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Herbstzeitlose
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Familie:
Colchicaceae
(Liliengewächse)
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Meadow Saffron
(engl.)
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Lt:
Colchicum autumnale
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Kleine Pflanzenkunde
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Merkmale:
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Ausdauernde Knollenpflanze
mit zweijähriger Entwicklungsphase, Wuchshöhe bis 25 cm
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Blätter grundständig,
breitlanzettlich, saftig
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Blütezeit: September bis Oktober
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Blütenfarbe hell lila-rosa, vielsamigen
Kapselfrüchte erscheinen im darauffolgenden Frühling, Samen klebrig
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Standort: auf gedüngten
oder bewässerten, aber gemähten Wiesen Mittel- und Südeuropas, bis
2000 Meter (Madaus 1938)
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Hinweis: Herbstzeitlose
zählt zu den Giftpflanzen. Beachten Sie auch die Anmerkungen im Verzeichnis »Giftpflanzen«.
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Heilwirkung & Einsatzbereiche
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Wirksame Teile: Die Droge
besteht aus den Im Juni/Juli geernteten und getrockneten Samen, oder den Im
Juli/August gesammelten, geschnittenen und getrockneten Knollen, oder den im
Spätsommer und Herbst gesammelten frischen Blüten (vgl. E-Monographie)
Inhaltsstoffe: Tropolon-Alkoloide
- als Hauptalkoloid Colchicin (Zellgift)
Eigenschaften: antichemotaktisch,
antiphlogistisch, mitosehemmend, verhindert die Zellteilung (wirkt cytostatisch)
Anwendung:
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In
der Phytotherapie: Akuter Gichtanfall; Familiäres Mittelmeerfieber
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In
der Homöopathie: Akute und chronische Gicht; akuter
Gelenkrheumatismus; Sehnenscheidenentzündung; Ergüsse in Körperhöhlen; Nierenentzündung; Entzündung
des Magen-Darm-Kanals
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In der Tierheilkunde
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Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
gilt als Giftpflanze für Pferde, Esel, Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Hunde, Katzen, Kaninchen,
Meerschweinchen und Vögel. Bei Verdacht auf Vergiftung sollte das betroffene Tier sofort ärztlicher Behandlung unterzogen werden. Es sollte keinesfalls absichtlich Erbrechen hervorgerufen werden, es sollten auch keine eiweißhaltigen Getränke oder ölhaltigen Substanzen verabreicht werden - dem Tier möglichst nur etwas Wasser zu trinken geben. Wenn das Tier bereits erbrochen hat, nehmen Sie das Erbrochene in die Tierarztpraxis mit.
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In alten
Büchern gestöbert
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Merck´s Warenlexikon, 1884, Seite 21.198 |
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Herbstzeitlose
(Wiesensafran, Zeitlose, nackte Jungfer, Colchicum autumnale, frz. le colchique, la dame
nue; engl. Meadow-Saffron), das bekannte giftige Zwiebelgewächs, das auf feuchten Wiesen überall vorkommt und ein
schädliches, wegen der tiefen Lage der Zwiebeln schwer zu vertilgendes Unkraut bildet, im Herbst seine
blaßroten röhrigen Blüten treibt und erst im folgenden Jahre die Blätter nebst Samenkapseln nachsendet, hat bei
aller ökonomischen Nichtsnutzigkeit doch medizinische Verwendung und soll gute Heilkräfte gegen gichtische und
rheumatische Leiden besitzen. Man verwendet die Samen (semen colchici) und die Zwiebelknollen (radix colchici,
bulbotubera colchici); erstere werden in ihrer lederigen, dreifächrigen Kapsel im Juni reif, sind dann
dunkelbraun, innen weißlich, sehr hart, zähe und schwierig zu zerkleinern. Sie haben einen sehr bittern, kratzenden, Ekel
erregenden Geschmack und wirken giftig. Die wallnußgroßen, denen der gemeinen Tulpe ähnlichen Zwiebelknollen
werden im Herbst, zur Blütezeit der Pflanze, gegraben und meist nur frisch zu medizinischen Präparaten
verbraucht. Geschmack und Wirkung derselben ist wie bei den Samen, nur in schwächerm Grade. Der der Pflanze
eigentümliche, heftig wirkende Giftstoff wird Colchicin genannt; er bildet farblose und geruchlose
Kristallnadeln, wird aber nur wenig verwendet. Man bereitet aus den Wurzeln und
zerkleinerten Samen zu medizinischem Gebrauche Auszüge mit Essig, Weingeist, spanischem Wein. |
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Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893
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Rádices oder Bulbo-tubera
colchici. Herbstzeitlosenknollen.
Cólchicum autumnále. Colchiacéae.
Deutschland, auf feuchten Wiesen. Ende des Sommers, vor Ausbildung des Samenstengels zu sammeln. Im Handel meist in Querscheiben geschnitten. Die
frische Knollzwiebel ist etwa wallnussgross, ähnlich einer Tulpenzwiebel; auf der einen Seite flach, mit einer Längsfurche versehen. Getrocknet
geruchlos. Geschmack fade, hinterher scharf und kratzend. Aussen braunschwarz, innen weisslich.
Bestandtheile. Colchicin, Stärkemehl. Sehr giftig!
Anwendung. In der inneren Medizin, wie Sem. colchici.
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Meyers Konversations-Lexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien,
Vierte Auflage, 1885-1892, Blatt 4.202
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Colchicum
L. (Zeitlose, Lichtblume), Gattung aus der Familie der Liliaceen, Kräuter mit dicker, von trocknen, braunen
Hülsen umgebener, meist tief im Boden steckender Knolle, grundständigen, linealischen Blättern, welche meist
erst im Frühjahr nach der in den Herbst fallenden Blütezeit erscheinen, meist einzeln (oder zu zwei oder drei)
stehenden Blüten mit trichterförmigem Perigon, sehr langer, enger, größtenteils im Boden steckender Röhre und
oblonger oder kugeliger, aufgeblasener, vielsamiger Kapsel. 29 Arten, meist im Orient und in den
Mittelmeerländern. Colchicum autumnale L. findet sich überall in Deutschland, in Mittel- und Südeuropa, auch in den süd- und ostkaukasischen Ländern Imeretien
und Mingrelien, dem alten Kolchis, in Nordafrika auf feuchten Wiesen als letzte Zierde des Herbstes.
Der Stengel erhebt sich aus braunen Hüllen, welche gleichzeitig im Herbst eine eiförmige Knolle
einschließen, auf der im Sommer der fruchttragende, im Herbst abgestorbene Stengel gestanden hat. Als
entwickelte Seitenknospe desselben erhebt sich der kurze, jetzt blühende Stengel, und etwas über dem untersten
Blattwinkel desselben ist bereits das Knöspchen zur nächstjährigen Blüte angelegt. Von dem im Herbst
verblühenden Stengel verlängern sich im folgenden Frühjahr die beiden obern Stengelglieder und schieben die
Blätter und Fruchtstengel über den Boden hervor. Im Sommer verdickt sich dann das unterste
Stengelglied, während gleichzeitig die im vorigen Herbst vorhanden gewesene Knolle abstirbt.
Die Frucht reift, und der fruchttragende Stengel stirbt wieder ab, während nun die dritte Generation, jenes
erwähnte Knöspchen, zur Blüte gelangt. Die Entwickelung ist also zweijährig, und da man im Frühjahr die
Fruchtkapseln, im Herbste die Blüten auf den Wiesen sieht, so nannte man die Pflanze filius ante patrem, weil
man glaubte, daß sie die Früchte vor der Blüte entwickele. Die Blüte ist hell lila-rosenfarben. Die frische
Knolle, im Spätsommer gesammelt, riecht widrig rettichartig, schmeckt süßlich, dann scharf bitter und kratzend,
nach dem Trocknen nur noch bitter; sie enthält als wesentlichen Bestandteil Colchicin in geringer (0,066
Proz.), nach den Jahreszeiten wechselnder Menge.
Die offiziellen Samen sind feingrubig punktiert, braun, durch Ausschwitzung von Zucker
etwas schmierig, geruchlos, schmecken sehr bitter und enthalten neben 6 Proz. Fett und Gallussäure 0,2-0,3 Proz.
Colchicin. Schon Dioskorides warnte vor der giftigen Wurzel der Zeitlose, und durch das ganze
Mittelalter waren ihre gefährlichen Wirkungen wohlbekannt; aber erst Störck zog sie 1763 in arzneiliche
Anwendung. Als Radix (Tuber) Colchici war sie lange offizinell und auch unter den Namen Wiesensafran-, wilde
Safran-, Herbstrosen-, nackte Jungfer-, Hahnenklötenwurzel bekannt.
Der Same und daraus bereitete Präparate werden gegen Gicht und Rheumatismus angewandt; große Dosen wirken, wie
auch die Wurzeln und Blüten, stark giftig. Die Kühe, welche Kraut und Blüten fressen, geben blutige Milch.
Bisweilen hat man Colchicumsamen betrügerisch als Hopfensurrogat in der Bierbrauerei angewandt.
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Weiterführende
Informationen
E-Monographie
Quellen |
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