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Johanniskraut
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auch: Blutkraut,
Christi Wunderkraut, Frauenkraut, Gartheil, Gottesgnadenkraut, Hartenaue, Hartheu,
Herrgottsblut, Jesuswundenkraut, Johannisblut, Johanniswurz, Konradskraut,
Mannskraft, Teufelsflucht, Tüpfel-Johanniskraut, Wundkraut
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Familie:
Hartheugewächse
(Hypericaceae) |
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St.John´s
Wort (engl.)
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Lt:
Hypericum
perforatum
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Kleine Pflanzenkunde
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Johanniskraut
ist eine seit langer Zeit bekannte Heilpflanze mit einem breitem
Wirkungsspektrum. Es wächst an sonnigen bis halbschattigen Standorten und
bevorzugt humose Böden. Johanniskraut findet sich in ganz Europa sowie in
Westasien und Nordafrika insbesondere auf Rainen, Weg- und Waldrändern,
Hügeln und Wiesen. Die Pflanze ist mehrjährig, wird bis zu 90 cm hoch
und wächst verzweigt. Der Stängel steht aufrecht und ist zweikantig. Die
Blätter sitzen gegenständig, sind eiförmig mit zahlreichen
durchscheinenden Punkten. Johanniskraut blüht in goldgelben Trugdolden. Zerdrückt
man eine Blüte, fließt roter Saft heraus.
Neben
der Verwendung als Tee, gilt Johannisöl
seit jeher als das beste Wundöl (Zubereitung siehe unten).
Auch bei Haustieren kann Johannisöl zur Behandlung von Verletzungen
wirksam eingesetzt werden. Gelegentlich kann bei der Anwendung von
Johanniskrautpräparaten, besonders bei hellhäutigen Personen, eine Lichtüberempfindlichkeit
auftreten.
Johanniskraut ist eine
pflegeleichte Pflanze, die sich zum Anbau im Garten, an sonnigen Plätzen
sehr gut eignet.
Blütezeit: Juni - September
/ Sammelzeit: Juni - Juli
In der Roten Liste der Pflanzenarten - nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte Art(en) [Stand 2007]:
Hypericum elodes L. (Sumpf-Johanniskraut) |
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| Heilwirkung & Einsatzbereiche |
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Heilend,
fördernd und kräftigend für: Magen, Nerven, Ohren, Venen, Drüsensystem, Atemwege, Verdauungssystem, Stoffwechsel,
Harnwege, Bewegungsapparat und Haut
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Anwendung bei:
depressiven Verstimmungszuständen, Angstzuständen, nervöser Unruhe, zur
Nachbehandlung von scharfen und stumpfen Verletzungen, bei Verbrennungen,
Gallenblasenerkrankungen, Gastritis, Bronchitis, Asthma, Rheuma,
Muskelschmerzen, Zerrungen, Stichverletzungen, Quetschungen, Sprachstörungen,
unruhigem Schlaf, hysterischen Anfällen, Nachtwandeln,
Wechseljahresbeschwerden, Halsentzündung, Fieber, Appetitlosigkeit,
Verdauungsschwäche, Magenbeschwerden,
Darmentzündung, Durchfall, Hämorrhoiden, Gicht, Blasenentzündung, Bettnässen,
bei Gebärmutterkrämpfen, Menstruationsbeschwerden, Epilepsie,
Kopfschmerzen, Migräne,
Hexenschuss, Rückenschmerzen, Blutergüssen, Quetschungen, Verrenkungen,
Verstauchung, Krampfadern, Geschwüren, Ekzemen und bei trockener Haut
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Wirksame Bestandteile und
Inhaltsstoffe: blühendes Johanneskraut (lat.: Hyperici herba
Hypericin) sowie Blüten (Flavonoide, Biflavone, Hyperforin, Bitterstoffe, Gerbstoffe,
äther. Öl, Harz, Myristinsäure, Hyperinrot, Phytosterin, Stearin,
Taraxasterol, Violaxanthin, Beta-Sitosterol, Phytosterole)
Wirkung: schmerzlindernd, entzündungshemmend,
heilend, stimmungsaufhellend (antidepressiv), Bakterien abtötend (bakterizid),
abschwellend, adstringierend, antibakteriell, beruhigend, blutbildend, harntreibend,
krampflösend, schleimlösend, tonisierend |
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| Rezepturen & Produkte |
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Teebereitung: 1 - 2 TL Johanniskraut werden mit
siedendem Wasser (ca. 150 bis 200 ml) überbrüht und nach etwa 5 bis 10 Minuten durch
ein Teesieb gegeben. Bestenfalls werden regelmäßig morgens und abends 1 bis 2 Tassen des frisch bereiteten Tees
getrunken. Zur Erzielung der heilenden Wirkung ist eine Anwendung über mehrere Wochen
zu empfehlen. |
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Johanniskraut-Blüten-Öl: Bei Sonnenschein
werden die Blüten gepflückt und locker bis zum Hals in eine Flasche gefüllt und mit
gutem Öl (natives Olivenöl oder Leinöl) übergossen. Das Öl muss die Blüten bedecken. Gut verschlossen stellt man die Flasche
für 2 bis 4 Wochen in die Sonne oder einen warmen Ort. Das Öl färbt
sich nach einiger Zeit rot-braun. Nach dem Abfiltern sollte das Öl
gekühlt und dunkel aufbewahrt werden. |
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Johanniskraut-Blüten-Tinktur:
2 Hände voll frisch gepflückte Blüten werden in 0,75 l Branntwein angesetzt.
Die Flasche sollte ca. 3 Wochen in der Sonne oder an einem warmen Ort stehen. |
Sitzbad:
Fünf bis sieben Hände voll Johanniskraut (Stängel, Blätter und Blüten) werden über Nacht mit kaltem Wasser angesetzt. Kurz vor dem Bad wird der Ansatz zum Kochen gebracht und dem Badewasser zugefügt. |
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| In
der Tierheilkunde |
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Johanniskrautöl
wird zur Behandlung von Wunden und Geschwüren bei Tieren eingesetzt. Äußerlich kommt es bei Wunden
und Insektenstichen zum Einsatz. Auch Hunde sprechen gut darauf an. Hinweis: Johanniskraut kann die Wirkung von
Medikamenten und chemischen Psychopharmaka herabsetzen oder aufheben.
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Johanniskraut
findet in der Veterinärmedizin Anwendung zur Dämpfung von Stress und Beruhigung bei Stresszuständen als flüssige Zubereitung bzw. als Aerosol.
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Johanniskraut beruhigt das überreizte Nervensystem
der Tiere und hilft ängstlichen, nervösen Pferden, ihr emotionales Gleichgewicht zu finden. Johanniskraut als Futterpflanze steigert auch bei Weidetieren die Lichtempfindlichkeit.
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Johanniskraut
findet in der traditionellen Tierheilkunde Anwendung bei Ohrmilben (bei Hund und Katze)
als Mischung aus Rotöl, Rosmarin und
Eukalyptus. Dieses Öl wirkt antiparasitär und hilft zusätzlich gegen Entzündungen
im Ohr.
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Bei
übermäßiger Aufnahme der Frischpflanze gilt Johanniskraut (Hypericum perforatum)
als unverträglich für Pferde, Rinder und Meerschweinchen.
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Allgemeine Empfehlung
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| In
alten Büchern gestöbert |
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Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893 |
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Hérba hypérici.
Johanniskraut, Hartheu.
Hypéricum perforátum. Hypericéae.
Deutschland. Der obere Theil der blühenden Pflanze; Blätter gegenständig, oval sitzend, durchsichtig punktirt. Blüthen gelb. Geruch schwach, Geschmack bitter, adstringirend.
Bestandtheile. Hypericin oder Hypericumroth, ein harzartiger Farbstoff.
Anwendung. Diente früher zur Bereitung des Johannisöls, Oleum hypérici coctum. Heute färbt man dies einfacher mit Alcannin. |
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Meyers Konversations-Lexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 8. Band:
Seite 850 |
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Hypericum L. (Hartheu), Gattung aus der Familie der Hypericeen, Kräuter, Halbsträucher und Sträucher mit gegenüberstehenden, meist ganzrandigen, oft durchsichtig punktierten Blättern, meist gelben Blüten in endständigen, einfachen oder traubig zusammengesetzten Rispen und vielsamiger Kapsel. Etwa 160 Arten, meist in den gemäßigten Klimaten der nördlichen Erdhälfte und in den Gebirgsregionen der Tropen. Hypericum perforatum L. (Johanniskraut, Johannisblut, Hexenkraut, Hasenkraut, Teufelsfluch), bis 60 cm hoch, mit ungestielten, durchscheinenden u. am Rand schwarz punktierten Blättern und gelben, am Rand ebenfalls schwarz punktierten Blumenblättern, riecht balsamisch, schmeckt herb, bitter, harzig, wächst überall an sonnigen Plätzen und ward früher als Schutzmittel gegen Hexen und Gespenster, besonders der beim Zerdrücken der Blütenknospen austretende violettrote Saft als Zaubermittel benutzt; auch war das Kraut offizinell. Andre Arten, wie das immergrüne Hypericum calycinum L. aus dem Orient, das schöne immergrüne Hypericum oblongifolium Wall., mit roten Ästen und Zweigen und bis 10 cm langen Blättern, aus dem Himalaja, das echte Konradskraut (Hypericum Androsaemum L.) aus Südeuropa etc., werden bei uns als Zierpflanzen in Gärten kultiviert. |
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Weiterführende
Informationen
E-Monographie
Kräuterbuch anno 1625
Charakteristik und Beschreibung (engl.)
Quellen |
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Kleines Fachlexikon
Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen
und Verarbeitung
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