Löwenfußmantel

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Frauenmantel

auch: Herbstmantel, Frauenkraut, Frauenrock, Marienmantel, Silberkraut, Wundwurz, Frauenmänteli, Frauenhilf, Herrgottsmäntelchen, Löwenfußmantel,  Muttergottesmantel, 
Taublatt, Tauschüsselchen, Tränenschön oder Weiberkittel

Familie:

Rosengewächse 

(Rosaceae)

Lady's Mantle (engl.)

 

Lt: Alchemilla vulgaris

Kleine Pflanzenkunde

Frauenmantel

Frauenmantel wächst nahezu weltweit bevorzugt auf Wiesen, in lichten Wäldern und Gebüschen. Traditionell ist der Haupteinsatzbereich des Krautes die Frauenheilkunde. Die Pflanze hat halbkreisförmige, sieben- bis neunlappige Blätter mit einem festen, nicht allzu hohen Stängel und unscheinbare, gelbgrüne Blüten. Frauenmantel ist eine ausdauernde, bis zu 30 Zentimeter hohe Pflanze mit kleinen zartgelben Blüten, in lockeren fast doldigen Rispen. 

Blütezeit: Mai - August, Sammelzeit: Juni - August

 

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Frauenmantel

Heilend, fördernd und kräftigend für: Geschlechtsorgane, Wundheilung aller Art (innerlich und äußerlich), Verdauung

Anwendung bei: Eiterungen, Menstruationsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden, Weißfluss, Beschwerden der Atmungsorgane, Husten, Erkältung und Schnupfen, Verdauungsbeschwerden (Dyspepsie), Herzstärkung, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit, Hautbeschwerden, Geschwüre, Ekzeme, Furunkel, Wundfieber, Behandlung nach dem Zahnziehen, bei Muskel- und Gliederschwäche, Verletzungen nach der Entbindung, Erschlaffung des Unterleibs der Frauen, bei Neigung zu Fehlgeburten, Gebärmuttervorfall, Prämenstrualem Syndrom (PMS), Leistenbrüchen, Epilepsie, Insektenstiche, Schnittwunden, Fettleibigkeit, Diabetes, Muskelschwund, Multipler Sklerose, Herzmuskelschäden, Durchfallerkrankungen (Diarrhoe), Entzündungen im Mund- und Rachenbereich, Asthma, Halsentzündung, Zahnfleischentzündung, Nierenschwäche, Bindehautentzündung, Lidrandentzündung, Periodenkrämpfe

Wirksame Bestandteile: Kraut (Gerbstoffe, Flavonoide)

Wirkung: entkrampfend, hormonausgleichend, stoffwechselanregend, verdauungsfördernd, zusammenziehend (adstringierend), sehr rasch heilend, herzstärkend, wassertreibend, beruhigend, blutreinigend, blutstillend, harntreibend

Anwendungsarten: Als Tee getrunken lindert er nahezu alle Arten von Frauenbeschwerden. Äußerlich hervorragend geeignet als Sitzbad, Umschlag, Spülung, Gurgellösung oder Waschung,

 

Rezepturen & Produkte

Frauenmantel

Teeaufguss: 2 Teelöffel voll (ca. 2 g) Frauenmantelkraut oder die entsprechende Menge in einem oder mehreren Aufgussbeuteln wird mit siedendem Wasser (ca. 150 ml) übergossen und nach etwa 10 bis 15 Minuten ggf. durch ein Teesieb gegeben.

Badezusatz: Für ein Vollbad benötigt man 200 g getrocknete oder 6 Hände voll frische Kräuter, setzt sie in 5 Liter kaltem Wasser über Nacht an, erwärmt am nächsten Tag diesen Ansatz und gießt die Flüssigkeit dem Badewasser zu. Für ein Sitzbad werden ca. 100 g getrocknete oder 3 Hände voll frische Kräuter in 2 Liter kaltem Wasser angesetzt.

Kräuterauflage: Die notwendige Menge frischer Kräuter (150 g bis 300 g) wird kurz gewaschen, mit einem Nudelholz auf einem Brett zerquetscht und aufgelegt.

  

   

In der Tierheilkunde

Auch auf Tiere wirkt Frauenmantel entkrampfend, stoffwechselanregend, verdauungsfördernd, beruhigend, blutreinigend und harntreibend. Haben Tiere offensichtlich Schmerzen oder Erkrankungen an den Geschlechtsorganen kann Frauenmantel Linderung bringen. Traditionell wird empfohlen weiblichen Tieren nach der Geburt einen Absud aus Frauenmantel dem Futter beizumischen, da die Pflanze allgemein gesundheitsfördernd und kräftigend wirkt. Frisch oder getrocknet kann Frauenmantel und der Futter von Pferden, Eseln, Schafen, Ziegen und Schweinen gemischt werden. Frauenmantel wird als Zusatzfuttermittel für Pferde angeboten.

Allgemeine Empfehlung

  

   

In alten Büchern gestöbert

Brockhaus´ Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 1. Band: Seite 345/347

Alchemilla L., Frauenmantel, Pflanzengattung aus der Familie der Rosaceen (s. d.), Abteilung der Poterieen, mit gegen 30 Arten, meist in den Gebirgsgegenden Südamerikas; einige sind in der nördlich gemäßigten Zone der Alten Welt weit verbreitet. Es sind ausdauernde, selten einjährige Kräuter mit meist handförmig gelappten oder geteilten und zugleich handnervigen, selten vielspaltigen Blättern und kleinen unansehnlichen, gelblich-grünen, meist in doldenrispig angeordneten Trugdolden stehenden Blüten. In Deutschland ist Alchemilla vulgaris L. (gemeiner Frauenmantel, Marienmantel, Sinau) eine auf feuchten Wiesen, an Gräben und in schattigen Wäldern häufige Art, deren langgestielte, nierenförmige, 7 – 9 lappige Blätter früher offizinell waren. An Felsen und steinigen Orten der Alpen ist häufig die schöne, auch als Gartenzierpflanze benutzte Alchemilla alpina L.

  

   

Weiterführende Informationen

E-Monographie

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Kräuterbuch anno 1625

Quellen

 

Labkraut ] Lakritze ] Lampionblume ] Langtraubiges Christophskraut ] Lanzett-Kratzdistel ] Latschenkiefer ] Lavendel ] Laxierkraut ] Leberklette ] Leimmistel ] Lein ] Liebstöckel ] Linde ] Löffelkraut ] Lorbeerrose ] [ Löwenfußmantel ] Löwenschwanz ] Löwenzahn ] Lungenkraut ] Lungenkresse ] Lungenmoos ]

 

 

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