Marienschlüssel

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Schlüsselblume

auch: Primel, Himmelsschlüssel, Marienschlüssel, Petersschlüssel, Gelbe Zeitlose

Familie: Primelgewächse
(Primulaceae)

Primrose, Cowslip (engl.)

 

Lt: Primula veris

Kleine Pflanzenkunde

 

 

Schlüsselblume

Ausdauernde bis zu 30 cm hohe, kurzhaarig-samtige Pflanze; Blätter in einer grundständigen Rosette, runzelig, gestielt, länglich eiförmig, mit unregelmäßig gezähntem Rand; gelbe Blüten in einer langgestielten Dolde auf unverzweigtem Stängel, am Grund von lanzettlichen Hüllblättern umgeben. 

Wenn es gilt, einen hartnäckigen, festsitzenden Husten zu lösen, dann ist die Schlüsselblume eine geeignetes Medikament. Die vor allem in der Wurzel vorhandenen Saponine wirken auswurffördernd. Die Pflanze zählt zu den geschützten Arten und wächst auf Wiesen und in Gebüschen Europas (bis 2000 m). 

Blütezeit: März - Mai

Sammelzeit: April - Mai (Blüten), Herbst (Wurzel)

Nur selbst gezogene Pflanzen nutzen - nicht in der Natur sammeln! Die Pflanze ist geschützt (Rote Liste der Pflanzenarten).

   

Heilwirkung & Einsatzbereiche

 

Schlüsselblume

Heilend, fördernd und kräftigend für: Atemwege, Gelenke, Nerven

Anwendung: bei Keuchhusten, Asthma, Gicht, Rheuma, Arthritis, Migräne, nervösen Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit - Innerlich als Tee, äußerlich als Tinktur und Aufguss 

Inhaltsstoffe: Saponine

Wirksame Teile: Schlüsselblumenblüten (Primulae flos), Schlüsselblumenwurzel (Primulae radix)

Eigenschaften: harntreibend (diuretisch), auswurffördernd
(expektorierend), antimykotisch

Teebereitung: Etwa 1 bis 2 Teelöffel voll Schlüsselblumenblüten werden mit siedendem 150 ml Wasser übergossen und nach 10 Minuten durch ein Teesieb gegeben.

   

In der Tierheilkunde

  • Schlüsselblume in der Veterinärmedizin zur Linderung von Bronchopneumonie (morphologische Verlaufsform der Lungenentzündung) und zur Fiebersenkung als flüssige Zubereitung bzw. als Aerosol.

  • Schlüsselblume in der Veterinärmedizin/in der Tierhaltung zur Beseitigung von Fehlern im Stallklima - z.B. zur Neutralisation von Ammoniak, Schwefelwasserstoff und weiteren Schadgasen sowie Bindung „Fällung“ von Staubpartikeln - somit auch zur Hustenlinderung als Bestandteil flüssiger Zubereitungen.

  • Allgemeine Empfehlung

   

In alten Büchern gestöbert

 

Schlüsselblume

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Flores primulae. Schlüsselblumen, Himmelsschlüssel.
Prímula officinális. Primulacéae.
Deutschland in Wäldern.
Die getrockneten Blüthen der echten Primel, vom Kelch befreit. Sie sind frisch goldgelb, im Schlunde mit 5 tief safranfarbigen Flecken und von kräftigem, angenehmem Geruch. Getrocknet werden sie grünlich und fast geruchlos. Geschmack süsslich, angenehm. Ziemlich obsolet.
Die Blüthen der viel häufigeren Primula elatior sind grösser, schwefelgelb, ohne safrangelben Schlund und fast geruchlos.

   

Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1888, Band 14 , Seite 545

Ausdauernde Kräuter mit meist wurzelständigen, häufig verkehrt eispatelförmigen, ganzrandigen, gezahnten, selten gelappten Blättern, einfacher Blütendolde auf nacktem, grundständigem Stengel und kugeliger bis fast cylindrischer, fünfklappiger Kapsel. Etwa 80 Arten, meist Hochgebirgsbewohner, in Europa und Asien, wenige in Nordamerika, bilden den ersten (primus, daher der Name) Frühlingsschmuck der Wiesen und Matten.
Bei uns sind am häufigsten Primula elatior L. und Primula officinalis Jacq. (Primula veris Sm., Himmels-, Marien-, Petersschlüssel, gelbe Zeitlose), mit gelben Blüten. Die Namen der offizinellen Primel zeugen von der Hochhaltung dieser Pflanze aus altgermanischer Tradition und haben offenbar mythischen Ursprung. Sie galt als heilkräftig und erschließt den Zugang zu verborgenen Schätzen, ihre Blüten waren früher offizinell, werden aber jetzt nur noch als Hausmittel benutzt; die Wurzel diente sonst als Niesemittel.
Beide Pflanzen werden in mehreren gelb, rot, braun, auch gefüllt blühenden Varietäten als Zierpflanzen kultiviert, ebenso Hybriden derselben mit Primula acaulis Jacq. Letztere, mit fast wurzelständiger Dolde und auf dem flachen Saum der Blumenblätter mit fünf safrangelben Flecken, wächst in Süddeutschland auf Bergwiesen. 
  

   

   

Weiterführende Informationen

Volksheilkunde - Kräuterbuch anno 1625

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Machandel ] Magenklee ] Magenkraut ] Magenkraut II ] Magenwurz ] Magenwurz II ] Maggikraut ] Mahonie ] Maiblume ] Maiglöckchen ] Maikraut ] Malve ] Männertreu ] Mannkraftwurzel ] Mariendistel ] Marienmantel ] [ Marienschlüssel ] Mate ] Mauerranke ] Mäusedorn ] Meerrettich ] Meerträubel ] Mehldorn ] Melisse ] Melote ] Methika ] Milchdistel ] Minze ] Mistel ] Mohnblume ] Monatsblume ] Moosbeere ] Mönchskappe ] Mönchspfeffer ] Mugwurz ] Müllen ] Mutterkraut ] Mutterkümmel ] Mutterwurz ] Mutterwurz II ] Myrrhe ]

 

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