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Arnika
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auch:
Bergdotterblume, Bergwohlverleih, Fallkraut, Johannisblume, Kraftrose, Kraftwurz,
Schnupftabaksblume, Tabakblume, Verfangkraut, Wohlverleih, Wundkraut
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Familie:
Korbblütengewächse
(Asteraceae) |
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Arnica (engl.)
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Lt:
Arnica
montana
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Kleine Pflanzenkunde
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Arnika steht unter Naturschutz; das Sammeln von Wildpflanzen ist
verboten (siehe Bundesartenschutzverordnung). Arnika
wird hauptsächlich äußerlich als Tinktur eingesetzt. Sie ist eine sehr
wirksame Heilpflanze, die teilweise starke Reizwirkungen ausübt. Selbst
bei äußerlicher Anwendung (Tinktur, Absud, etc.) sollten Arnikapräparate
nur verdünnt verwendet werden.
Arnika findet man in Höhen bis 2800 m, beispielsweise in den Alpen und Vogesen, bevorzugt
auf sauren Böden. Als mehrjährige Pflanze wird die Arnika bis zu 50 cm hoch.
Der behaarte Stängel wächst aus einer Blattrosette. Am Stängel zeigen
sich ein bis zwei gegenständige Blattpaare. Die gelben Blütenblätter der Arnika
wachsen asymmetrisch.
Blütezeit/Sammelzeit: Ende
Juni bis Ende August |
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Heilwirkung & Einsatzbereiche
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Heilend,
fördernd und kräftigend für: Blutkreislauf, Durchblutung, Blutdruck,
Gelenke, Venen, Zähne und Zahnfleisch, Atmungsorgane, Verdauungsorgane, Stoffwechsel,
Herz & Kreislauf
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Heilwirkende
Bestandteile und Inhaltsstoffe: Arnikablüten,
selten auch Wurzel und Kraut (Flavonoide, ätherisches Öl, Cumarine, Bitterstoffe,
Kampfer, Inulin, u.a.)
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Anwendung bei:
Blutergüssen (Hämatome), Gelenkentzündungen, Krampfadern (Venöse Insuffizienz),
Prellungen, Quetschungen, Verstauchungen, Thrombosen, Venenentzündung, Krampfadern Zahnfleischentzündung, Zerrungen,
Entzündungen der Schleimhäute (Mundschleimhautentzündung, Zahnfleischentzündungen,
Rachenentzündung), Mandelentzündung, Bronchitis, Husten, Fieber, Erkältung,
Grippe, Herzschwäche, Rheuma, Gicht, bei schlecht heilenden Wunden und
Ekzemen |
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Wirkung: antiseptisch, antirheumatisch,
antibakteriell, blutreinigend,
entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schmerzstillend,
schweißtreibend, kreislaufstärkend |
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Rezepturen & Produkte
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Achtung! Arnika ist
stark reizend, so dass sie nur verdünnt angewendet werden sollte. |
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Arnika-Tee (nur stark verdünnt anwenden): 1 TL getrocknete Arnika-Blüten mit 150 bis 200 ml kochendem Wasser
übergießen und ca. 10 Minuten ziehen lassen, absieben. Anwendung im
Verhältnis 1:1, verdünnt mit Wasser, lauwarm als Gurgellösung oder für
Umschläge. Vor einer innerlichen Anwendung sollten Sie Rücksprache mit
Ihrem Arzt halten. Bereits 10 Tropfen des Tees auf 150 bis 200 ml Wasser
sind dafür ausreichend. |
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Äußerliche Anwendung
in Salben, als Umschläge mit Tinktur (verdünnt) oder Tee ( verdünnt).
Bei Hautreizungen durch die Anwendung von Arnika-Präparaten sollte die
Behandlung unbedingt abgesetzt werden. |
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Arnika-Aufguss für Umschläge: 3
TL Arnikablüten mit 500 ml kochendem Wasser übergießen, ca. 10 bis 15 Minuten ziehen
lassen und abseihen Abseihen. Ein Tuch mit dem Aufguss tränken und auf die
betroffene Körperregion aufgelegen. Die Umschläge sollten mehrmals täglich
erneuert werden.
Arnika-Tinktur für Umschläge:
1 TL Tinktur auf 1 bis 2 l Wasser - vor der Anwendung ist ein
Verträglichkeitstest auf einer kleinen Hautpartie ratsam. Die Tinktur wirkt
besonders bei empfindlicher Haut stark hautreizend. Bei Hautreizungen
durch die Anwendung von Arnika-Präparaten sollte die Behandlung unbedingt
abgesetzt werden. |
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Kräuter-Haarwasser:
20 g Arnika, 20 g Buchsbaum, 15 g Klette, 15 g Brennnessel, 10 g Birke, 10 g Rosmarin und 10 g Lavendel werden etwa 5 Minuten lang in etwa 2 L gutem Essig gekocht. Anschließend muss der Sud etwa 30 Minuten
ziehen. Die Kräuter durch ein feines Sieb abseihen und in eine wiederverschließbare Flasche füllen. Mit dem
Kräuter-Haarwasser die Kopfhaut täglich sanft einreiben und das Haar danach wie gewohnt trocknen und frisieren. Anwendung bei Haarausfall, schütterem Haarwuchs und zur Pflege der Kopfhaut. |
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In der Tierheilkunde
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Arnika sollte
bei Tieren nur äußerlich angewendet werden, ist jedoch für alle Tiere empfehlendwert, zum
Beispiel bei Prellungen, Quetschungen, Blutergüssen und schlecht heilenden Wunden.
Die Inhaltsstoffe desinfizieren, hemmen Entzündungen und unterstützen die Wundheilung.
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Arnikatinktur und Arnikasalbe bei Verletzungen
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Wunden mit verdünnter Arnikatinktur waschen
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Verstauchungen, Gelenksentzündungen und Blutergüsse werden mit einem in Arnikatinktur oder Arnika-Absud getränkten Umschlag
verbunden.
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In der Veterinärmedizin zur
Schmerzlinderung und Entzündungshemmung bei stumpfen Verletzungen, offenen Wunden, Hauterkrankungen,
Eutererkrankungen als Aerosol, Emulsion oder Salbe
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In der Veterinärmedizin
bei Panaritium (Entzündung durch eine Infektion mit Staphylokokken und Streptokokken, seltener durch eine Infektion mit anderen Bakterien) als Aerosol, Emulsion oder
Salbe
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Als äußerliche Anwendung (Emulsionen, Salben) in der Veterinärmedizin
bei stumpfen Verletzungen zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung.
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In alten
Büchern gestöbert
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Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893 |
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Rádices
arnicae. Arnika- oder Wohlverleihwurzeln. Stichwurz. Fallkrautwurz. Arnica montána.
Compositae. Mitteleuropa.
Die Wurzel besteht aus einem fast spindelförmigen Wurzelstock, mit an der Unterseite angehefteten, ca. 8 cm langen, fadenförmigen Nebenwurzeln. Wurzelstock aussen braun, innen weisslich, fest.
Bestandtheile. Aetherisches Oel, Gerbsäure.
Anwendung. Höchst selten, ähnlich den Arnikablüthen zu Tinkturen, oder als Pulver für sich.
Flores arnicae.
Arnica- oder Wohlverleihblüthen, Fallkrautblumen. Árnica montána. Compósitae.
Mitteleuropa. Die getrockneten Blüthen mit oder ohne Kelch, goldgelb, von angenehmem, aromatischem Geruch; der Staub zum Niesen reizend; Geschmack scharf, kratzend und scharf bitter.
Bestandtheile. Aeth. Oel; Arnicin (Bitterstoff); Harz.
Anwendung. Selten innerlich, als anregendes Mittel bei Lähmungen etc., desto häufiger äusserlich bei frischen Schnittwunden, Quetschungen etc. Arnica, in grösseren Mengen innerlich genommen, wirkt giftig, wahrscheinlich durch das darin enthaltende Arnicin. |
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Merck`s Warenlexikon, 1884; Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884; Seite 23 |
Arnika
(Wohlverlei, Fallkraut, Engelskraut, lat. Arnica montana, franz. l'arnique des montagnes; engl. Mountain Arnica; Panacea). – Von dieser bekannten Pflanze der mitteleuropäischen Gebirge werden die Blüten und die Wurzeln medizinisch verwendet, während die Blätter nur seltener benutzt werden. Die Arnikawurzel (radix Arnicae) sammelt man mit dem Wurzelstock und (zur Verhütung von Verwechslungen mit den Wurzeln andrer Kompositen) mit den untersten, an den Stielen am Grunde scheidenartig verwachsenen Blättern.
Der Wurzelstock hat ungefähr die Dicke eines Federkiels, ist höckerig und nur an einer Seite, nicht ringsum, mit zahlreichen, strohhalmdicken, blaßbraunen Wurzelfasern besetzt. Der Geruch der Wurzel ist unangenehm aromatisch, der Geschmack scharf und bitter. Die Wurzel enthält als wirksame Bestandteile ätherisches Öl (Arnikaöl, Oleum Arnicae), einen Bitterstoff (Arnicin) und Gerbsäure. Die Arnikablätter (folia Arnicae, herba Arnicae) sind länglich ganzrandig, von schwachem Geruch, aber scharf bitterem Geschmack. Die Arnikablüten (flores Arnicae) bilden ein allgemein verbreitetes Volksarzneimittel, namentlich der alkoholische Auszug derselben die Arnikatinktur (Tinctura Arnicae) der Apotheken. Die von einem zweireihigen grünen Hüllkelch umschlossenen Blüten sind
zweierlei Art, Strahlblütchen und Scheibenblütchen. Die ersteren, außen am Rande herumstehend, sind zungenförmig, goldgelb oder orangegelb, dreizähnig und neunnervig. Die innenstehenden Scheibenblütchen sind röhrenförmig und fünfspaltig. Man sammelt die Blüten teils mit, teils ohne den Hüllkelch. Der Geruch der Blüten ist angenehm aromatisch; sie enthalten ein ätherisches Öl, welches von dem der Wurzel einen etwas abweichenden Geruch besitzt. Nach Amerika findet ein ziemlich beträchtlicher Export statt. |
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Weiterführende
Informationen
E-Monographie
Kräuterbuch anno 1625
- Teil I Kräuterbuch anno 1625
- Teil II
Quellen |
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Kleines Fachlexikon
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