Hasenwurz

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Nelkenwurz

auch: Benediktenkraut, Mannkraftwurzel, Hasenwurz, Echte Nelkenwurz, Erdrose, Heil aller Welt

Familie: Rosengewächse 

(Rosaceae)

Wood Avens (engl.)

 

Lt: Geum urbanum

Kleine Pflanzenkunde

Nelkenwurz

Nelkenwurz gedeiht in feuchte Wäldern und an Waldrandgebieten in ganz Europa. Die ausdauernde Pflanze erreicht Wuchshöhen von bis zu 50 Zentimetern. Der Stängel steht aufrecht, ist verzweigt und leicht behaart. Die Blätter wachsen grundständig, sind langgestielt und gefiedert. Die unteren Blätter sind deutlich kleiner, das Endblättchen am größten. Nelkenwurz bildet einzelne gelbe Blüten an den Enden der Seitenäste. Die Früchtchen sind einsamig und behaart. Schon im Mittelalter war die Pflanze in der Volksheilkunde gut bekannt. Der braune Wurzelstock enthält kleine Mengen ätherisches Öl, das dem Gewürznelkenöl ähnlich ist. Die Bachnelkenwurz (Geum rivale), auch Sumpfnelkenwurz oder Wasserbenediktenwurzel genannt, weist ähnliche heilwirkende Eigenschaften auf. Der botanische Name „rivale“ bedeutet „am Bach wachsend“.

  

Blütezeit: Mai bis September, Sammelzeit: März bis April

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Nelkenwurz

Heilend, fördernd und kräftigend für: Immunsystem, Muskeln, Verdauung, Zahnfleisch

Anwendung bei: Nerven- und Muskelschmerzen, fieberhaften Erkältungen, Hämorrhoiden, Zahnfleischentzündungen, Halsschmerzen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Entzündungen des Mund- und Rachenraumes

Eigenschaften: adstringierend (zusammenziehend), antibakteriell, schweißtreibend, entzündungshemmend

Wirksame Teile: Nelkenwurzwurzel (Caryophyllatae rhizoma), Nelkenwurzkraut (Caryophyllatae herba)

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, ätherisches Öl, Gerbstoffe

Die Anwendung erfolgt innerlich als Tee, äußerlich als Gurgellösung, Spülung oder zu Umschlägen

  

In alten Büchern gestöbert

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 7. Band: Seite 276

Nelkenwurz

Gëum L. (Nelkenwurz, Erdrose), Gattung aus der Familie der Rosaceen, Kräuter mit ausdauerndem, häufig Ausläufer treibendem Rhizom, unpaarig gefiederten oder fiederschnittigen Grundblättern, wenigen, meist dreizähligen oder brakteenförmigen Stengelblättern, einzeln oder in lockern Trugdolden stehenden Blüten und mit dem verlängerten, geknieten und gebarteten Griffel gekrönter Frucht. Gëum urbanum L. (echte Nelkenwurz, Benediktenkraut, Igelkraut), mit aufrechtem, oben ästigem, bis 45 cm hohem Stengel, unterbrochen leierförmig gefiederten Wurzelblättern, meist dreiteiligen Stengelblättern und kleinen, gelben Blüten, wächst besonders an feuchten Stellen durch ganz Europa ausdauernd. Die Wurzel war als Nardenwurzel, Nägeleinwurzel, Weinwurzel offizinell; sie riecht schwach aromatisch-gewürznelkenartig, schmeckt bitter, etwas herb und wirkt adstringierend-gewürzhaft. Gëum rivale L. (Ufererdröschen), mit nickenden, hellgelben, rötlich 
überlaufenen Blüten, auf feuchten Wiesen. 

 

Christian Friedrich Samuel Hahnemann (Begründer der Homöopathie); Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst, herausgegeben von C.W. Hufeland, 1796, 2. Band

Die Nelkenwurzgaraffel (Geum urbanum) besitzt, ausser ihrer gewürzhaften Eigenschaft, eine Uebelkeit erregende Kraft, welche immer etwas fieberähnliclies im Körper hervorbringt, und daher etwa die Dienste gegen Wechselfieber leisten kann, wie Gewürze, neben der Ipekakuanhe gebraucht.

 

   

 

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Rádices caryophylátae. Nelkenwurzeln.
Géum urbánum. Rosacéae. Deutschland, überall häufig.
Wurzelstock mit Wurzeln, bedeckt mit schwarzbraunen Schuppen, höckerig und hart. Nebenwurzeln hellbraun. Geruch schwach nelkenartig; Geschmack bitter, nachher zusammenziehend.
Bestandtheile. Aetherisches Oel, Gerbsäure, Harz. Anwendung. In der Abkochung äusserlich als blutstillendes und wundheilendes Mittel; innerlich gegen Durchfall, Nachtschweiss etc. Ziemlich obsolet.

 

   

Weiterführende Informationen

Kräuterbuch anno 1625

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Hafer ] Haftkraut ] Hagebutte ] Hagedorn ] Hainkreuzkraut ] Hamamelis ] Handlappiger Rhabarber ] Hanf ] Hanfnessel ] Hanfnessel, zottige ] Hängebirke ] Härekraut ] Harnkraut ] Hartheu ] [ Hasenwurz ] Hauhechel ] Heckenysop ] Heidelbeere ] Heil aller Welt ] Heildistel ] Heiligkraut ] Heilwundkraut ] Helenenkraut ] Helmgiftkraut ] Herbstmantel ] Herbstzeitlose ] Hermelin ] Herzgespann ] Herzkraut ] Herzwurzel ] Hexenbesen ] Hexenhasel ] Hexenkraut ] Hexenzwiebel ] Himmelblume ] Himmelsschlüssel ] Hirschhornflechte ] Hirtentäschel ] Hochzeitsblume ] Hohlzahn ] Holler ] Holunder ] Honigklee ] Hopfen ] Huder ] Huflattich ] Hundbeere ] Hundsraute ] Hundsrose ] Hutpflanze ]

 

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