Jesuitentee

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Mate

auch: Jesuitentee, Mate-Strauch, Matebaum,  Paraguaytee, Yerbabaum

Familie:

Stechpalmengewächse 

(Aquifoliaceae)

 

 

Lt: Ilex paraguariensis

Kleine Pflanzenkunde

 

Mate

Merkmale: 

  • bis zu 20 m hoher immergrüner Baum, wegen der besseren Erntemöglichkeit im Anbau/in Kultur auf Strauchhöhe zurückgeschnitten; 

  • Blätter bilden eine sechs bis zwölf cm lange, länglich ovale, ledrige Blattspreite von hellgrüner Farbe

  • Blütenstiele achselständig, vielteilig 

  • Vorkommen/Anbau: Südamerikanisches Hochland

  • Historisches: Matetee war schon lange bevor er im 16. Jahrhundert von Missionaren aus Südamerika nach Europa gebracht wurde, bei den Eingeborenen unter dem Namen Yerba als wohlschmeckendes und durstlöschendes Getränk beliebt.

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

 

Mate

 

Mate

Wirksame Teile: Mateblätter (Mate folium)

Inhaltsstoffe: Chlorogensäuren, Purine, Koffein, Gerbstoffe, ätherisches Öl

Eigenschaften nach Kom-E (10/1990): harntreibend (diuretisch), glycogenolytisch, lipolytisch, analeptisch (anregend für Nerven, Muskeln und Stoffwechsel), verdauungsfördernd, schweißtreibend,  kreislaufstärkend, positiv inotrop (Schlagstärke oder Kontraktionskraft des Herzmuskels steigernd)

Anwendung: Innerlich als Tee/Aufguss bei geistiger und körperlicher Ermüdung 

  • In den Herkunftsländern (Südamerika) innerlich zur Magenstärkung, bei zu geringer Harnausscheidung, gegen Geschwüre, Rheuma, Anämie, prophylaktisch gegen Fieber 
    und Infektionen

  • In den Herkunftsländern (Südamerika) äußerlich gegen Entzündungen und Geschwüre

  

In der Tierheilkunde

Traditionell wird bei Kreislaufschwäche des Hundes ein milder Mateabsud dem Futter beigemischt.

Allgemeine Empfehlung

  

In alten Büchern gestöbert

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Fólia ílicis paraguayénsis. Paraguaythee, Maté, Jesuiterthee

Ilex paraguayénsis. I. gigántea. Aquifoliacéae. Paraguay, Südbrasilien.
In seiner Heimath dient der Paraguaythee, dort Maté genannt, als tägliches Genussmittel, gleich dem chinesischen Thee. Er wirkt noch kräftiger als dieser und soll der Aufguss von angenehmem Geruch und Geschmack sein. Seiner Verwendung zu gleichen Zwecken in Europa steht der Umstand entgegen, dass er bei langem Seetransport verdirbt. Bei uns hat er nur Wichtigkeit zur Darstellung des Theins. Er stellt, wie er zu uns kommt, ein gelblich grünes, grobes Pulver mit reichlichen Stengelresten vermischt, dar, eingestampft in Ballen von 100 kg, welche in Thierhäute genäht sind. Diese Sorte heisst Tercio (dritte), während die beiden ersten Sorten nur zu Genusszwecken in ihrer Heimath verbraucht werden. Die Waare wird bereitet, indem die Blätter und jungen Zweige der oben genannten Stechpalme entweder an der Sonne oder auf Hürden über Feuer gedörrt und dann zerstampft werden. Die zu uns kommende Waare riecht und schmeckt keineswegs angenehm.
Bestandtheile. Thein ca. ½ %, Gerbsäure etc.

  

Meyers Konversations-Lexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892, Band 8, Seite 886

Von I. paraguayensis einem buschigen Strauch mit keilförmig- oder länglich-lanzettlichen, stumpflichen, entfernt gesägten Blättern und achselständigen, vielteiligen Blütenstielen, werden die Blätter als Paraguaythee, Südseethee, Peruaner Thee, Maté benutzt. Die Pflanze wächst in Paraguay, bis in die Nähe von Rio de Janeiro und bis in die bolivianischen Andes wie in mehreren brasilischen Provinzen wild. Man schlägt die Zweige ab, zerkleinert sie, trocknet sie auf einem Bambusgerüst über hellem Feuer, nimmt dann die Blätter ab und zerstampft diese in Mörsern.

Feinere Sorten werden durch Entfernung der Blattstiele und Blattrippen und aus jüngern Blättern auch ohne Röstung dargestellt. Das grobe, hellgrüne Pulver riecht krautartig unangenehm, nach einigen Monaten aber ziemlich aromatisch. Der Aufguß wird ähnlich wie der des chinesischen Thees zubereitet, schmeckt anhaltend bitter und riecht balsamisch; am Morgen nüchtern genossen, wirkt er aufregend; man schätzt ihn als Verdauungs- und Erfrischungsmittel und genießt ihn zu allen Tagesstunden. Als wirksamen Bestandteil enthält der Paraguaythee Kaffein (in einer der Sorten 0,44 Proz.). Der Konsum wird auf 4 Mill. kg geschätzt. Nach Bonpland wird auch noch von sechs andern Arten Paraguaythee gewonnen, und alle diese Pflanzen wachsen in den Distrikten, welche sich von der Sierra de Herbal nach Süden und Osten erstrecken, und zwar in den weiten Niederungen, die das Flußbett begrenzen.

 

Weiterführende Informationen

Quellen

 

Jakobs-Kreuzkraut ] Javanische Gelbwurz ] [ Jesuitentee ] Johannisbeere ] Johannisblume ] Johanniskraut ] Jungfernkraut ]

 

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