Lungenkresse

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Löffelkraut

auch: Echtes Löffelkraut, Bitterkresse, Skorbutkraut, Löffelblättchen, Löffelkresse, Lungenkresse, Quellenkraut, Scharbockskraut

Familie:

Kreuzblütengewächse

(Brassicaceae)

Scurvy Grass (engl.)

 

Lt: Cochlearia officinalis

Kleine Pflanzenkunde

 

Löffelkraut

Merkmale:

  • ein- oder zweijährige Pflanze

  • Stängel einfach verzweigt, 15 bis 30 cm hoch

  • Wurzelblätter dick, gestielt, breit eiförmig, stumpf, am Grund herzförmig 

  • Stängelblätter länglich, gezahnt und etwas buchtig

  • Weiße Blüten

  • Fast kugelige Schoten

  • Verwendung als Heil- und Küchenkraut

  • Verbreitung in Mittel- und Nordeuropa, Asien, Nordamerika

  • Geruch: schwach senfartig (Senfölglucoside)

  • In der Roten Liste der Pflanzenarten - nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte Art(en) [Stand 2007]: Cochlearia spp. (Löffelkraut)

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Löffelkraut

Wirksame Teile: Löffelkraut (Cochleariae herba)

Inhaltsstoffe: Vitamin C, Glucocochlearin, Isothiocyanate, Bitterstoffe, Mineralstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle

Eigenschaften: blutstillend, harntreibend

Anwendung: bei Frühjahrsmüdigkeit, Blutungen im Mund- und Nasenraum, Gicht, Rheuma, Magenbeschwerden

 

In alten Büchern gestöbert

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Hérba cochleáriae. Löffelkraut, Skorbutkraut.
Cochleária officinális. Cruciférae. Am Meeresstrand, an Salinen und kultivirt.
Man benutzt das frische, weissblühende Kraut. Wurzelblätter gestielt, herzförmig rund; Stengelblätter sitzend, eirund, buchtig gezahnt. Geruch des frischen zerriebenen Krautes scharf und stechend; Geschmack kresseartig.
Bestandtheile. Schwefelhaltiges ätherisches Oel, dem Senföl ähnlich und wie dieses, nicht fertig in der Pflanze gebildet, sondern erst durch Aufeinanderwirkung verschiedener, nicht genau bekannter Stoffe, bei Gegenwart von Wasser und Luft entstehend.
Anwendung. Frisch genossen ein ausgezeichnetes Mittel gegen den Skorbut; ferner zur Darstellung des Spiritus cochleariae. Trocken wirkunglos.

  

Meyers Konversations-Lexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892, Blatt 4.190

Cochlearia L. (Löffelkraut), Gattung aus der Familie der Kruciferen, ausdauernde oder einjährige Kräuter mit abwechselnden, ganzen oder fiederteiligen Blättern, meist weißen Blüten in endständigen Trauben und oblongen oder kugeligen Schötchen. Etwa 25 Arten in den gemäßigten und kalten Klimaten der nördlichen Erdhälfte. Cochlearia officinalis L. (Scharbocksheil, Skorbutkraut), eine ein- oder zweijährige Pflanze mit 15–30 cm hohem, einfachem oder ästigem Stengel, dicken, gestielten, breit eiförmigen, stumpfen, am Grund herzförmigen Wurzelblättern, länglichen, gezahnten und etwas buchtigen Stengelblättern, weißen Blüten und fast kugeligen Schötchen, wächst wild, besonders an den Küsten von Mittel- und Nordeuropa, findet sich noch auf Grinnelland unter 80° nördl. Br. und ist überhaupt eine der am weitesten gegen den Pol gehenden Phanerogamen. Im Binnenland findet sie sich hier und da an Salzquellen und an einzelnen Stellen der Voralpen Berns, mehr als 1000 m ü. M. Sie wird zum medizinischen Gebrauch kultiviert.
Beim Zerreiben riecht das Kraut schwach senfartig und schmeckt nicht unangenehm scharf und salzig, beim Trocknen büßt es Geruch und Geschmack ein. Das frische, blühende Kraut liefert ¼–½ Proz. ätherisches Öl, welches zum Senföl in naher Beziehung steht und auf ähnliche Weise wie dieses sich bildet. Es ist gelblich, schwerer als Wasser und bildet mit Ammoniak eine kristallisierbare Verbindung. Beim Verbrennen hinterläßt Löffelkraut 1,6 Proz. Asche. Es enthält viel an Salpetersäure und organische Säuren gebundenes Alkali, dient als Heilmittel gegen Skorbut und wurde als solches zuerst 1557 durch Wier empfohlen.
Man benutzt es als Salat, Infusum oder genießt den frischen Saft. Der Spiritus Cochleariae (Löffelkrautspiritus), durch Destillation von Spiritus über blühendem Löffelkraut gewonnen, dient als Zusatz zu Mundwassern, bei skorbutischer Affektion des Zahnfleisches. Im übrigen ist der Gebrauch des Löffelkrauts vollständig obsolet. 

 

Weiterführende Informationen

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Labkraut ] Lakritze ] Lampionblume ] Langtraubiges Christophskraut ] Lanzett-Kratzdistel ] Latschenkiefer ] Lavendel ] Laxierkraut ] Leberklette ] Leimmistel ] Lein ] Liebstöckel ] Linde ] Löffelkraut ] Lorbeerrose ] Löwenfußmantel ] Löwenschwanz ] Löwenzahn ] Lungenkraut ] [ Lungenkresse ] Lungenmoos ]

 

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