Malve

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Malve

auch: Große Käsepappel, Wilde Malve, Rosspappel

Familie: Malvengewächse 

(Malvaceae)

Mallow (engl.)

 

Lt: Malva silvestris,

Malva grandifolia

Kleine Pflanzenkunde

Malve

Die kleinblättrige, leicht kriechende Malve (Malva silvestris) wächst fast weltweit an Zäunen, Wegrändern, an alten Mauern. Die großblättrige Malve (Malva grandifolia) trifft man häufig in Blumen- und Gemüsegärten an. Die Malve ist zweijährig bis ausdauernd und wird bis zu einen Meter hoch. Die Pflanze ist behaart - ihr Stängel niederliegend bis aufsteigend und ästig. Die Blätter sind langgestielt, drei- bis siebenlappig und gezähnt. Die Malve blüht zartrosa bis rosaviolett - jeweils zwei bis sechs Blüten stehen in den Blattachseln. Die Frucht zerfällt in neun bis elf kleine, rundliche Teilfrüchte. Die Malve ist eine uralte Heilpflanze, die schon vor mehr als 3500 Jahren in China wegen ihrer umfassenden Heilwirkung bekannt war. 

 

Blütezeit: Juni bis August, Sammelzeit:  Juni bis September

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Malve

Heilend, fördernd und kräftigend für: Augen, Lunge, Bronchien, Atmung, Magen, Unterschenkel und Füße, Wundheilung

Anwendung bei: Bronchitis, Ekzeme, Hautentzündungen, Hautirritationen, zur Pflege der Haut, Weißfluss, Kehlkopf- und Stimmbänderentzündungen, Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut, Mund- und Rachenentzündungen, Gastritis, Lungenverschleimung, Husten und starke Heiserkeit, Blasenleiden

Inhaltsstoffe: Schleim- und Gerbstoffe

Wirksame Teile: Malvenblüten (Malvae flos), Malvenblätter (Malvae folium) und auch Stängel

 

Eigenschaften: reizmildernd (an Schleimhäuten), schleimlösend

  

Rezepturen  &  Produkte

Malve

Malve sollte möglichst frisch Anwendung finden. Bewährt hat sich die Pflanze aber auch als Tee aus getrockneten Pflanzenteilen. Der Tee eignet sich für die innere Anwendung, aber auch äußerlich als Umschläge zur Wundbehandlung oder als Aufguss in Pflegebädern.

Teebereitung mit Malvenblättern (Malvae folium): Etwa zwei Teelöffel voll (4 bis 5 g) Malvenblätter werden mit siedendem Wasser übergossen und nach 15 Minuten durch ein Teesieb gegeben. Der Tee kann auch als Kaltansatz bereitet werden. Dann sollte der Ansatz etwa zwei- bis drei Stunden ziehen. Mehrmals täglich und vor allem abends kann davon eine Tasse Tee getrunken werden.

  

   

In der Tierheilkunde

  • Die Wilde Malve enthält wasserlösliche Schleimstoffe. Diese Schleimstoffe haben lokal 
    erweichende, reizmildernde und einhüllende Wirkung auf die Schleimhäute von Mensch und Tier.

  • Bei Pferden, Eseln und Hunden hat sich eine Kräutermischung aus Salbei, Anis, Kamille, Malve, Huflattich, Spitzwegerich, Schafgarbe, Königskerze und Lungenkraut gegen Atemwegserkrankungen bewährt. Die Pflanzen können frisch bzw. als Absud dem Futter beigemischt werden.

  • Allgemeine Empfehlung

   

   

In alten Büchern gestöbert

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Hérba malvae. Malvenkraut, Käsepappelkraut.
Malva rotundifólia et vulgáris. Malvacéae.
Deutschland, gemein. Blätter rundlich, herzförmig, undeutlich stumpf, 5 lappig. Geruchlos. Geschmack fade, schleimig. Obsolet.

 

Flores malvae vulgáris. Malvenblüthen, Käsepappelblüthen.
Malva vulgáris, M. silvéstris. Malvacéae.
Europa, überall gemein. Die Blüthen sind im Juli, vor ihrer völligen Entwickelung, zu sammeln. Frisch sind sie rosenroth, nach dem Trocknen mehr bläulich. Kelch doppelt, der äussere 3–, der innere 5 theilig; geruchlos, Geschmack schleimig. Sie enthalten viel Schleim, werden deshalb im Aufguss als lösendes Mittel und zu Gurgelwasser angewandt.

  

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 11. Band: Seite 169

Malva L. (Malve, Käsepappel), Gattung aus der Familie der Malvaceen, ein- oder mehrjährige, kahle oder behaarte Kräuter mit ganzen, eckigen, eingeschnittenen oder handförmig gelappten Blättern, gestielten, einzeln oder gehäuft in den Blattachseln stehenden, selten zu endständigen Trauben geordneten Blüten und niedergedrückt kugeliger Spaltfrucht. 16 Arten in Europa, dem gemäßigten Asien und Nordafrika.

Malva vulgaris Fries (Malva rotundifolia Bauh., Käse-, Gänse- oder Hasenpappel), ein- oder dreijährig, mit herzförmig rundlichen Blättern und gehäuften, kleinen, weißen, purpurrot geäderten Blüten, wächst in Europa, Mittelasien und Nordamerika. Die geruchlosen und fade schmeckenden Blätter enthalten viel Schleim und sind als einhüllende und Schleimabsonderung befördernde Mittel offizinell. 
Malva sylvestris L. (Waldmalve, Roßmalve, Roßpappel, Hanfpappel), mit rauhhaarigen, fünf- bis siebenlappigen Blättern und Blütenstielen und gehäuften, blaßroten, dunkler geäderten Blüten, hat dieselbe Verbreitung wie die vorige.

 

   

Weiterführende Informationen

E-Monographie

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Machandel ] Magenklee ] Magenkraut ] Magenkraut II ] Magenwurz ] Magenwurz II ] Maggikraut ] Mahonie ] Maiblume ] Maiglöckchen ] Maikraut ] [ Malve ] Männertreu ] Mannkraftwurzel ] Mariendistel ] Marienmantel ] Marienschlüssel ] Mate ] Mauerranke ] Mäusedorn ] Meerrettich ] Meerträubel ] Mehldorn ] Melisse ] Melote ] Methika ] Milchdistel ] Minze ] Mistel ] Mohnblume ] Monatsblume ] Moosbeere ] Mönchskappe ] Mönchspfeffer ] Mugwurz ] Müllen ] Mutterkraut ] Mutterkümmel ] Mutterwurz ] Mutterwurz II ] Myrrhe ]

 

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