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Küchenschelle
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auch: Kuhschelle,
Kieselsäurepflanze, Gemeine Küchenschelle, Echte Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris);
Kleine Küchenschelle, Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratensis)
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Familie:
Hahnenfußgewächse
(Ranunculaceae)
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Meadow
windflower (engl.)
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Lt:
Pulsatilla vulgaris,
Pulsatilla
pratensis
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Kleine Pflanzenkunde
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Die Pflanzengattung
»Pulsatilla« hat etwa 33 Arten, blühend im Frühjahr und beheimatet in Eurasien und Nordamerika.
Durch die große Ähnlichkeit wurden die Pflanzen lange Zeit den Anemonen
zugerechnet.
Merkmale
von Pulsatilla vulgaris:
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Ausdauernd,
Wuchshöhe 10 bis 40 cm
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Runder
Stängel und mit langen, weißen, weichen Haaren
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Laubblätter
zwei- bis dreifach gefiedert, mit linealen Lappen
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Glockenförmige,
nickende Blüten, blau- oder rotviolett, Blütenblätter außen behaart
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Hochblätter
als Quirl unterhalb der Blüte
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Starke, ästige, vielköpfige Wurzeln
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Standort:
Wälder, Trockenrasen, trockene Wiesen mit kalkhaltigen, sandigen Böden
in West- und Mitteleuropa
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Blütezeit:
April bis Mai
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In der Roten Liste der Pflanzenarten - nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte Art(en) [Stand 2007]:
Pulsatilla alba (Kleinblütige Küchenschelle), Pulsatilla spp. (Küchenschellen),
Pulsatilla vernalis (Frühlings-Küchenschelle)
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Heilwirkung & Einsatzbereiche
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Inhaltsstoffe: Protoanemonin
(Giftstoff) - verursacht Haut- und Schleimhautreizungen, Erbrechen, Magen- und Darmstörungen,
Nierenentzündungen
Eigenschaften: fäulniswidrig,
keimtötend
Anwendung:
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In der Homöopathie bei Migräne, Depressionen, Muskel- und Gelenkrheumatismus,
Menstruationsbeschwerden
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In der Volksmedizin
innerlich gegen Harnsteine und als Emmenagogum; äußerlich zum Ätzen von "wildem"
Fleisch, als blasenziehendes Mittel, als Blutreinigungsmittel.
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Kommission-E (Phytotherapie), Bundesanzeiger
1986: Wirksamkeit nicht (ausreichend) belegt; Risiken vorhanden
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Hinweis: Beachten Sie auch die Anmerkungen im Verzeichnis »Giftpflanzen«.
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In der Tierheilkunde
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Die
Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris) gilt für Ziegen und Landschildkröten als unverträglich bzw. wird für diese Tiere als Giftpflanze deklariert.
Bei Verdacht auf Vergiftung sollte das betroffene Tier sofort ärztlicher Behandlung unterzogen werden. Es sollte keinesfalls absichtlich Erbrechen hervorgerufen werden, es sollten auch keine eiweißhaltigen Getränke oder ölhaltigen Substanzen verabreicht
werden - dem Tier möglichst nur etwas Wasser zu trinken geben. Wenn das Tier bereits erbrochen hat, nehmen Sie das Erbrochene in die Tierarztpraxis mit.
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In alten
Büchern gestöbert
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Christian Friedrich Samuel Hahnemann (Begründer der Homöopathie);
Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst, herausgegeben von C.W. Hufeland, 1796, 2. Band
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Der bohrende schneidende Schmerz, den der innere Gebrauch der
Küchenschellwindblume (Anemone pratensis) in den kränklichen Augen hervorbringt, leitete zu ihrer glücklichen Anwendung im schwarzen
Staare, dem grauen Staare und der Verdunkelung der Hornhaut. Der schneidende Kopfschmerz, der von dem innern Gebrauche des aus dem
destillirten Wasser krystallisirten, brennbaren Salzes erfolgt - giebt Anleitung, diese Pflanze in einem ähnlichen Falle
anzuwenden. Vermuthlich deshalb hat sie einst einen Melancholischen geheilt.
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Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893
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Hérba pulsatillae.
Küchenschelle, Windblume.
Anemóne pulsatílla. Ranunculacéae.
Süddeutschland. [In Norddeutschland wird dafür meist Anemone pratensis substituirt.]
Bei der ersten Art steht die Blüthe aufrecht; Stengel einblüthig, Blüthe violett, seidenartig behaart. Zipfel der Blüthenblätter nicht umgeschlagen; Blätter grundständig, 2–3 mal fiederspaltig. Anemone pratensis hat hängende Blüthen mit zurückgeschlagenem Zipfel. Geruch des nur frisch angewandten Krautes beim Zerreiben scharf reizend; Geschmack gleichfalls. Trockenes Kraut fast geschmacklos.
Bestandtheile. Anemonin, auch Anemonkampher genannt (ein scharfer, flüchtiger Stoff), Anemonsäure.
Anwendung. Dient frisch zur Darstellung des Extractum und der Tinctura pulsatillae. Ziemlich obsolet.
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Meyers Konversations-Lexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892,
Band 10, Seite 275
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Pulsatilla
Mill. (Küchenschelle), Gattung aus der Familie der Ranunkulaceen, oft mit der Gattung Anemone vereinigt, ausdauernde, zottig behaarte Kräuter mit doppelt fiederschnittigen oder doppelt dreischnittigen Blättern, einfachem, einblütigem, oberhalb der Mitte von einer Blätterhülle umgebenem Schaft, hüllenlosem, blumenartigem, abfallendem Perigon u. durch den bleibenden, sehr langen, zottigen Griffel geschwänzten Karpellen. Pulsatilla pratensis Mill. (kleine Küchenschelle, Windblume,
Osterblume) mit grundständigen, zottigen, gestielten, zwei- bis dreifach fiederspaltigen Blättern mit linienförmigen Abschnitten, 5-18 cm langen, einblütigen Blütenschäften, überhängender, glockenförmiger, außen sehr zottiger, dunkel gefärbter Blüte und zahlreichen trocknen, langgeschwänzten, einsamigen Karpellen, wächst in fast ganz Europa und Sibirien an sandigen, sonnigen Stellen. Das frische Kraut ist giftig; es schmeckt brennend scharf, und beim Zerreiben verflüchtigt sich ein sehr scharfer Stoff, welcher die Augen zu Thränen reizt; aus dem wässerigen Destillat scheidet sich Anemonin ab.
Ebenso verhält sich das Kraut von Pulsatilla vulgaris Mill. (große Küchenschelle), mit aufrechter, mehr bläulichvioletter, nur an der Basis glockenförmiger Blüte; beide waren früher offizinell, werden jetzt aber nur noch selten angewandt.
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Weiterführende
Informationen
Charakteristik und Beschreibung (engl.)
Volksheilkunde - Kräuterbuch anno 1625
Quellen |
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