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Hopfen (Humulus lupulus, frz. houblon, engl. hop), die Fruchtstaude (Dolden, Hopfenzapfen, Trolle) der wichtigen Handelspflanze gemeiner Bier-, Brau-, Bruch-, Busch-, Dorn-, Feld-, Garten-, Hecken-Hopfen oder Lang-Hopfen; die des wilden H. finden in den untern Donauländern allgemeine Verwendung, bei uns hier und da als Ersatz von eigentlichem H. Bei dem von Jahr zu Jahr steigenden Verbrauch von Bier, welchem der H. Haltbarkeit und Arom geben muß, gehört der H. zu den wichtigsten Kulturpflanzen, welchem im ganzen an 100000 ha Land gewidmet sind. Der Preis ist je nach Sorte verschieden hoch, im Durchschnitt zu 2.4 Mk. pro kg anzunehmen, als sog. Landhopfen, geringste Sorte, kaum ½
Mk., als Saazer, Spalter und Schwetzinger, beste Sorten, mindestens 6 Mk.; da der Ertrag außerordentlich schwankend ist – pro Stock 120 g bis 500 g und mehr, je nach Witterung, so findet oft Mangel mit hoch gesteigertem Preis
und Überfluß mit tieferem Preisstand statt.
Die Hopfenpflanze ist zweihäusig, die männlichen Blütenstände (Fimmel-, Femel-, Fimel-, trüber, wilder H.) sind nicht verwertbar, die weiblichen bestehen aus zapfenartigen Kätzchen, mit grünen, gelbgrünen Blüten, zu 4 in den Achseln sich deckender zweizeilig gestellter Nebenblätter, jede von einem Blättchen unterstützt und am Grunde umgeben. Blütezeit Juli bis September (Früh- und Späthopfen). Die Fruchtzapfen, das begehrte Produkt, offizinell als Coni seu strobuli Lupuli, sind 2–4 cm lang, oval, hängend und sowie die Blättchen und Nebenblättchen mehr oder weniger dicht mit goldgelben Drüsen bedeckt.
Die Früchte, einsamige, rundliche Nüßchen, 3 mm im Durchmesser, geben den Bieren einen unangenehmen Geschmack, weshalb man nur weibliche Pflanzen baut und diese aus Setzlingen, Fechsern, erzieht und vermehrt. Der wirksamste Bestandteil des Hopfens ist das aus den Drüsen bestehende Lupulin oder Hopfenmehl, Hopfenstaub, (bis 10% der Zapfen), welches auch zur Darstellung von Hopfenöl (7–8 Mk. per Lot) dient und für Apotheken einen Handelsartikel für sich bildet.
Die näheren Bestandteile sind: eine besondre Gerbsäure, Hopfenharz, das Hopfenbitter oder eigentliche Lupulin, das ätherische Hopfenöl, etwas Gummi, Äpfelsäure, ein wachsartiger Körper, ein noch unbekanntes Alkaloid und bis 8.5% Aschenbestandteile, bes. phosphor-, schwefel- und kohlensaures Kali. Die für das Bier (s. d.) geschätztesten Bestandteile sind wenig haltbar; nach Jahresfrist wird der H. schon äußerlich rotbraun, verliert an Arom, riecht dann durch Bildung von Valeriansäure unangenehm und verliert das Hopfenmehl; durch Schwefeln und Pressen kann er etwas
haltbarer gemacht werden; vorjähriger H. bildet aber nur bei nachfolgender schlechter Ernte noch einen verwertbaren Artikel, bei guter wird er wertlos, weil dann ohnedies Überproduktion stattfindet. Die Engländer und Amerikaner versenden nur gepreßten und geschwefelten H.; der Versuch, die wirksamen Bestandteile als Hopfenextrakt herauszuziehen, ist zwar gelungen, doch hat dieses in der Brauerei keinen wesentlichen Eingang finden können, weil es nur die im Wasser löslichen Bestandteile des H. enthält, auch Echtheit nicht kontroliert und leicht verfälscht werden kann.
Guten H. liefern auch Falkenau und Pilsen, Hersbrück, Lauf, Ober-, Mittel- und Unterfranken, Schwaben und Neuburg mehr Landgut, Tübingen und Stuttgart, Neutomysl in Posen und die Reichslande (Hagenau, Bischweiler) Belgien (Ypern, Gent, Alost), England, Frankreich nur im Norden (Dep. Bousy und Bussigny, Nordamerika, neuerdings auch Australien, Neuseeland und Ostindien (Himalaya). Die Hopfenpflanze gibt in den Blättern ein brauchbares Futter, in den Ranken oder Reben Material zu Hopfenpapier oder Gespinsten für starke Zeuge (Schweden, Pommern), oder Brennmaterial oder bei der Drahtzucht Bindematerial zu Ranken der Stengel; für die Küche bilden die im Frühjahr aus dem Wurzelstock keimenden Sprossen, Hopfensprossen, Hopfenspargel, ein vortreffliches Gemüse.
Die Güte des H. ist zunächst bedingt durch Lage, Boden und Klima; brauchbares Gut kann noch in vielen Gegenden gebaut werden, das beste bleibt aber auf die genannten Orte beschränkt: englischer und amerikanischer H. kommen nicht gleich, liefern aber zum Teil gute Ware. Vorzüglich zu H. ist der eisenreiche Thon-Lehmboden im Rottotliegenden, der Lehm-, Mergel- und thonige Kalkfelsboden, brauchbar auch der Sandboden besserer Art, nicht aber der stark bündige, der lockere, der torfig humose und der steinige und Kiesboden.
Die Lage muß sorgsam gewählt werden, Schutz gegen rauhe, trockende ^[richtig: trockene] und feuchte Winde (Baumgürtel, Mauern) ist unbedingt nötig, beliebt der Hang gegen Süd und Südwest und eine vor starken Nebeln schützende Höhenlage. Gegenden mit schroffem Temperaturwechsel sind auszuschließen. Der Hauptanbau liegt in Europa zwischen dem 45. und 50.° n. Br.; das südliche Schweden und Südungarn bilden die Grenzgebiete. Da der H. als Rankengewächs an Stangen oder in Drahtzucht gebaut werden muß, so sind auch Gegenden mit heftigem Windwehen von Anbau auszuschließen.
Die Pflanzung geschieht in Löchern, 1.3–1.8 m entfernt und gleiche Reihendistanz, sodaß etwa 3200–5800 Stangen auf 1 ha zu nehmen sind. Der Boden muß tief bearbeitet und stark gedüngt, in guter Düngung und unkrautfrei erhalten werden. Die Erde wird allmählich um die Pflanze hoch angehäuft, im Frühjahr wieder entfernt, um den Wurzelstock beschneiden zu können. Die weitere Kultur besteht im Stangensetzen, Anbinden und Anheften, Behacken, Ausblatten in Mannshöhe, Ausbrechen der Seitenzweige etc. Die Behandlung der Plantagen ist sehr kostspielig und erfordert viel Menschenarbeit.
Der H. leidet durch die Witterung, durch Rußthau oder Schwärze, Kupferbrand oder Fuchs, Mehltau oder Fraß, Wurzelfäule, Vergilbung, Blattläuse, Schnellkäferlarven, Hopfenwurzelspinner, Erdflöhe, Hopfenzinsler und verschiedne andre Schmetterlingsarten und durch Unkraut, besonders europäische Seide. Sein Ertrag ist sehr unsicher. Wesentlich beeinflußt wird die Güte durch die Art des Trocknens; er soll die schöne grüne Farbe und das Hopfenmehl behalten, sicher und rasch trocknen, dabei aber nicht zu viel berührt werden. |