn ] Melisse ] Melote ] Methika ] Milchdistel ] Minze ] Mistel ] Mohnblume ] Monatsblume ] Moosbeere ] Mönchskappe ] Mönchspfeffer ] Mugwurz ] Müllen ] [ Mutterkraut ] Mutterkümmel ] Mutterwurz ] Mutterwurz II ] Myrrhe ]

 

 

Durchsuchen Sie unsere Website mit google



 

 

 

Kleines Fachlexikon

Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen und Verarbeitung


Home Kontakt Impressum Literatur Downloads

© TerraLuna - Kräuterland 2008 - 2011