Kleiner Speik

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Lavendel

auch: Echter Lavendel, Kleiner Speik, Lavander

Familie: Lippenblütler 

(Lamiaceae, Labiatae)

Lavender (engl.)

 

Lt: Lavandula angustifolia

Kleine Pflanzenkunde

 

 

Lavendel

Echter Lavendel ist ein mehrjähriger, immergrüner Halbstrauch, der bis zu 60 Zentimeter hoch wird. Die Zweige sind aufsteigend, aufrecht, mit blaugrünen Blättern. Die Blätter sind schmal, am Rand eingerollt und stehen gegenständig. Lavendel blüht blauviolett in endständigen Scheinquirlen. Der Lavendelstrauch wird in den Mittelmeerländern großflächig zur Gewinnung des Lavendelöls angebaut. In Europa gedeiht er vorwiegend als Zier- oder Kübelpflanze in den Gärten. Im Garten wird Lavendel bevorzugt in der Nähe von Rosen gepflanzt, da er Blattläuse fernhält. Der Lavendelstrauch wächst auf sandigen, kalkhaltigen Böden, bevorzugt an sonnigen Standorten. Es empfiehlt sich, Lavendel in Frühjahr kräftig zurückzuschneiden, so wächst er besonders buschig. Nach der Blüte im Herbst sollten die verblühten Triebe entfernt werden. 

Blütezeit/Sammelzeit: Juli bis August

   

Heilwirkung & Einsatzbereiche

 

 

Lavendel

  

Heilend, fördernd und kräftigend für: Herz, Herzkranzgefäße, Lunge, Bronchien, Atmung, Nervenstärkung, Vitalisierung, Steigerung der Leistungsfähigkeit / Anregung des Stoffwechsels

Anwendung bei: Asthma und Erschöpfungszustände

Eigenschaften: antiseptisch, beruhigend (sedierend), blähungstreibend, harntreibend, krampflösend, schlaffördernd, gallensekretionsfördernd (choleretisch)

Wirksame Teile: Lavendelblüten (Lavandulae flos), kurz vor der vollen Entfaltung gesammelt und getrocknet

  

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl mit Linalylacetat, Linalool, Campher; Lamiaceengerbstoffe

   

Rezepturen  &  Produkte

 

 

Lavendel

Die Anwendung ist recht vielseitig  - erfolgt innerlich als Tee oder Öl, äußerlich als Kräuterkissen oder als Zusatz zu Pflegebädern.
Teebereitung: Ein bis zwei Teelöffel voll Lavendelblüten werden mit heißem Wasser (ca. 150 bis 200 ml) übergossen und nach etwa 10 Minuten durchein Teesieb gegeben. 
Lavendelöl: Ein bis vier Tropfen (ca. 20 bis 60 mg) können mit einem Stück Würfelzucker eingenommen werden.
Badezusatz: Etwa 80 bis 100 g Lavendelblüten werden in einem Aufguss für 20 Liter Wasser angesetzt.

Ein Kräutersäckchen gefüllt mit getrockneten Lavendelblüten sorgt im Kleiderschrank für einen angenehmen Duft und hält die Motten von den Kleindungsstücken fern. Als Kräuterkissen ist es besonders hilfreich zum Einschlafen, bei Migräne und Nervosität.

Kräuter-Haarwasser: 20 g Arnika, 20 g Buchsbaum, 15 g Klette, 15 g Brennnessel, 10 g Birke, 10 g Rosmarin und 10 g Lavendel werden etwa 5 Minuten lang in etwa zwei Litern gutem Essig gekocht. Anschließend muss der Sud etwa 30 Minuten ziehen. Die Kräuter durch ein feines Sieb abseihen und in eine verschließbare Flasche füllen. Mit dem Kräuter-Haarwasser die Kopfhaut täglich sanft einreiben und das Haar danach wie gewohnt trocknen und frisieren. Anwendung bei Haarausfall, schütterem Haarwuchs und zur Pflege der Kopfhaut.   

   

   

In der Tierheilkunde

Lavendel wird aufgrund seiner beruhigenden und  krampflösenden Eigenschaften in der Veterinärmedizin zur Dämpfung von Stress und Beruhigung bei Stresszuständen als flüssige Zubereitung bzw. als Aerosol angewendet. Lavendelblüten werden außerdem wegen ihrer stoffwechselfördernden Wirkung als Zusatzfuttermittel für Pferde angeboten.

   

   

In alten Büchern gestöbert

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 10. Band: Seite 578

Lavandula L. (Lavendel), Gattung aus der Familie der Labiaten, perennierende Kräuter, Halbsträucher oder Sträucher mit meist nur im untern Teil beblätterten Stengeln, einfachen, bisweilen fiederig eingeschnittenen Blättern, aus 2-10blütigen Scheinquirlen zusammengesetzten Blütenähren und blauen oder violetten Blüten. Etwa 20 Arten, von denen die meisten in den Ländern um das Mittelländische Meer einheimisch sind, wo sie hier und da meist gesellig meilenlange Strecken überziehen. Lavandula officinalis Chaix (Lavandula vera Dec.), ein 30–60 cm hoher, kurzhaariger Strauch mit 5 cm langen, gegenständigen, länglich-linienförmigen oder lanzettförmigen, ganzrandigen, am Rand zurückgerollten, durch Öldrüsen glänzend punktierten Blättern, endständigen, blattlosen, unterbrochenen Blütenähren, veilchenblauen, in der Kultur vorwaltend weiblichen Blüten und vier glatten, braunen, kleinen Nüßchen. 

  

Merck`s Warenlexikon, 1884; Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884; Seite 311; Warenbeschreibung

Lavendelblüten (Lavendel, lat. flores lavendulae; frz. fleurs de lavande); ein Artikel des Droguenhandels, besteht aus den vor dem völligen Aufblühen gesammelten und getrockneten Blüten der Lavandula officinalis oder L. vera. Diesen sehr ähnlich sind die Spikblüten oder Spike, von Lavandula Spica, welche zuweilen mit den echten L. verwechselt werden. Beide Pflanzen sind im wärmeren Europa zu Hause, wo sie auf sonnigen Hügeln und an Berghängen wachsen, und lassen sich bei uns durch Zerteilung der Stöcke, durch Stecklinge und Samen fortpflanzen. Sie unterscheiden sich durch verschiedne Merkmale, am einfachsten aber durch die schmalen linearen Blätter der ersten und durch die umgekehrt eilanzettförmigen der zweiten. 
Diese ist bei uns empfindlicher gegen Kälte, und hat einen stärkern, aber weniger feinen Wohlgeruch als jene. Die getrockneten Blüten und ganzen Blütenstengel dienen bekanntlich für den Hausgebrauch teils als wohlriechendes, teils auch wie andre aromatische Kräuter als stärkendes oder linderndes Mittel in Form von Waschungen, Bähungen, Bädern, oder trocken in Kräuterkissen etc. Durch das Trocknen schrumpfen die L. sehr zusammen und verlieren ihre schöne Farbe, so daß die Kelche die Hauptsache ausmachen und dem Ganzen ein gräulichblaues Aussehen geben. Der Geruch ist durchdringend angenehm aromatisch. Man baut die Pflanze im großen Maßstabe im südlichen Frankreich und in England, hauptsächlich der Ölgewinnung wegen. Man bereitet auch aus den L. Lavendelspiritus (Lavendelgeist) und Lavendelwasser (aqua Lavandulae).

 

Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Flores lavandulae. Lavendelblüthen.
Lavandula véra oder officinális. Labiátae. Südeuropa, bei uns kultivirt.
Blassblaue, kleine, filzige Blüthchen, mit stahlgrauem Kelch. Geruch angenehm, aromatisch; Geschmack bitter.
Bestandtheile. Aetherisches Oel ca. 2 %.
Anwendung. Aeusserlich zu Kräuterkissen, aromatischen Bädern, zwischen die Wäsche gelegt, als Schutzmittel gegen die Motten und in der Likörfabrikation. Die Waare ist, je nach ihrer Abstammung, von sehr verschiedener Güte; am höchsten geschätzt werden die Blüthen von Südfrankreich (Grasse und Montpellier) und aus den savoyischen Alpen.

     

   

Weiterführende Informationen

E-Monographie

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Kahles Hain-Greiskraut ] Kalifornischer Mohn ] Kalmus ] Kamille ] Kampfer ] Kanntenkraut ] Kappenblume ] Kapuzinerkresse ] Karbensamen ] Kardobenedikt ] Käsepappel, große ] Kassie ] Kastanie ] Katzenblutkraut ] Katzenkraut ] Katzenschwanz ] Katzenwurzel ] Kava-Kava ] Kegelblume ] Kerbel ] Kestenbaum ] Keuschlamm ] Khartum-Senna ] Kiefer ] Klatschmohn ] Klebkraut ] Kleine Küchenschelle ] Kleine Schöllwurtz ] Kleiner Odermennig ] [ Kleiner Speik ] Kleiner Storchenschnabel ] Klette ] Klettenlabkraut ] Klosterhysop ] Knieholz ] Knoblauch ] Knopfrose ] Knotenbraunwurz ] Kondurangostrauch ] Korallenkirsche ] Königskerze ] Königskraut ] Königssalbei ] Königsstiefel ] Koriander ] Kornblume ] Kraftrose ] Kraftwurzel ] Kranawittstrauch ] Kranichshals ] Kranzenkraut ] Kratzbeere ] Kratzdistel ] Kren ] Kreuzkümmel ] Kugelartischocke ] Kuhblume ] Kuhschelle ] Küchenschelle ] Kumin ] Kümmel ] Kümmerlingskraut ] Kürbis ] Kurkuma ]

 

 

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