Kratzbeere

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Brombeere

auch: Kratzbeere, Schwarzbeere

Familie

Rosengewächse 

(Rosaceae)

Blackberry (engl.)

 

Lt: Rubus fructicosus

Kleine Pflanzenkunde

Brombeere

Es gibt zahlreiche verschiedene Arten von Brombeeren und meist können nur die geschulten Augen eines Botanikers einzelne Arten unterscheiden. Für den Einsatz in der Naturheilkunde sind diese kleinen botanischen Unterschiede jedoch unerheblich. Die Brombeere ist ein ausdauernder Strauch, der sowohl in Europa, als auch in Vorderasien und Nordafrika gedeiht. Der Brombeerstrauch erreicht Wuchshöhen von bis zu zwei Metern. Die Stängel sind bestachelt, rund oder auch kantig, stehen aufrecht, manchmal auch bogig herabhängend oder gar kriechend. Die Blätter sind drei- bis fünfzählig gefingert mit grobgezähnten Fiederblättchen. Die Blattunterseite ist bei einigen Arten weiß behaart. Der Brombeerstrauch blüht weiß bis rosafarben  in rispigen Blütenständen. Die saftigen, schwarzen Früchte des Strauchs sind bei Vollreife ein Hochgenuss. 

Blütezeit: April bis Juni, Sammelzeit für Blätter: vor und während der Blüte, Wurzel: zeitiges Frühjahr und Herbst

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Brombeere

Heilend, fördernd und kräftigend für: Verdauungsorgane, Schleimhäute, Stoffwechsel

Anwendung bei: Durchfallerkrankungen, Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, Wassersucht, 

Eigenschaften: adstringierend (zusammenziehend)

Wirksame Teile:  Brombeerblätter (Rubi fruticosi folium), Brombeerwurzel (Rubi fruticosi radix) - Brombeerwurzel wird in der Naturheilkunde  zur Vorbeugung gegen bzw. bei ersten Anzeichen der Wassersucht eingesetzt.

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe

Kommission-E (Phytotherapie), Bundesanzeiger 1990: Brombeerwurzel - Wirksamkeit nicht (ausreichend) belegt; keine Risiken; sog. Nullmonographie

 

Rezepturen  &  Produkte

Brombeere

Die Beerenfrüchte können je nach Belieben zu Gelees oder Fruchtsäften verarbeitet werden. Die Anwendung ist der Heilkunde erfolgt meist innerlich als Tee, äußerlich auch zu Umschlägen und Mundspülungen.

Teebereitung: Etwa zwei Teelöffel (4 g) Brombeerblätter werden mit 150 ml kochendem Wasser übergossen und nach etwa 10 Minuten durch ein Teesieb gegeben. Zwischen den Mahlzeiten kann mehrmals täglich eine Tasse frisch zubereiteter Tee getrunken werden. 

  

   

In der Tierheilkunde

Traditionell wird ein Brombeerblätteraufguss als lauwarme Waschung angewendet, um Hauterkrankungen bei Hunden zu lindern und zu heilen.

Eine Fasten- und Entschlackungskur bei übergewichtigen Tieren und für Tiere mit Haut- und Gelenkproblemen ist empfehlenswert. Eine Kräutermischung aus Brennnessel, Himbeer- und Brombeerblättern, Linden- und Holunderblüten, Hagebutten und Fenchelfrüchten kann dafür als Aufguss dem Futter beigemischt werden.

In der Naturheilkunde wird Pferden und Eseln als natürliche Prophylaxe gegen Darmparasiten eine Mischung aus Schwarzem Senf, Quecke, Brombeere und Holunder in regelmäßigen Abständen zum Futter gemischt. Auch Wurmfarn und Knoblauch werden in passender Dosierung beigemischt. Hinweis: Wurmfarn sollte mit Bedacht und Vorsicht eingesetzt werden, denn bei Überdosierung der Droge können Vergiftungserscheinungen auftreten. 

Allgemeine Empfehlung

  

   

In alten Büchern gestöbert

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 14. Band: Seite 1

Rubus L. (Brombeer- und Himbeerstrauch), Gattung aus der Familie der Rosaceen, meist rebenartige und stachlige Sträucher, selten kriechende Kräuter mit abwechselnden, einfachen oder gelappten, meist drei- bis fünfzählig oder unpaarig gefiederten Blättern, weißen oder rötlichen, meist in end- und achselständigen Rispen oder Doldentrauben angeordneten Blüten und einsamigen Steinfrüchten, die unter sich mehr oder minder verwachsen sind. Zahlreiche, über die ganze Erde zerstreute Arten. 

Die Gruppe der Brombeersträucher, mit mehrjährigem Stengel, fuß- oder fingerförmigen, dreizähligen, selten ganzen Blättern und schwarzen Früchten, umfaßt viele Arten, welche wegen ihrer Wandelbarkeit der Systematik große Schwierigkeiten darbieten. Einige, wie der Brombeerstrauch unsrer Äcker (Rubus caesius L., gemeine Kratzbeere), treiben kurze Blütenzweige an rutenförmigen, kriechenden Stengeln, welche hier und da wurzeln und neue kriechende Stengel entwickeln; die größere Anzahl treibt dagegen aufrechte Stengel, welche an Stützen emporwachsen oder am obern Teil sich umbiegen und am untern Teil schlanke Zweige entwickeln, die auf der Erde weithin laufen, wurzeln und so eine neue Pflanze bilden. Zu diesen letzten Arten gehört Rubus fruticosus Hayne, in Europa und dem Orient, welcher wegen der wohlschmeckenden Früchte häufig in Gärten gezogen wird.
Auch andre Arten, wie Rubus arcuarius L., Rubus laciniatus Willd., Rubus occidentalis L., werden der Früchte halber kultiviert, und am wertvollsten sind die in Amerika gezüchteten großfrüchtigen Sorten. Brombeeren, welche als Obst benutzt, auch eingemacht und auf Sirup verarbeitet werden, enthalten 4,44 Zucker, 1,19 Äpfelsäure, 1,44 Pektin, 5,59 Faser, 86,41 Wasser.

  

   

Weiterführende Informationen

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Kräuterbuch anno 1625

Quellen

 

Kahles Hain-Greiskraut ] Kalifornischer Mohn ] Kalmus ] Kamille ] Kampfer ] Kanntenkraut ] Kappenblume ] Kapuzinerkresse ] Karbensamen ] Kardobenedikt ] Käsepappel, große ] Kassie ] Kastanie ] Katzenblutkraut ] Katzenkraut ] Katzenschwanz ] Katzenwurzel ] Kava-Kava ] Kegelblume ] Kerbel ] Kestenbaum ] Keuschlamm ] Khartum-Senna ] Kiefer ] Klatschmohn ] Klebkraut ] Kleine Küchenschelle ] Kleine Schöllwurtz ] Kleiner Odermennig ] Kleiner Speik ] Kleiner Storchenschnabel ] Klette ] Klettenlabkraut ] Klosterhysop ] Knieholz ] Knoblauch ] Knopfrose ] Knotenbraunwurz ] Kondurangostrauch ] Korallenkirsche ] Königskerze ] Königskraut ] Königssalbei ] Königsstiefel ] Koriander ] Kornblume ] Kraftrose ] Kraftwurzel ] Kranawittstrauch ] Kranichshals ] Kranzenkraut ] [ Kratzbeere ] Kratzdistel ] Kren ] Kreuzkümmel ] Kugelartischocke ] Kuhblume ] Kuhschelle ] Küchenschelle ] Kumin ] Kümmel ] Kümmerlingskraut ] Kürbis ] Kurkuma ]

 

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Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen und Verarbeitung


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