Harnkraut

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Hauhechel

auch: Harnkraut, Hechelkraut

Familie: Schmetterlingsblütler 

(Fabaceae)

spiny rest harrow (engl.)

 

Lt: Ononis spinosa

Kleine Pflanzenkunde

Hauhechel

Hauhechel gedeiht auf Wiesen, auf Brachland, an Wegrändern in Mitteleuropa. In der Landwirtschaft gilt die dornige Hauhechel meist als lästiges Unkraut. Die ausdauernde Pflanze wird bis zu 80 Zentimeter groß. Der Stängel wächst fast liegend oder teilweise aufsteigend und verzweigt. Aus den Seitentrieben gehen meist paarweise Dornen hervor. Die Blätter sind schmalelliptisch und fein gezähnt. Hauhechel blüht in den Blattachseln zart rosa.

Blütezeit: Juli bis September, Sammelzeit: März bis November

 

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Hauhechel

Heilend, fördernd und kräftigend für: Ausschwemmung / Blutreinigung / Entgiftung / Entschlackung, Blase, Harnleiter, Nieren, Förderung der Wasserausscheidung

Anwendung bei: Blasenentzündungen, Harngrieß, Harnröhrenentzündungen, Blasensteine, Nierensteine,  Nierenbeckenentzündung, Ödemen, Rheuma

Wirksame Teile: Hauhechelwurzel  (im Herbst gesammelt)

 

Rezepturen  &  Produkte

Hauhechel

Die Anwendung erfolgt innerlich als Tee: Etwa 2 Teelöffel voll ( 3 bis 4 g) Hauhechelwurzel werden mit kochendem Wasser (ca. 150 ml) übergossen, warm gehalten und nach etwa 30 Minuten durch ein Teesieb gegeben. Davon wird zwei bis drei mal täglich eine Tasse zwischen den Mahlzeiten getrunken. Tee aus Hauhechelwurzel sollte nur wenige Tage angewendet werden, da die Wirksamkeit nachlässt. Nach einer Pause von mehreren Tagen kann die Anwendung fortgesetzt werden.

   

   

In alten Büchern gestöbert

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Rádices onónidis. Hauhechelwurzeln.
Onónis spinósa. Papilionacéae. Deutschland, dürre Felder und Haiden.
Die bis zu 40 cm lange Wurzel ist fingerdick, meist der Länge nach gespalten, zäh, faserig, aussen graubraun bis schwarz, innen weisslich, porös. Holzkörper meist einseitig entwickelt mit breiten Markstrahlen, Rinde blättrig, sich ablösend. Geschmack bitter adstringirend.
Bestandtheile. Ononin, Harz, Stärke, Ononid, ein dem Glycyrrhizin ähnlicher Körper.
Anwendung. Als harntreibendes und blutreinigendes Mittel; Zusatz zu verschiedenen Thees.

  

Merck`s Warenlexikon, 1884; Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884; Seite 194

Hauhechelwurzel (Haudornwurzel, Harnkrautwurzel, radix ononidis). Die Wurzel der dornigen Hauhechel (Ononis spinosa, frz. la bugrane épineuse, engl. Restharrow), ein niedriger, an Wegrändern und sonst auf kulturlosen Flecken häufig wachsender Strauch mit blaßroten Schmetterlingsblüten; die Wurzel ist holzig zähe, einige Fuß lang und fingerdick, oben in viele Köpfe geteilt, außen dunkelbraun, auf dem Durchschnitt weißlich und strahlig. Die im Handel vorkommenden Wurzeln sind meist der Länge nach gespalten. Der Geschmack derselben ist süßlich bitterlich, beim Kauen zusammenziehend und etwas brennend. Sie wird in Abkochungen als mildes, schweiß- und harntreibendes Mittel verordnet.

   

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 12. Band: Seite 393

Ononis L. (Hauhechel), Gattung aus der Familie der Papilionaceen, kahle, behaarte oder drüsige, oft dornige Kräuter, Halbsträucher und Sträucher mit abwechselnden, meist fiederig dreizähligen Blättern, rosenroten oder gelben, einzeln oder gebüschelt achselständigen, oft zu ährigen Trauben zusammengedrängten Blüten und eiförmiger oder linealer, oft gedunsener Hülse. Etwa 60 Arten in den Mittelmeerländern bis zu den Kanaren. Ononis spinosa L. (Harnkraut), 30–90 cm hoch, mit in Dornen auslaufenden Ästen und Zweigen, unten drei, oben einzähligen Blättern, meist einzeln stehenden, rosenroten oder weißen Blüten, fast in ganz Europa, liefert die offizinelle Radix Ononidis, welche bitter adstringierend schmeckt und diuretisch wirkt.

   

Weiterführende Informationen

E-Monographie

Kräuterbuch anno 1625

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Hafer ] Haftkraut ] Hagebutte ] Hagedorn ] Hainkreuzkraut ] Hamamelis ] Handlappiger Rhabarber ] Hanf ] Hanfnessel ] Hanfnessel, zottige ] Hängebirke ] Härekraut ] [ Harnkraut ] Hartheu ] Hasenwurz ] Hauhechel ] Heckenysop ] Heidelbeere ] Heil aller Welt ] Heildistel ] Heiligkraut ] Heilwundkraut ] Helenenkraut ] Helmgiftkraut ] Herbstmantel ] Herbstzeitlose ] Hermelin ] Herzgespann ] Herzkraut ] Herzwurzel ] Hexenbesen ] Hexenhasel ] Hexenkraut ] Hexenzwiebel ] Himmelblume ] Himmelsschlüssel ] Hirschhornflechte ] Hirtentäschel ] Hochzeitsblume ] Hohlzahn ] Holler ] Holunder ] Honigklee ] Hopfen ] Huder ] Huflattich ] Hundbeere ] Hundsraute ] Hundsrose ] Hutpflanze ]

 

 

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