Kardobenedikt

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Bitterdistel

auch: Benediktendistel, Benediktenkraut, Bernhardinerkraut, Heildistel, Bornwurz, Kardobenedikt, Spinnendistel

Familie:

Korbblütler
(Asteraceae)

Blessed Thistle (engl.)

 

Lt: Cnicus benedictus

Kleine Pflanzenkunde

 

Bitterdistel

Merkmale: 

  • Einjährige, bis zu 40 cm hohe Pflanze;

  •  Stängel behaart, aufrecht, 5kantig, gestreift, meist stark verzweigt, im unteren Teil borstig, im oberen drüsigbehaart; 

  • Blätter hellgrün, länglich bis lanzettlich, fiederig gelappt, mit dornig,
    berandeten Abschnitten, behaart und klebrig, die unteren
    gestielt, die oberen stängelumfassend sitzend;

  • Blütenköpfe einzeln an den Enden der Äste, am Grund von großen Außenhüllen umgeben, wenigreihige Hüllschuppen, die äußeren kurz mit kurzem Dorn, die inneren länger mit einem fiederteiligen, gebogenen Dorn; 

  • Geschmack sehr bitter

  • Standort: Ödland, Ackerränder im Mittelmeergebiet bis ca. 1000 m, in Mitteleuropa nur selten vorkommend

  • Blütezeit/Sammelzeit: Juni bis Juli

  • Historisches: Im Mittelalter gehörte die Bitterdistel zu den Heilmitteln gegen die Pest.

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Wirksame Teile: Benediktenkraut (Cnici benedicti herba)

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Ätherisches Öl, Triterpene, Flavonoide, Mineralien

Eigenschaften: Förderung der Speichel- und Magensaftsekretion, antidyspeptisch, ödemhemmend, antimikrobiell

Anwendung: Innerlich als Tee bei Appetitlosigkeit (Inappetenz) und Verdauungsbeschwerden (Dyspepsie) – (Kom-E)

  • In der Volksheilkunde innerlich bei Leber- und Gallenleiden, bei Herzfunktionsstörungen, Fieber; äußerlich als lokales Wundheilmittel bei Geschwüren oder Frostbeulen

  • In der Homöopathie bei chronischen Lebererkrankungen

 

In alten Büchern gestöbert

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Hérba cárdui benedicti. Kardobenediktenkraut.
Cnicus benedictus. Compósitae. Orient, Griechenland, bei uns kultivirt.
Blätter wollig, lanzettförmig, buchtig, fiederspaltig, dornig gezahnt, auf beiden Seiten mit weissen klebrigen Haaren besetzt. 10–20 cm lang. Geruch schwach, unangenehm, Geschmack stark bitter.
Bestandtheile. Cnicin (krystallinischer Bitterstoff), Harz und sehr viele Salze.
Anwendung. Gegen Magen- und Leberleiden, vielfach als Zusatz zu bitteren Schnäpsen.

 

Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1888, Band 2, Seite 990

Cnicus L. (Heildistel, Benediktenkraut), Gattung aus der Familie der Kompositen mit der einzigen Art Cnicus benedictus L. (Centaurea benedicta L., Kardobenediktenkraut, Bitterdistel, Bernhardinerkraut, Spinnendistel), ein einjähriges Gewächs in Griechenland, auf Chios, Lemnos, in Persien und Transkaukasien, kommt im südlichen Europa verwildert vor und ist durch Gartenkultur bis in das südliche Norwegen und nach Nordamerika verbreitet worden. Das Kardobenediktenkraut ist 20-40 cm hoch, mit gespreizt ästigem, wie die Blätter zottig und klebrig behaartem, spinnwebfilzigem Stengel, wechselständigen, buchtig fiederteiligen Blättern mit rundlichen, in eine starre Stachelspitze auslaufenden Sägezähnen und mit gelben Blüten in fast kegelförmigen, einzeln endständigen Köpfchen.
Das Kraut schmeckt stark und sehr rein bitter, nicht aromatisch, enthält einen kristallisierbaren Bitterstoff, Cnicin, reichlich Kali- und Kalksalze und ist mit den Blüten offizinell. Es wird als rein bitteres Mittel viel bei Dyspepsie, namentlich bei der chronischen Dyspepsie der Trinker, benutzt, auch bei chronischen Bronchialkatarrhen und Wassersucht. Größere Dosen erregen leicht Übelkeit, selbst Erbrechen. Im Mittelalter glaubte man in Cnicus die heilkräftige Acarna des Theophrastus oder die Atractylls des Dioskorides zu erkennen und führte sie besonders auf Empfehlung von Arnoldus Villanovanus um 1350 in den Arzneischatz 

 

Weiterführende Informationen

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Kahles Hain-Greiskraut ] Kalifornischer Mohn ] Kalmus ] Kamille ] Kampfer ] Kanntenkraut ] Kappenblume ] Kapuzinerkresse ] Karbensamen ] [ Kardobenedikt ] Käsepappel, große ] Kassie ] Kastanie ] Katzenblutkraut ] Katzenkraut ] Katzenschwanz ] Katzenwurzel ] Kava-Kava ] Kegelblume ] Kerbel ] Kestenbaum ] Keuschlamm ] Khartum-Senna ] Kiefer ] Klatschmohn ] Klebkraut ] Kleine Küchenschelle ] Kleine Schöllwurtz ] Kleiner Odermennig ] Kleiner Speik ] Kleiner Storchenschnabel ] Klette ] Klettenlabkraut ] Klosterhysop ] Knieholz ] Knoblauch ] Knopfrose ] Knotenbraunwurz ] Kondurangostrauch ] Korallenkirsche ] Königskerze ] Königskraut ] Königssalbei ] Königsstiefel ] Koriander ] Kornblume ] Kraftrose ] Kraftwurzel ] Kranawittstrauch ] Kranichshals ] Kranzenkraut ] Kratzbeere ] Kratzdistel ] Kren ] Kreuzkümmel ] Kugelartischocke ] Kuhblume ] Kuhschelle ] Küchenschelle ] Kumin ] Kümmel ] Kümmerlingskraut ] Kürbis ] Kurkuma ]

 

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