|
| |
| |
Herzgespann
|
auch: Löwenschwanz, Herzheil,
Bärenschweif, Echtes Herzgespann,
Herzgespann, Mutterwurz,
Wolfstrapp
|
Familie:
Lippenblütler
(Lamiaceae)
|
|
motherwort
(engl.)
|
|
Lt:
Leonurus quinquelobatus
|
Kleine Pflanzenkunde
|
|
|

|
Das Herzgespann ist eine
ausdauernde Pflanze, mit kurzem, waagerechtem, dicht bewurzeltem Wurzelstock. Der Stengel ist
aufrecht, bis zu 2 m hoch, vierkantig, gerillt, hohl, oft rotviolett, Sprosse meist dicht
mit abstehenden Gliederhaaren besetzt. Die langgestielten Blätter sind unterseits hellgrün,
die unteren handförmig-fünfspaltig, am Grunde herzförmig, die oberen dreispaltig
oder dreilappig, am Grunde keilig. Die Blüten bilden dicht- und reichblütige Scheinquirle, die in
kurzen Abständen übereinander an den Hauptstengeln und Ästen zu dichtbeblätterten Scheinähren
vereinigt sind. Die sitzenden Blüten haben pfriemliche, aufwärts gekrümmte oder abstehende
Vorblätter. Der trichterförmige Kelch hat fünf kräftig hervortretende Nerven und
dreieckige, starre, begrannte, auswärts gekrümmte Zähne. Die Krone ist fleischrosa, zottig
behaart und wenig länger als der Kelch, am Grunde mit einer nektarführenden Aussackung, die
von einem schief vorwärts geneigtem Haarkreuz überdacht ist. Die Oberlippe ist elliptisch,
wenig gewölbt und außen dicht mit weißen Haaren besetzt. Die Unterlippe ist kürzer mit drei
fast ganzrandigen, braunrot gezeichneten Lappen. Die Staubblätter unter der Oberlippe
aufsteigend, die vorderen aus dem Kelchschlund kaum hervorragend. Die Pollensäcke im rechten Winkel
spreizend. Die Blütezeit ist von Juli bis August. (Madaus 1938)
|
| |
|
|
Heilwirkung & Einsatzbereiche
|
|
 |
Wirksame Teile: Leonuri cardiacae herba
(Herzgespannkraut); getrocknete, während der Blütezeit gesammelte
oberirdische Teile
Inhaltsstoffe: Iridoide, Diterpene, Triterpene,
Phenylpropane, Flavonoide, Flavone, Gerbstoffe, Stickstoffhaltige Verbindungen,
Guanidinoderivate
Anwendung: Nervöse Herzbeschwerden, Herzrasen, Menstruationsbeschwerden,
Schilddrüsenüberfunktion; in der Homöopathie ebenfalls bei Herzbeschwerden
(bei Blähsucht und bei Schilddrüsenerkrankung) |
| |
|
In der
Tierheilkunde
|
|
|
Eine Kräutermischung kann auch bei Tieren ihre kreislauffördernde und herstärkende Wirkung entfalten. Dafür empfiehlt sich eine Mischung aus Weißdornblüten, Melissenblättern, Herzgespannkraut und Fenchelfrüchten als Aufguss, die dem Futter beigemischt werden kann.
Allgemeine Empfehlung
|
| |
|
In alten
Büchern gestöbert
|
|
|
Dr. Med. Gerhard Madaus, Lehrbuch der Biologischen Heilmittel, 1938
|
|
Im Hortus Sanitatis, bei Lonicerus und Matthiolus wird das Herzgespann bereits als herzkräftigend, gegen "Herzweh", Herzklopfen und -zittern,
Krampf, Gliederlähmung und Fallsucht gerühmt. Auch Weinmann kennt den Gebrauch bei Herzklopfen und -stechen. Schulz gibt als Indikation
Meteorismus mit Herzklopfen und Anfällen von Beängstigung an (im Volksmund "Herzgesperr" der Kinder genannt). Nach Kahnt soll es bei Herzklopfen
wie Baldrian wirken. Schon das erste in deutscher Sprache erschienene Kräuterbuch, der "Hortus Sanitatis" (Mainz 1485), empfiehlt das "Hertzgespan-Cordiata" gegen
Magendrücken, Herzkrämpfe, bei Engbrüstigkeit und lahmen Gliedern. Auch die späteren
Kräuterbücher bringen dieselben Anwendungsweisen.
|
| |
|
|
|
Weiterführende
Informationen
E-Monographie
Quellen |
| |
|
|
|
|
|
| |
Durchsuchen Sie unsere Website mit google
Kleines Fachlexikon
Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen
und Verarbeitung
|