Kren

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Meerrettich

auch: Kren, Bauernsenf, Fleischkraut, Krien, Pfefferwurzel, Rachenputzer, Waldrettich

Familie: Kreuzblütler 

(Brassicaceae)

Horseradish (engl.)

 

Lt: Cochlearia armoracia

Armoracia rusticana

Kleine Pflanzenkunde

Meerrettich - Blüte

Meerrettich ist eine ausdauernde Pflanze mit sehr großen, gekerbten, grundständigen Wurzelblättern und 0,70 bis 1,20 Meter hohem Stängel.  Die Meerrettichstange wird bis zu 40 Zentimeter lang und bis zu 6 Zentimeter dick. Die saftig grünen Blätter wachsen direkt aus der Pfahlwurzel. Die Pflanze bildet kleine, unscheinbare weißliche Blüten in verzweigten Blütenständen und mit elliptischen Schötchen aus. Bereits im frühen Mittelalter wurde die Meerrettich-Pflanze aus Ost- und Südeuropa nach Mitteleuropa eingeführt. Die Wurzel der Meerrettichpflanze wird seit jeher als Gemüse oder Gewürz verwendet. Im rohen Zustand ist die Wurzel geruchlos und verströmt nach Verletzung/Beschädigung den typisch stechenden Geruch. 

Sammelzeit: September bis März

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Meerrettich - Wurzel

Heilend, fördernd und kräftigend für: Blase, Lunge, Bronchien, Atmung, Nieren, Verdauungsorgane, Stärkung und Förderung der Verdauung, Kopf

Eigenschaften: antibakteriell, antibiotisch, stärkend, schleimlösend, schweißtreibend, harntreibend, menstruationsfördernd

Anwendung: zur Stärkung des Immunsystems, bei Erkältungen, Grippe, Nebenhöhlenentzündung, Husten, Bronchitis, Asthma, Mandelentzündung (Angina), Fieber, Blasen- und Nierenbeckenentzündung, Harnsteine, neuralgische Beschwerden, Rheuma, Gicht, Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Blähungen, Verstopfung, Vitamin-C-Mangel, Skorbut, Kopfschmerzen, Insektenstiche, Zahnschmerzen

Wirksame Teile: Wurzel (Armoraciae radix) - möglichst frisch

 

Inhaltsstoffe: Vitamin C, Vitamine B1, B2 und B6, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Phosphor, Senfölglykoside (Sinigrin, Gluconasturtiin), Flavone, ätherische Öle

  

Rezepturen  &  Produkte

Meerrettich - Blatt/Laub

Meerrettich-Wein: Frischen Meerrettich fein raspeln und etwa vier gehäufte Esslöffel in einem Liter Weißwein, bestenfalls in einer Schraubflasche ansetzen. Den Ansatz drei Wochen ziehen lassen, zwischenzeitlich mehrmals schütteln. Danach abseihen und weiterhin gut verschlossen aufbewahren. Sollte der Geschmack zu scharf sein, kann der Meerrettich-Wein kurz vor dem verzehr mit Weißwein verdünnt werden. Bei Beschwerden der Blase oder Lunge kann zwei bis dreimal täglich 1 cl (Likörglas) getrunken werden. Eine Dauerbehandlung oder Kur sollte nicht länger als sechs Wochen durchgeführt werden.

   

   

In alten Büchern gestöbert

Merck`s Warenlexikon, 1884; Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884; Warenbeschreibung

Eines der beliebtesten Küchengewächse, wird in einigen Gegenden (...)  in großen Mengen gezogen und von da aus weithin versendet. Der M. gehört zu den wesentlichen Erzeugnissen des Feldgemüsebaues; er darf nicht zu scharf sein, aber auch nicht zu milde und zu wenig würzhaft riechend; die besten, fein und etwas süßlich schmeckenden dicken Wurzeln haben eine glatte, gelblichweiße Schale, die beizend und scharf schmeckenden dünnen eine mehr bläuliche, rissige und mit vielen Einschnitten versehene Schale. 
Der M. ist perennierend, schwer auszurotten, da, wo er einmal gebaut worden war, und durch die tiefgehenden Wurzeltriebe sich weit im Boden verbreitend. Man baut ihn im kleinen, in Gärten, nur in durch eingesenkte Bretter geschützten Beeten. Die Kultur ist einfach. Aufbewahrt werden die Wurzeln im Sandeinschlag in Kellern. Der M. wird auch medizinisch verwendet und zwar ähnlich wie Senfteig. 
Der Name wird abgeleitet von Meer und von Mähre. Der Engländer nennt ihn Horse-radish, der Franzose cochléaria rustique, moutarde d'Allemagne, mout de capucin und raifort sauvage. Der M. kommt auch wildwachsend auf feuchten Wiesen als Unkraut vor.

  

   

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, 
Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892, Blatt 4.190

Cochlearia armoracia L. (Cochlearia rusticana Lam., Armoracia rusticana Flor. Wetter., gemeiner Meerrettich, in Mecklenburg Marettig, in der Oberpfalz und Österreich Green oder Kren, im Oberelsaß Fleischkraut) ist eine ausdauernde Pflanze mit sehr großen, oblongen, gekerbten, grundständigen Wurzelblättern, 0,6–0,9 m hohem Stengel, fiederspaltigen untern und lanzettlichen, gekerbt-gesägten obern Stengelblättern, weißen Blüten und elliptischen Schötchen, in Osteuropa und dem Orient heimisch, findet sich verwildert an Flußufern durch ganz Europa und wird vielfach kultiviert. In den ersten Tagen des Aprils werden die Würzlinge reihenweise 0,30 m voneinander gesetzt, indem man schief laufende Löcher bohrt und in jedes derselben einen Würzling, von allen Nebenzweigen gereinigt, legt und diesen bis auf das Kronenende zudeckt.
Man sorgt für Lockerung und Reinigung des Bodens, legt die Wurzeln um Johannis bloß und reinigt sie von allen Seitenwurzeln. Im November hebt man die Wurzeln heraus und läßt den nicht verwendbaren Vorrat über Winter bis zum folgenden Frühjahr im Boden stehen. Von den herausgegrabenen Wurzeln werden die dicken, 60 cm langen und längern Hauptwurzeln (Stangen) zum Gebrauch aufbewahrt, die dünnen Wurzeln sowie die Nebenwurzeln zu künftigen Setzlingen bestimmt. Die frische Wurzel hat beim Zerreiben einen flüchtig-scharfen, höchst durchdringenden, zu Thränen reizenden Geruch und einen scharfen, brennenden und beißenden Geschmack; sie rötet die Haut und zieht Blasen auf derselben. Früher wurde sie medizinisch benutzt, jetzt ausschließlich als Küchengewürz und Gemüsewurzel. Der wirksame Bestandteil ist ein beim Zerreiben der Wurzel sich bildendes ätherisches Öl, welches, wie es scheint, mit dem ätherischen Senföl völlig übereinstimmt.

  

   

Weiterführende Informationen

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Kahles Hain-Greiskraut ] Kalifornischer Mohn ] Kalmus ] Kamille ] Kampfer ] Kanntenkraut ] Kappenblume ] Kapuzinerkresse ] Karbensamen ] Kardobenedikt ] Käsepappel, große ] Kassie ] Kastanie ] Katzenblutkraut ] Katzenkraut ] Katzenschwanz ] Katzenwurzel ] Kava-Kava ] Kegelblume ] Kerbel ] Kestenbaum ] Keuschlamm ] Khartum-Senna ] Kiefer ] Klatschmohn ] Klebkraut ] Kleine Küchenschelle ] Kleine Schöllwurtz ] Kleiner Odermennig ] Kleiner Speik ] Kleiner Storchenschnabel ] Klette ] Klettenlabkraut ] Klosterhysop ] Knieholz ] Knoblauch ] Knopfrose ] Knotenbraunwurz ] Kondurangostrauch ] Korallenkirsche ] Königskerze ] Königskraut ] Königssalbei ] Königsstiefel ] Koriander ] Kornblume ] Kraftrose ] Kraftwurzel ] Kranawittstrauch ] Kranichshals ] Kranzenkraut ] Kratzbeere ] Kratzdistel ] [ Kren ] Kreuzkümmel ] Kugelartischocke ] Kuhblume ] Kuhschelle ] Küchenschelle ] Kumin ] Kümmel ] Kümmerlingskraut ] Kürbis ] Kurkuma ]

 

 

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